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merkzettel

Schwerer Schneesturm "Snowzilla" legt Leben an US-Ostküste lahm

VideoTote nach Blizzard
Schneechaos an der US-Ostküste

Mehrere Menschen kamen in den USA durch Blizzard Jonas ums Leben. Der Schneesturm hat in mehreren Bundesstaaten an der Ostküste ein Verkehrschaos verursacht.

(23.01.2016)

VideoSchneesturm in den USA
Im Nordosten der USA bereiten sich die Menschen auf einen heftigen Schneesturm vor. Es werden massiver Wind und bis zu 60 Zentimetern Neuschnee erwartet.

Im Nordosten der USA bereiten sich die Menschen auf einen heftigen Schneesturm vor. Es werden massiver Wind und bis zu 60 Zentimetern Neuschnee erwartet.

(22.01.2016)

Bei einem der heftigsten Winterstürme seit Jahren sind in den USA mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Elf Bundesstaaten von Georgia bis New York und die Stadt Washington riefen wegen des Blizzards den Notstand aus. 80 Millionen Menschen sollen ihre Häuser nicht verlassen. 

Der Sturm brachte das öffentliche Leben in weiten Teilen des Ostens der USA komplett zum Erliegen. Auf glatten Straßen, beim Schneeräumen und durch Unterkühlung starben mindestens 18 Menschen. Für bis zu 240.000 Bewohner von North Carolina, New Jersey und Virginia fiel der Strom aus. Die Stadt New York verhängte ein Fahrverbot und sagte alle Broadway-Shows ab. Autos, U-Bahnen, Busse, Züge, Flugzeuge - nichts ging mehr. Zehntausende Reisende saßen fest.

80 Millionen Menschen sollen zu Hause bleiben

Nach Angaben des Nationalen Wetterdiensts könnte der Sturm regional zu den mächtigsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehören und Schäden von bis zu eine Milliarde Dollar verursachen. Die rund 80 Millionen Menschen in den betroffenen US-Staaten wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. "Das ist eines jener Ereignisse, die Generationen prägen, von denen deine Eltern erzählen, wie schlimm es war", sagte Meteorologe Ryan Maue, der sogar in Florida noch Schnee abbekam.

Viel dramatischer war es jedoch weiter nördlich an der Ostküste. In der Region um die Hauptstadt Washington türmten sich bis Samstag bereits rund 60 Zentimeter verwehter Neuschnee auf, Blitze zuckten am Himmel, Donner grollte. Die U-Bahn, Schulen, Behörden und sogar die US-Regierung machten schon am Freitag dicht. Präsident Barack Obama harrte im Weißen Haus aus, wie sein Sprecher betonte. Die Behörden riefen auch die Bürger auf, nicht rauszugehen.

Auch auf seinem Weg nach Washington richtete der Sturm Chaos an. Bis Samstagmorgen waren im Osten von Kentucky 46 Zentimeter Schnee gefallen. Rettungstrupps versorgten gestrandete Autofahrer mit Wasser, Benzin und Speisen. Mehrere Staaten riefen den Notstand aus, darunter Tennessee, North Carolina, Virginia, Maryland, Pennsylvania, der Hauptstadtbezirk D.C. und New Jersey.

Broadway bleibt dunkel

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In Kentucky starb laut Behörden ein Arbeiter der Verkehrsbetriebe, als er Schnee von den Autobahnen räumte. Eine Frau kam in Tennessee um, als sie mit ihrem Wagen eine 90 Meter tiefe Böschung hinabstürzte. In Ohio kam ein Teenager ums Leben, als er hinter einem Geländewagen mit dem Schlitten hinterherfuhr und von einem Lastwagen erfasst wurde. Zwei Menschen starben im Südwesten von Virginia an Unterkühlung.

Bis Samstagabend fielen in New York über 62,5 Zentimeter Neuschnee. Die Menge war nah an dem im Februar 2006 gemessenen Rekord mit 68,3 Zentimeter dran. Drei Menschen starben beim Schneeschippen. Die gewöhnlich proppenvollen Straßen rund um Rockefeller Center, Penn Station und andere Wahrzeichen New Yorks waren menschenleer, auch auf dem Broadway war es dunkel.

Fahrverbot in New York

New York griff zu drastischen Maßnahmen: Fahrzeuge, die nicht zu den Rettungsdiensten gehörten, dürften die Straßen nicht mehr benutzen, teilte Gouverneur Andrew Cuomo mit. Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, die Polizei werde das Verbot durchsetzen.

Auch in Baltimore im Staat Maryland wurde ein nächtliches Fahrverbot erlassen, um die Aufräumarbeiten zu beschleunigen. Vor allem in Washington und New York wurden Tausende Flüge gestrichen. Freitag und Samstag fielen landesweit fast 7.000 Verbindungen aus. Auch am Sonntag sollten nach Informationen des Trackingdiensts FlightAware 1.235 Maschinen nicht abheben. Das extreme Wetter sollte ab Sonntag aber langsam wieder besser werden.

Was ist ein Blizzard?

Schneestürme mit Temperaturstürzen

Schneesturm an der US-Ostküste

In Nordamerika werden heftige Schneestürme mit starken Temperaturstürzen Blizzards genannt. Nach der Definition der US-Wetterbehörde NOAA sorgt bei einem Blizzard Wind mit mehr als 56,3 Kilometern (35 Meilen) in der Stunde mindestens drei Stunden lang bei starkem Schneefall für Sichtbehinderungen. Kaltluft aus den arktischen Regionen Kanadas strömt dabei am Rand von Tiefdruckgebieten nach Süden. Bei oftmals minus 35 Grad Celsius lässt der Blizzard unter einem Schnee- und Eispanzer auch weite Teile der USA erstarren und bringt dort das öffentliche Leben zum Erliegen.

In Deutschland sprechen Meteorologen von einem Schneesturm, wenn heftiger Wind mit mehr als 75 Kilometern in der Stunde von starkem Schneefall begleitet wird. Die Schneemassen türmen sich bisweilen zu meterhohen Verwehungen auf. Bei einem schweren Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von etwa 90 bis 117 Kilometern pro Stunde bleiben mitunter nur noch wenige Meter Sicht.

(Quelle: dpa)

23.01.2016, Quelle: dpa, ap
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