31.07.2016
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US-Wahl Donald Trump: Unaufhaltsam ins Weiße Haus?

BildInfografik: Vorwahlen
Infografik: Vorwahlen in den USA - Wer hat wie viele Delegierte

(Quelle: ZDF/CNN)

VideoSuper Tuesday in den USA
Hillary Clinton beim Super Tuesday in den USA.

Möglicherweise die Vorentscheidung im Kampf ums Weiße Haus. An diesem Tag wird in den meisten Bundesstaaten gleichzeitig gewählt und es wird über die meisten Delegierten entschieden.

(01.03.2016)

VideoTriumph für Clinton und Trump
Hillary Clinton und Donald Trump

Noch vor ein paar Monaten hätte niemand gedacht, dass sich Trump als Spitzenkandidat durchsetzt. Clinton hat sich als Favoritin erwiesen. Es könnte ein spannendes Duell geben, so Ulf Röller.

(02.03.2016)

Video"Clinton ist klare Siegerin"
John C. Kornblum (links) und Mitri Sirin

"Die US-Vorwahl ist eine Art Vorentscheidung. Clinton wird sicher nominiert. Trump hat zwar Dynamik, aber die Partei ist gegen ihn", so der ehemalige US-Botschafter John C. Kornblum zum Super Tuesday.

(02.03.2016)

Es scheint, als könne Donald Trump nichts mehr stoppen auf seinem Weg zur Kandidatur. Ein Triumph folgt auf den Nächsten. Doch die Parteispitze der Republikaner macht mobil - gegen den eigenen potenziellen Präsidentschaftskandidaten. Bei den Demokraten scheint Hillary Clinton auf der Siegerstraße. 

Der "Super Tuesday" 2016 - Tag der großen Sieger aber auch der Widersprüche. Ein bärenstarker Abend für Donald Trump, aber kein Durchmarsch. Sieben gewonnene Staaten verleihen Trump noch mehr Macht. Trump gewinnt mit Staaten wie Alabama und Massachusetts die unterschiedlichsten Wähler für sich, und erneut haben ihn überall so gut wie alle Gruppen unterstützt. Überzeugte Konservative, Evangelikale, Moderate, Arbeiter, höher Gebildete, Menschen ohne Abschluss, dazu kommen die üblichen Mitläufer und Siegerbewunderer. Der "Super-Tuesday" hat diese wachsende Welle nicht gebrochen. Trump vereint bislang die meisten Delegierten in seiner Partei hinter sich. Uneinholbar ist er allerdings noch nicht. 1.237 Delegierte muss er hinter sich vereinen, 285 hat er bislang gewonnen.

Sehnsucht nach einem starken Mann

Es gibt Studien, die das sprungartige Anwachsen der Trump-Bewegung mit der Sehnsucht nach einem starken Mann erklären. Vox.com zitiert Politikforscher, die überzeugend darlegen, Trump sei erst der Anfang einer Entwicklung: die USA auf dem Weg zu einem Obrigkeitsstaat. Perfekt verkörpere Trump die Führungseigenschaften: simpel, mächtig, strafend.

Jetzt zetteln die Republikaner eine Revolte an. Gegen den eigenen Mann. Entsetzt starrt das Establishment auf seinen Bewerber, der bislang in beinahe allen Staaten Erster oder Zweiter wurde. Allerdings vereint er keine absolute Mehrheit hinter sich. Sein Vorteil: Die vielen Mitbewerber wie Cruz und Rubio nehmen sich gegenseitig die Stimmen weg.

Der 15. März könnte die Vorentscheidung bringen. Gewinnt Trump Florida und Ohio, wonach es in allen Umfragen aussieht, dann wird es schwer für Cruz & Co. Beides sind "Winner takes all"-Staaten, der Sieger bekommt alle Delegierten, und das sind dort viele. Nach diesem Powermonat März wird man mehr wissen, aber vielleicht dauert es in diesem verrückten Wahljahr auch noch länger.

Schließlich sind noch 20 Prozent der befragten Republikaner unsicher, ob sie tatsächlich Trump wählen werden, falls dieser am 8. November gegen Clinton anträte. Das ergab eine Umfrage unter 800 wahrscheinlichen Republikaner-Wählern.

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Revolte auf dem Parteitag gegen Trump?

Vom 18. bis 21. Juli ist der Nominierungs-Parteitag der Republikaner in Cleveland, Ohio. Meist steht der Kandidat vor den jeweiligen Treffen schon fest, weswegen diese Parteitage den Ruf haben, nur noch reine Show-Veranstaltungen zu sein. Sollte sich allerdings kein Bewerber im Vorfeld eine absolute Mehrheit gesichert haben, würden die Delegierten hier den Kandidaten bestimmen. Dies könnte in diesem Jahr der Fall sein.

