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Antarktis Ein gewaltiger Riss und seine möglichen Folgen

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Ein gewaltiger Riss im

In der Antarktis zieht sich ein gewaltiger Riss durch das Schelfeis. Wenn dieser sich fortsetzt, hat das extreme Folgen. Mehr dazu von ZDF-Wetterexperte Özden Terli.

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(19.08.2016)

von Özden Terli

In der Antarktis klafft ein gewaltiger Riss, Hunderte Meter tief und breit. Die Eisdecke links und rechts ist eben und flach - mittendrin ein Krater, der sich aus dem Nichts zu entwickeln schien. Wenn der Spalt größer wird, hat das extreme Folgen. 

Der Riss ist nicht neu, das Phänomen wird bereits seit längerem beobachtet. Der riesige Spalt im südlichen Teil des Eisschelfs Larsen C war schon 2010 nicht zu übersehen. In den darauffolgenden Jahren setzte sich der Riss aber fort - und das besonders schnell von August 2016 bis April 2017, wie  Bilder der NASA belegen.

Özden Terli

ZDF-Wetterexperte Özden Terli
Quelle: ZDF / Rico Rossival

Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich ein Koloss von einem Eisberg abtrennen wird. Die Größe entspricht der doppelten Fläche des Saarlandes. Der Eisberg ist eher flach wie eine Tafel und mehrere hundert Meter dick, wenn man den Teil des Eises unter dem Wasser einrechnet. Damit würde der größte jemals beobachtete Eisberg entstehen. Aber wann ist es soweit? Das kann derzeit niemand mit Gewissheit sagen. Möglich wäre es in der nächsten Woche oder erst in Monaten - es ist alles drin.

Anstieg des Meeresspiegels denkbar

Der Riss ist nach den jüngsten Satellitenaufnahmen auf 180 Kilometer angewachsen. Gut 16 Kilometer trennen den Riss noch vom offenen Meer - das spricht eher für einen kürzeren Zeitraum. Was danach passiert, ist noch schwieriger abzuschätzen. Der Eisberg könnte zerbrechen oder jahrelang treiben.

Risse im Schelfeis sind nichts Besonderes. Der Gletscher gleitet wegen seiner eigenen Schwerkraft auf dem Untergrund, er fließt den Berg hinab, dabei entstehen solche Risse und es brechen immer wieder Eisberge ab - der Gletscher "kalbt". Im Gegensatz zum Gletscher ist Larsen C, das Eisschelf, eine vorgelagerte Eisplatte, die auf dem Meer schwimmt.

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Dabei ist es eine natürliche Barriere für den Gletscher und drückt gegen das abfließende Gletschereis - dadurch existiert ein Art Gleichgewicht.

Riss nicht direkt auf Klimawandel zurückzuführen

Wissenschaftler befürchten, dass mit dem Abriss des Eisbergs das gesamte Eisschelf Larsen C destabilisiert wird und zusammenbricht. Dadurch wäre die Barriere nicht mehr vorhanden und der Gletscher würde schneller ins Meer "kalben". Die zusätzliche Eismenge, die dann ins Meer gelänge, trüge zum Anstieg des Meeresspiegels bei - und das um mehrere Meter innerhalb der nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte. Nicht jedoch das Eisschelf. Es hätte keinen Einfluss auf den Wasseranstieg selbst, da es bereits auf dem Meer schwimmt und dazugehört.

Der Riss wird nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt. Dennoch geht es dem Schelfeis an den Kragen. Einerseits aufgrund der erhöhten Temperaturen von oben, andererseits durch veränderte Meeresströmungen von unten. Und beides wird wiederum auf das veränderte Klima zurückgeführt.

21.04.2017
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