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Weltwirtschaftsforum in Davos Top-Ökonom warnt vor Abschottung

VideoSnower warnt vor Abschottung
Dennis  Snower

Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, äußert sich besorgt über den Wahlsieg Trumps in den USA. Abschottung bringe keinen Fortschritt, sagt er im Interview mit dem ZDF-Börsenexperten Reinhard Schlieker.

(18.01.2017)

VideoChina warnt Trump
Xi Jingping

Anlässlich der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos sprach Staatspräsident XI Jingping eine Warnung vor Protektionismus in Richtung des künftigen amerikanischen Präsidenten Trump aus. Dieser hatte die Kündigung globaler Handelsabkommen angekündigt.

(17.01.2017)

VideoBrexit, Trump und Davos
Stefan Leifert

Die Instabilitäten auf der Welt beherrschen den Wirtschaftsgipfel, so ZDF-Korrespondent Stefan Leifert. Bezeichnend sei, dass die Eröffnungsrede von China komme und für mehr Freihandel plädiere.

(17.01.2017)

von Reinhard Schlieker, Davos

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, ist ein besonnener Ökonom. Bei der aktuellen Entwicklung aber überfällt ihn ein kalter Schauder: Die Zeichen stünden auf Konflikt und womöglich Chaos. Im heute.de-Interview sagt er, warum. 

Das Weltwirtschaftsforum in Davos ist geprägt wie nie von Umwälzungen im Rest der Welt: In den USA wird Donald Trump am Freitag Präsident. Und in Großbritannien zeichnet sich ein harter Schnitt ab: Ende der Mitgliedschaft im vereinten Europa.

Der amerikanische Forscher Dennis Snower, in Wien geboren und aufgewachsen, macht sich Sorgen. Der Wahlsieg Donald Trumps ist nach seiner Auffassung auf eindeutig falsche, wenn auch einfach zu vermittelnde Aussagen zum wirtschaftlichen Wohlstand der USA zurückzuführen. Der Schönheitsfehler: Es sind Lügen, und die haben kurze Beine.

Reinhard Schlieker

Reinhard Schlieker
Quelle: imago/APress

Wer heute glaube, mit Abschottung und hohen Mauern um das eigene Land Fortschritt schaffen zu können, der liege dramatisch falsch.

Appell an Vernunft der Europäer

Seine Furcht: Was passiert, wenn sich herausstellt, dass Trumps Parole, Amerika wieder groß und bedeutend zu machen, weder Hand noch Fuß hat? Welche Verzweiflungstaten sind dann vom US-Präsidenten zu erwarten? Niemand könne das wissen, sagt der Professor. Und wenn mindestens eine der weltweiten Großmächte unberechenbar werde, sei das Grund zu erhöhter Wachsamkeit. Um so vernünftiger müsse der Rest der Welt agieren, auch die europäische Politik natürlich und die europäischen Unternehmen.

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Das heißt für ihn: Standhaft bleiben, nicht klein beigeben oder zu Kreuze kriechen, aber besonnen und firm die als richtig erkannten Standpunkte vertreten.

Das Vereinende gerät aus dem Blick

Der Brexit und die neue US-Regierung könnten eine Epoche einleiten, deren Zuschnitt derzeit noch nicht zu erkennen ist. Was ihn beunruhige, so Dennis Snower, sei vor allem die Betonung des nationalen Eigennutzes in beiden Ländern. Statt Gemeinsinn zu fördern, werde an Instinkte appelliert, gerate das Vereinende aus dem Blick – wo doch die Geschichte hinlänglich bewiesen habe, dass in jeder Hinsicht Zusammenarbeit mehr Wohlfahrt stifte als Zuwächse auf Kosten des Nachbarn. Warum gerät das ausgerechnet nun wieder in Vergessenheit?

18.01.2017
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