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Auslandseinsatz der Bundeswehr Syrien: Tornados nachts nicht einsetzbar

BildTornado der Bundeswehr
Ein Tornado der Bundeswehr am 08.01.2016 in Cirlik

Von Mitte Januar an sollen insgesamt sechs der deutschen Aufklärungsjets von der türkischen Basis Incirlik aus für die Anti-IS-Koalition im Einsatz sein

(Quelle: dpa)

VideoIS verliert Territorium
Wie ein Sprecher der US-Armee in Bagdad erklärte, habe der IS im Irak 40 Prozent seines Gebiets verloren, in Syrien knapp 20 Prozent

Der IS hat offenbar 30 Prozent seines Territoriums verloren. Wie ein Sprecher der US-Armee in Bagdad erklärte, waren dies im Irak 40 Prozent und in Syrien 20 Prozent.

(06.01.2016)

VideoBundeswehr hat besondere Aufgabe
Hermann Bernd (links) und Major Gunnar Kratz

"Jeder neue Einsatz bringt neue Herausforderungen", sagt Major Gunnar Kratz, Bundeswehrpilot des Airbus A400M. In Incirlik "geht der Einsatz im Januar richtig los", sagt ZDF-Korrespondent Luc Walpot.

(10.12.2015)

VideoKrieg im Kopf
Afghanistan-Veteran Robert Sedlatzek-Müller im Gespräch mit Nadine Krüger

Die Bundeswehr ist an drei Einsätzen im Kampf gegen die Terror-Miliz IS beteiligt. Afghanistan-Veteran Robert Sedlatzek-Müller erzählt, welche psychischen Folgen ein solcher Einsatz haben kann.

(07.01.2016)

Beim Einsatz gegen die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak kann die Bundeswehr ihre Tornados nachts nicht zu Aufklärungsflügen einsetzen. Die Luftwaffe bestätigte heute.de einen Bericht, wonach wegen der Aufrüstung der Flieger mit neuer Soft- und Hardware die Cockpit-Beleuchtung zu stark reflektiere. 

Grund für die Probleme bei den Nachtflügen ist die jüngste Aufrüstung der Flieger mit neuer Soft- und Hardware (ASSTA-3). Dadurch reflektiere die Cockpit-Beleuchtung der Tornados so stark, dass ein Kampfeinsatz bei Nacht nicht möglich sei. Es werde an einer "zeitnahen Zwischenlösung" gearbeitet. Bis Ende des Jahres hoffe die Luftwaffe, die Probleme grundsätzlich beheben zu können. Der Einsatz sei durch die Nachtflug-Probleme aber nicht gefährdet. Die Aufklärungsergebnisse seien bei Tag ohnehin besser. Über die Schwierigkeiten hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet.

ASSTA-3

ASSTA-3 ist die aktuelle Version der Avionik System Software Tornado. Dabei handelt es sich nach Angaben der Luftwaffe um das "Betriebssystem" des Mehrzweck-Kampfflugzeugs, das allerdings nicht nur Software, sondern auch Hardware, also im Flugzeug eingebaute Geräte umfasst. Unter Avionik versteht man in Luft- und Raumfahrzeugen alle elektrischen und elektronischen Geräte einschließlich der Fluginstrumente. Dazu gehören zum Beispiel sogenannte Flug-Steuerungs- und Managementsysteme wie Autopilot, Kollisionswarnsysteme, Radarsysteme, Navigationssysteme oder auch Instrumenten-Landesysteme.

ASSTA wird seit 1997 (damals in der Version 1) im Tornado eingesetzt. Die Aufrüstung auf ASSTA-3 erfolgt nach Angaben der Luftwaffe seit Mitte des Jahres 2012. Weitere Modernisierungen sind geplant, um den Tornado weiterhin auf dem Stand der Technik zu halten.

Fregatte und Tankflugzeug ebenfalls im Einsatz

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Seit Anfang des Jahres beteiligt sich die Bundeswehr mit Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak am Kampf gegen die IS-Milz. Damit erfüllt Deutschland seine Hilfszusage an Frankreich nach den Pariser Anschlägen, bei denen Mitte November 130 Menschen getötet wurden.