So ist es derzeit kaum vorstellbar, dass sich dann die Delegierten der unterlegenen Kandidaten hinter Trump stellen und ein gutes Fünftel der Wahlberechtigten wird vom Partei-Establishmant gestellt - klare Gegner einer Trump-Kandidatur. Es könnte also zu einem echten Showdown in Cleveland kommen. Und wenn Trump auch dort als Sieger hervorgeht und als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ins Rennen geht? Umfragen geben ihm bislang keine Chancen - weder gegen Hillary Clinton noch gegen Bernie Sanders.

Super Tuesday

Ergebnisse der Republikaner

Karte: Super Tuesday der Republikaner

Donald Trump gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Vermont und Virginia. Ted Cruz siegt in Oklahoma, Texas und Alaska. Marco Rubio hat in Minnesota die Nase vorn.

Ergebnisse der Demokraten

Karte: Super Tuesday der Demokraten

Hillary Clinton gewinnt in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Texas und Virginia, Bernie Sanders in Colorado, Minnesota, Oklahoma und Vermont.

Zahl der Delegierten

Am Super Tuesday ging es bei den Republikanern um mehr als 600 Delegierte und bei den Demokraten um rund 1.000. Auf dem Spiel standen bei beiden Parteien gut ein Fünftel der Delegiertenstimmen. Für den Gesamtsieg braucht ein Bewerber bei den Republikanern 1.237 Delegierte. Bei den Demokraten muss der Sieger mindestens 2.382 Delegierte auf sich vereinen.

Wie es jetzt weitergeht

Grafik

Die Vorwahlen ziehen sich noch bis Juni. Ein wichtiges Datum ist der 15. März, wenn sich die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien in fünf Staaten dem Votum der Wähler stellen, darunter Florida und Ohio. Bei den Republikanern werden die Delegierten ab Mitte März nicht mehr proportional zum Wahlergebnis vergeben, sondern gehen komplett an den Sieger in dem Bundesstaat.

(Quelle: afp, dpa)

Clinton auf der Zielgeraden

Bei den Demokraten dominierte Clinton deutlich in Alabama, Arkansas, Georgia, Tennessee, Texas und Virginia. Nachwahlbefragungen zufolge erhielt sie in den Südstaaten eine überwältigende Unterstützung durch afroamerikanische Wähler. In Massachusetts landete sie dagegen nur knapp vor ihrem Rivalen Bernie Sanders. Der linke Senator gewann seinen Heimatstaat Vermont sowie Colorado, Minnesota und Oklahoma.

Clinton hat etwa 1.055 Wahlmänner und Wahlfrauen auf ihrer Seite und Sanders mindestens 418, wenn man die sogenannten Superdelegierten hinzuzählt. Bei ihnen handelt es sich um Parteifunktionäre der Demokraten, die frei entscheiden können, wem sie beim Nominierungsparteitag im Sommer ihre Stimme geben. Viele von ihnen werden aber deutlich einem der beiden Lager zugerechnet. Sie machen gut 15 Prozent der Gesamtdelegierten aus. Das Sanders-Lager hält dieses System für ungerecht. Für die Nominierung zum offiziellen Kandidaten der Demokraten sind 2.383 Mandate nötig.

Stichwort: Primaries

Caucus und Primaries - der Unterschied

Im Vorwahlkampf wird in den USA darüber entschieden, wer für die Demokraten und Republikaner zur Präsidentschaftswahl am 8. November antritt. Gewählt wird in allen 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington und den Territorien der USA.

Bei Parteiversammlungen (caucuses) oder Vorwahlen (primaries) wird bis zum Sommer der Großteil der Delegierten für die Nominierungskongresse ausgesucht. Dort werden im Juli die Kandidaten für das Rennen ums Weiße Haus offiziell gekürt.

Der Unterschied: Ein Caucus wird von den Parteien organisiert, für Primaries sind die Bundesstaaten verantwortlich.

Bei den Primaries wird zwischen geschlossenen und offenen Vorwahlen unterschieden. Bei den "closed primaries" können nur registrierte Parteigänger von Demokraten oder Republikanern die Delegierten für die nationalen Nominierungsparteitage bestimmen. Bei den "open primaries" sind alle registrierten Wähler dazu berechtigt. In den meisten Staaten sind die Wahlgänge "offen".

(Quelle: dpa)

02.03.2016, Quelle: dpa, reuters, ap
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