30.05.2016
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merkzettel

Frankreichs Präsident lässt Gnade walten Nach 50 Jahren Ehe-Hölle: Mörderin kommt vorzeitig frei

BildJacqueline Sauvage
Jacqueline Sauvage am 3.12.2015

(Quelle: dpa)

VideoGewalt in der Ehe
Screenshot

Gespräch mit Birte Rohles: In "Die Frau des Polizisten" thematisiert Regisseur Philip Gröning Gewalt in der Ehe. Wir haben mit Birte Rohles von Terre des Femmes über das Thema gesprochen.

(10.03.2014)

VideoGrafikvideo: Gewalt gegen Frauen
Grafikvideo: Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen kommt ganz unterschiedlich vor. Die Formen und Häufigkeiten macht das Video deutlich.

(25.11.2015)

Video"Häusliche Gewalt: Schuld ist der Täter"
Petra Söchting

"Gewalt gegen Frauen geht quer durch die Gesellschaft. Viele Frauen trauen sich nicht darüber zu sprechen und geben sich selbst die Mitschuld", so Petra Söchting, Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen".

(25.11.2015)

Fast 50 Jahre lang erlebte Jacqueline Sauvage eine Ehe-Hölle, wurde von ihrem Mann geschlagen und missbraucht. Dann erschoss sie ihn und wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nach einer Protestwelle und einem Appell ihrer Töchter darf sie vorzeitig nach Hause. 

Die wegen Mordes an ihrem Ehemann verurteilte Französin Jacqueline Sauvage darf das Gefängnis vorzeitig verlassen. Dies ordnete Präsident François Hollande an. Zwei Tage zuvor hatten ihn deren Töchter bei einem Treffen um eine Begnadigung ihrer Mutter gebeten.

Häusliche und sexuelle Gewalt

Gemäß der Verfassung kann der Staatschef entweder einen solchen Gnadenakt aussprechen oder eine Haftstrafe reduzieren. Nach fast 50 Jahre langer Ehe-Hölle aus häuslicher und sexueller Gewalt erschoss Sauvage im Jahr 2012 ihren Mann mit einem Gewehr. Die Töchter, die auch misshandelt wurden, berichteten, die Übergriffe hätten sich hinter verschlossenen Türen abgespielt. Die Familie habe sich durch die Gewalt zu erniedrigt gefühlt, um Hilfe zu holen.

Für die Tötung ihres Mannes wurde Sauvage im Dezember in zweiter Instanz zu zehn Jahren Haft verurteilt. Bald erhob sich aber eine Welle der Solidarität mit der 68-Jährigen: Frauengrupen, Politiker und Sympathisanten in ganz Frankreich machten sich für deren Begnadigung stark, Zehntausende unterschrieben eine entsprechende Petition.

Keine Begnadigung, aber vorzeitige Haftentlassung

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Dem Aufruf zur Begnadigung kam Hollande zwar nicht direkt nach. Doch erlaube sein Beschluss, dass Sauvage "unverzüglich" einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen könne, teilte sein Büro mit. "In Anbetracht einer außergewöhnlichen humanen Lage wollte der Präsident es Frau Sauvage ermöglichen, rasch zu ihrer Familie zurückzukehren, und zugleich die Justizbehörden respektieren." Die Schauspielerin Anny Duperey begrüßte die Entscheidung. Sie sei total erleichtert, sagte sie dem TV-Sender iTele.

01.02.2016, Quelle: ap
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