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Ernährung Deutsche stehen auf Pasta und Fleisch

VideoDeutsche mögen Pasta und Fleisch
Lebensmitteleinkauf im Supermarkt.

Die Deutschen lieben Pasta und essen gerne Fleisch. Das geht aus dem "Ernährungsreport 2016" hervor. Die Mehrheit der Befragten setzt auf Fleisch aus artgerechter Haltung und regionale Produkte.

(05.01.2016)

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Nur drei Prozent der Deutschen verzichten nach einer Umfrage ganz auf Fleisch und Wurst. Die absoluten Lieblingsgerichte aber sind Spaghetti, Spätzle und Co. Immerhin: Die Bereitschaft steigt, mehr Geld für Fleisch aus artgerechter Haltung auszugeben. 

Die Deutschen lieben Pasta und bleiben trotz gesundheitlicher Risiken eine Nation der Fleischesser. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa kommen bei vier von fünf Deutschen (83 Prozent) Fleisch und Wurst mehrmals in der Woche auf den Tisch - vor allem bei Männern und stärker in den neuen Ländern. Nur sechs Prozent der Frauen und lediglich ein Prozent der Männer geben an, nie Fleisch oder Wurst zu essen, wie aus dem am Dienstag in Berlin von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) vorgelegten "Ernährungsreport 2016" hervorgeht.

Im Trend liegen eine artgerechte Tierhaltung sowie Regionales: Fast alle Befragten wären bereit, für Fleisch aus tiergerechter Haltung mehr zu zahlen. 86 Prozent der Verbraucher sind für ein besseres Einkommen der Landwirte. Etwas mehr als drei Viertel legen zudem Wert darauf, dass die Lebensmittel aus der Region kommen.

Die Deutschen lieben Pasta

Insgesamt stehen Nudelgerichte hoch im Kurs: 35 Prozent nennen Spaghetti, Nudeln und Pasta als Lieblingsgericht - hinzu kommen noch 6 Prozent, die Lasagne angeben. Es folgen mit je etwa einem Viertel Gemüse- und Kartoffelgerichte sowie Fischgerichte einschließlich Lachs und Sushi (20 Prozent). Dahinter rangieren Salat (15 Prozent) und Pizza (14 Prozent). Unterm Strich kommen aber Fleisch- und Wurstgerichte in verschiedensten Formen - vom Braten und Schnitzel über die Roulade bis zur Currywurst - aber auf mehr als 70 Prozent. Bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich.

Schmidt sprach von einem "eigentlich ziemlich guten Befund". Gemeinsam mit Forsa-Chef Manfred Güllner bescheinigte der Minister den Deutschen bei ihrem Ess- und Konsumverhalten die Note 2 bis 3. Das Klassenziel sei erreicht, einige Werte müssten aber noch verbessert werden.

Schulfach Ernährungsbildung gefordert

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Mit Blick auf die wachsende Zahl übergewichtiger Menschen und vor allem dicker Kinder kritisierte Schmidt Wissenslücken in Sachen gesunder Ernährung. Er forderte erneut ein eigenes Schulfach Ernährungsbildung. Die Kultusminister müssten dies endlich als festen Bestandteil in die Lehrpläne aufnehmen. Auf Verpackungen solle zudem "draufstehen, was drin ist - und umgekehrt". Die Kennzeichnung müsse einfacher und klarer werden, sagte Schmidt und verwies auf ein "Dickicht" aus mehr als 2.000 Labels.

Eine sogenannte Lebensmittelampel mit den Farben Rot-Gelb-Grün beurteilte Schmidt allerdings skeptisch. Es seien tiefergehendere und differenziertere Informationen erforderlich als Farben für einfache Verhaltensregeln. Schmidt forderte zugleich ein Ende des "ruinösen Preiskampfes" mit hochwertigen Grundnahrungsmitteln. Vom Dumping profitierten weder Landwirte noch Verbraucher, sagte Schmidt.

Frauen ernähren sich gesünder

Ende Oktober hatten Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO Würstchen, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch als krebserregend eingestuft. Die Ergebnisse bestätigten geltende Gesundheitsempfehlungen, den Konsum von Fleisch zu begrenzen. Nach der Forsa-Umfrage, die im Oktober 2015 durchgeführt wurde, verzichten allerdings nur drei Prozent der Befragten auf Fleisch und Wurst. Insgesamt ernähren sich Frauen gesünder als Männer.

Auch im Zeitalter von Fast Food geben gut drei Viertel an, dass ihnen Kochen Spaß macht. Doch zwischen "gern tun" und "tatsächlich tun" klafft eine Lücke: Nur 41 Prozent kochen täglich. Ein gutes Fünftel der Befragten steht höchstens einmal pro Woche am Herd, gut die Hälfte greift nie zum Kochlöffel.