Außerdem versorgt ein ebenfalls am türkischen Stützpunkt Incirlik stationiertes deutsches Tankflugzeug bereits seit Dezember Kampfjets der internationalen Koalition mit Treibstoff. Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" erhält im Persischen Golf Geleitschutz von einer deutschen Fregatte. Bereits seit einem Jahr bilden Bundeswehr-Soldaten im Nordirak kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Einsatz gegen die Islamisten aus.

Das Engagement der Bundeswehr im Ausland

Afghanistan

Afghanische Soldaten

Nach dem Ende des Isaf-Kampfeinsatzes sind am Hindukusch in der Mission Resolute Support noch knapp 900 Soldaten zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte stationiert. Ein weiterer Bundeswehrangehörige arbeitet für die UN-Unterstützungsmission Unama.

Kosovo

Mit rund 700 Soldaten ist der Kfor-Einsatz der Bundeswehr unter dem Nato-Schirm zur Stabilisierung des jungen Balkanstaats fast genauso stark wie die Afghanistan-Mission. Aufgabe der ausländischen Streitkräfte im Kosovo ist weiterhin die Stabilisierung des Landes.

Türkei

Wegen des Bürgerkriegs in Syrien beteiligt sich die Bundeswehr mit etwa 250 Soldaten im Nato-Rahmen an der Mission Active Fence zur Sicherung der Grenze zwischen beiden Ländern. Mit Patriot-Abwehrsystemen im Süden der Türkei wird der Bündnispartner vor Geschossen aus der Luft geschützt.

Irak

Knapp 90 Bundeswehrsoldaten bilden in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil einheimische Kämpfer aus. Angesichts des Vormarschs der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat beliefert Deutschland die kurdischen Peschmerga zudem mit Waffen und anderem Militärmaterial.

Libanon

An der UN-Mission Unifil zum Schutz der libanesischen Mittelmeerküste beteiligt sich die Bundeswehr mit knapp 140 Soldaten. Die Mission unterstützt den Libanon bei der Küstensicherung und soll vor allem Waffenschmuggel verhindern.

Somalia

An der EU-Mission Atalanta gegen somalische Piraten vor der Küste des Landes ist die Bundeswehr mit 280 Soldaten beteiligt. In einer EU-Ausbildungsmission in Somalia selbst sind acht deutsche Soldaten eingesetzt.

Mali und Senegal

Bei einer EU-Ausbildungsmission in Mali sind etwa 150 deutsche Soldaten im Einsatz. An der UN-Mission Minusma zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes, die in Mali und im Senegal operiert, beteiligen sich acht Bundeswehrangehörige.

Südsudan und Sudan

Rund 15 Bundeswehrsoldaten sind in der UN-Mission Unmiss im Südsudan im Einsatz. Ziele sind der Staatsaufbau in dem seit vier Jahren unabhängigen Land und der Schutz von Zivilisten. An der UN-Mission Unamid in der sudanesischen Krisenregion Darfur sind neun Soldaten beteiligt.

Westsahara und Liberia

In der Westsahara ist die Bundeswehr mit vier Soldaten in der UN-Mission Minurso engagiert. Ziel ist ein Referendum über den Status der von Marokko besetzten früheren spanischen Kolonie. In der UN-Mission Unmil zur Stabilisierung Liberias sind drei Bundeswehrangehörige eingesetzt.

Mittelmeer

Ohne Mandat sind Marineschiffe mit rund 310 Soldaten im Einsatz, um Flüchtlinge zu retten. Die EU arbeitet zudem an einer größeren Mission gegen Schlepper. An der Nato-geführten Operation Active Endeavour zur Sicherung der Seewege ist die Bundeswehr derzeit nicht aktiv beteiligt.

Quelle: Christof Meißner

19.01.2016, Quelle: reuters, afp, ZDF
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