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merkzettel

IT-Sicherheit Erpresser-Virus "Locky" verbreitet sich rasant

BildComputerviren
Virusmeldung auf einem Computermonitor

(Quelle: imago)

VideoKlangkunst aus Spam-Mails
Screenshot

Anders Lang sammelt Spam-Mails und gewinnt der oft unfreiwillig komischen Trash-Post eine ganz eigene Art von Poesie ab. Die besten Texte hat er jetzt zu einem Hörbuch zusammengestellt.

(23.07.2015)

Ein aggressiver Erpressungs-Trojaner verbreitet sich aktuell weiter rasant vor allem auf Computern in Deutschland. Der Sicherheitsexperte Kevin Beaumont zählt derzeit 5.300 Neuinfektionen mit dem Windows-Trojaner "Locky" durch gefälschte E-Mails pro Stunde. 

Damit lag die Infektionsrate in Deutschland deutlich vor Ländern wie den Niederlanden (2.900) und den USA (2.700). Auch das Fraunhofer-Institut in Bayreuth zählte in dieser Woche zu den Opfern. Der Virus legte dort mehrere Dutzend PC-Arbeitsplätze lahm, indem er die Daten auf einem zentralen Server verschlüsselte und damit unbrauchbar machte.

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Mails in korrektem Deutsch

Die Erpresser-Mails werden inzwischen auch in korrektem Deutsch geschickt, berichtete Beaumont in einem Twitter-Beitrag. Die Mails werden mit einem Anhang verschickt und geben sich in der Regel als Rechnungen aus. Wie der Experte berichtet, hebelt der Trojaner auch Sicherheitseinstellungen in Microsoft Outlook aus.

Durch eine aktuell veränderte Verbreitungsmethode werde der Schädling auch von Antiviren-Programmen derzeit nicht erkannt. "Locky" ist "Heise online" zufolge auch in der Lage, sämtliche Daten zu sperren, die etwa mit einem Cloudspeicher oder über Netzwerke synchronisiert werden.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät, auf keinen Fall auf die Lösegeldforderungen einzugehen, sondern Anzeige zu erstatten. In vielen Fällen würden auch nach einer Zahlung die Daten nicht wieder entschlüsselt.

Sechs Tipps zum Umgang mit Spam

Spam-Filter lernen permanent weiter

Mail-Programm

Wurde eine Spam-Nachricht mal nicht erkannt, sollte diese zunächst als Spam markiert werden (zum Beispiel, indem sie in den Spamordner verschoben wird) und nicht direkt gelöscht werden. Denn durch jede als Spam gekennzeichnete Mail lernt das System etwas darüber, was für den individuellen Nutzer Spam ist und was nicht. So werden die persönlichen Spam-Filter im E-Mail-Postfach trainiert, empfehlen die IT-Spezialisten von "Web.de" und "GMX".

Mail-Adressen nicht überall angeben

E-Mail-Adressen sollten nicht unbekümmert öffentlich im Netz, wie zum Beispiel in Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken, veröffentlicht werden. Internet-Kriminelle gehen dort gezielt auf die Suche nach E-Mail-Adressen, denen sie Spam zusenden können.

Mehrere E-Mail-Adressen nutzen

Sinnvoll ist es auch, mehrere E-Mail Adressen für verschiedene Anwendungen zu nutzen. So kann beispielsweise eine E-Mail-Adresse für die Korrespondenz mit Freunden und Behörden genutzt werden, eine andere fürs Online-Shopping und eine dritte für die Reisebuchung oder Foren. Damit werden die Angriffsziele weiter verteilt und die persönliche Identität eines Bürgers beschränkt sich nicht nur auf eine einzige E-Mail-Adresse.

Nicht auf Spam-Nachrichten antworten

Auf Spam-Nachrichten sollte niemals geantwortet werden. Eine weitere Gefahr versteckt sich hinter Links, die eine mögliche "Abbestellung" von Spam-Nachrichten oder Newslettern vortäuschen, da diese oft gefälscht sind. Einem Abmelde-Link sollte man nur dann folgen, wenn der Absender bekannt und vertrauenswürdig ist. Besser ist es, die Homepage des Versenders zu besuchen und die Abbestellung dort vorzunehmen.

Vorsicht bei Rechnungen

Nutzer sollten kritisch bei eingegangenen Mails sein: Wer bei einem Anbieter beispielsweise keinen Vertrag hat, aber Rechnungen von ihm erhält, sollte dort zunächst nachfragen (oder online im entsprechenden Nutzerkonto nachsehen), statt Links in der Mail zu folgen oder Anhänge zu öffnen.

Links nicht arglos öffnen

Ein wachsames Auge im Umgang mit Mails und Links hilft ebenfalls. Diese sollten nicht arglos geöffnet beziehungsweise aufgerufen werden, warnend die IT-Spezialisten von "Web.de" und GMX". Im Zweifel sollte beispielsweise ein Link in einer Mail nicht angeklickt werden, sondern die URL des Absenders direkt in den Browser eingegeben werden.

(Quelle: ZDF, mit Material von "Web.de")

19.02.2016, Quelle: dpa
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