Trotz steigenden Angebots nutzt laut der Umfrage bisher kaum jemand (durchschnittlich weniger als 1 Prozent) die Möglichkeit, Lebensmittel im Internet zu bestellen und sich diese nach Hause liefern zu lassen. Aber jeder Fünfte nutzt das Smartphone und "googelt" beim Einkauf. Trotzdem fühle sich aber auch fast ein Viertel der Befragten (24 Prozent) weniger gut bis schlecht informiert über die Lebensmittel, die sie kaufen. 

Das gibt es vegan

Trend: Vegane Ernährung

Frau vor Gemüsestand

Fisch, Fleisch, Honig, Eier und Milch sind tabu: Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte. Das hört nicht beim Essen auf: Immer mehr Dinge gibt es daher inzwischen ebenfalls gänzlich vegan. Ein Überblick.

Supermarkt

Mit Veganz startete im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg vor einigen Jahren der erste vegane Supermarkt Deutschlands. Inzwischen können Tierfreunde auch in anderen Filialen der Kette in München, Leipzig oder Essen vegan einkaufen. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) verweist auf Daten der Gesellschaft für Konsumforschung: Demnach stieg der Umsatz mit Fleischersatzprodukten und pflanzlichen Brotaufstrichen von 2011 bis 2015 von 129 Millionen Euro auf 243 Millionen Euro. Einem BVLH-Sprecher zufolge sind die Steigerungsraten zwar hoch. Der Anteil der genannten Produkte am Lebensmittelumsatz liege aber lediglich bei 0,1 bis 0,2 Prozent.

Fitnessstudio

Dass Veganer sogar im Fitnessstudio aufpassen müssen, hätten wohl die wenigsten erwartet. Das "Berlin Strength" in der Hauptstadt ist aber ein gänzlich vegane Muckibude. Das bedeutet: Trainingsgeräte ohne Lederbezug und Energieriegel mit Soja. Pulver für vegane Proteinshakes gibt es auch andernorts längst, wie in der Facebook-Gruppe "Vegan Strength" - einem Zusammenschluss veganer Sportler - nachzulesen ist.

Stadtführungen

In Köln werden inzwischen Stadtführungen für Veganer angeboten. Die Sehenswürdigkeiten fallen allerdings etwas anders aus als bei einer klassischen Führung. Die Tour führt zu Restaurants, Lebensmittel- oder Klamottenläden. Das passt in den generellen Trend zu alternativen Stadtführungen fernab der klassischen Routen, den Tourismusbüros nach eigenen Angaben beobachten.

Tattoo-Studio

Auch beim Tätowierer ist der Bedarf an Einrichtungen für Veganer zunächst nicht offenkundig. Allerdings kann etwa rote Farbe von Blattläusen kommen, und auch die Vaseline für die Haut ist nicht immer tierfrei. So etwas wird daher im Studio "Herr Fuchs und Frau Bär" vermieden, ebenso wie im "Little Bird Tattoo" in Berlin.

Friseur

Ähnlich sieht es beim Friseur aus, wo Veganer sich vor Bienenwachs oder an Tieren getestetem Shampoo hüten müssen. Das Haarstudio Weinhönig in Berlin beispielsweise bedient diesen Markt. Wie viele Friseure das ähnlich halten, ist nach Angaben vom Zentralverband des Friseurhandwerks schwer zu sagen. Daten dazu lägen nicht vor.

Hotel

Rein vegane Hotels sind dem Hotelverband Deutschland zufolge noch selten. Eines ist das Veganalina im nordrhein-westfälischen Hamm - mit Bettwäsche ohne Daunen oder Seife ohne Tierversuche. "Immer mehr Verbraucher legen Wert auf ein gutes vegetarisches oder veganes Angebot", erklärt Vebu-Geschäftsführer Sebastian Zösch. "Dadurch steigen auch die Anforderungen an Gastronomen und Hoteliers."

Biergarten

Im veganen Biergarten "Wilder Hase im Nirgendwo" in Berlin sind Weißwurst und Brathähnchen tabu. Stattdessen gibt es tierfreie Brezeln mit Humus. Den Angaben zufolge ist er hierzulande noch der einzige seiner Art. Zumindest ein vegetarisches Pendant wurde aber schon in München gesichtet.

Erotik

Dass sogar Kondome tierische Bestandteile enthalten, wissen wohl die wenigsten. In Verhüterlis kann allerdings das Milcheiweiß Casein enthalten sein. Daher gibt es vegane Versionen. (dpa)

05.01.2016, Quelle: dpa
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