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Virus WHO hebt Ebola-Notstand auf

BildEbola-Station in Guinea
Ebola-Behandlungsstation in Guinea am 26.02.2015

(Quelle: dpa)

VideoWHO: Sierra Leone ebolafrei
Menschen in Sierra Leone feiern das Ende der Ebola-Epidemie in ihrem Land

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ebola-Epidemie in Sierra Leone offiziell für beendet erklärt. Seit 6 Wochen ist dort keine Neuerkrankung mehr bekannt geworden.

(08.11.2015)

VideoDie Virenjäger - Seuchen auf der Spur
Fledermaus wird in Panama untersucht

Immer tiefer dringt der Mensch in unberührte Lebensräume vor, zerstört die Natur. Gleichzeitig nehmen Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, zu. Gibt es einen Zusammenhang?

(08.11.2015)

Die Weltgesundheitsorganisation hat den 2014 wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika ausgerufenen globalen Gesundheitsnotstand aufgehoben. Die Epidemie sei ungeachtet noch vereinzelt noch aufgetauchter Fälle erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden, so WHO-Chefin Chan. 

Chan folgte mit der Entscheidung einer Empfehlung internationaler Virus-Experten. Sie hatten über den Verlauf der im Dezember 2013 in Guinea ausgebrochenen Epidemie beraten. Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass unter anderem alle mit der Furcht vor Ebola verbundenen Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr aufgehoben werden könnten, sagte Chan. "Ich habe ihre Empfehlungen akzeptiert", fügte WHO-Chefin Chan hinzu.

Die WHO hatte erst nach wochenlangem Zögern im August 2014 den globalen Gesundheitsnotstand zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie ausgerufen. Damit konnten dann weltweit koordinierte Abwehrmaßnahmen gegen den damals bereits mit Abstand schwersten bisherigen Ebola-Ausbrauch eingeleitet werden.

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Ebola ist hoch ansteckend, sobald Patienten Symptome der Krankheit wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall aufweisen. Übertragen wird die Krankheit durch Körperflüssigkeiten. Bei der Ebola-Forschung stellte sich heraus, dass das Virus noch mindestens neun Monate im Sperma von Überlebenden fortleben und möglicherweise ansteckend bleiben kann. Auch in der Rückenmarksflüssigkeit oder im Auge von Patienten kann das Virus überleben.

Über 11.000 Tote

Die bislang schwerste Ebola-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976 hatte im Dezember 2013 in Guinea ihren Anfang genommen. Die Epidemie breitete sich anschließend auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus, einzelne Fälle gab es auch in Mali, Nigeria und dem Senegal.

Durch die Epidemie wurden laut WHO bei insgesamt rund 28.000 registrierten Fällen in mehreren Ländern etwa 11.300 Menschen getötet. Viele Experten gehen allerdings von höheren Opferzahlen aus. Zu Hochzeiten wurden wöchentlich hunderte Neuinfektionen registriert.

Die Ebola-Epidemie

Erste Fälle

Ein Monitor mit einer Darstellung des Ebolaviruses

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern weltweit. Je nach Ausbruch sterben daran nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 25 bis 90 Prozent der Patienten. Es gibt noch kein Heilmittel. Die ersten Symptome einer Ebola-Erkrankung ähneln einer Grippe. So leiden Patienten zum Beispiel unter Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. Wer eine Infektion überstanden hat, kann mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben. Seinen Ursprung hat das Ebola-Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt etwa zu erkrankten Affen oder Flughunden infizieren. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Im Jahr 1976 wurden in Nazra im Südsudan und in Yambuku in der Demokratischen Republik Kongo erstmals Erkrankungen durch das später als Ebola bekannte Virus registriert. Der Name stammt von dem in der Nähe der Ausbruchsorte gelegenen Fluss Ebola. Am 28. Dezember 2013 starb ein zweijähriger Junge in Guinea. Rückblickend gehen Forscher davon aus, dass er das erste Opfer der großen Ebola-Epidemie in Westafrika gewesen ist.

Ausbreitung der Epidemie

Afrika, Ebola, Karte

Im März 2014 verzeichnete das afrikanische WHO-Regionalbüro einen Ausbruch in Guinea. Alle Fälle traten in der Regenwaldregion (Gueckedou, Macenta und Kissidougou) des Landes auf. Noch im selben Monat meldete auch Liberia seinen ersten Ebola-Fall. Im Mai bestätigte das Gesundheitsministerium von Sierra Leone einen ersten Ebola-Fall.

Infizierte außerhalb Afrikas

Spanien - Plakat mit der Aufschrift Ebola

Anfang August 2014 wurde erstmals ein Infizierter nach Europa gebracht: Spanien flog den Geistlichen Miguel Pajares zur Behandlung ein. Er starb wenige Tage später. Ende des Monats wurde der erste deutsche Ebola-Patient zur Behandlung in die Uniklinik nach Hamburg-Eppendorf gebracht. Er gilt heute als geheilt. Ende September desselben Jahres wurde der erste bestätigte Ebola-Fall in den USA bekannt. Kurze Zeit später wurde die erste Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch außerhalb Afrikas gemeldet. Eine Pflegerin hatte sich in Spanien bei der Arbeit infiziert.

Kampf gegen Ebola

Bundeswehr startet ersten Ebola-Hilfsflug

Am 20. September 2014 nahm eine UN-Sonderkommission (UNMEER) zum Kampf gegen Ebola mit Hauptquartier in Ghana ihre Arbeit auf. Anfang Oktober startete die Bundeswehr eine Luftbrücke mit Hilfsgütern ins westafrikanische Ebola-Gebiet. Im Dezember 2014 waren 15 freiwillige Helfer des Deutschen Roten Kreuzes gegen Ebola im Einsatz, zwölf in Liberia und drei in Sierra Leone. In Liberia waren zusätzlich 16 Bundeswehrangehörige im Einsatz.

Erfolge und Rückschläge

Ebola in Liberia (Monrovia)

Ende Januar 2015 sank die Zahl der Neuinfektionen in allen drei Ländern auf unter 100. Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, sah "Licht am Ende des Tunnels". Doch bereits im März stieg die Zahl der Neuinfektionen in allen drei Ländern wieder auf über 150. Im Mai erklärte die WHO Liberia für Ebola-frei, nachdem in 42 Tagen (der doppelten Ansteckungszeit) kein Fall aufgetreten war. Doch in den folgenden Monaten gab es neue Infektionen. Im November wurde Sierra Leone für Ebola-frei erklärt, in Guinea gibt es seit Oktober keine neuen Fällen mehr. In Liberia wurden am 3. Dezember die letzten beiden bekannten Ebola-Patienten geheilt aus dem Behandlungszentrum entlassen.

(Quellen: dpa, kna)

29.03.2016, Quelle: dpa, afp
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