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Kinderlose Paare Ethikrat will Embryonenadoption zulassen und regeln

BildEmbryo
Embryo (Symbolbild)
VideoWo steckt Gentechnik drin?
Gentechnik im Essen: Viele wollen das nicht.

Gentechnik im Essen? 70 bis 80 Prozent der Deutschen lehnen das ab. Doch oft steckt Gentechnik drin, ohne dass wir das wissen. Verbraucherschützer fordern eine klare Kennzeichnung.

(10.07.2015)

Die Embryonenspende an ungewollt kinderlose Paare sollte nach Ansicht des Deutschen Ethikrats auch in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden. Notwendig seien jedoch klare gesetzliche Regelungen, erklärte die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Christiane Woopen. 

Bislang ist die Embryonenspende oder Embryonenadoption nicht ausdrücklich verboten. Grundsätzlich will der Gesetzgeber aber eine "gespaltene" Mutterschaft zwischen genetischer und rechtlicher Mutter verhindern. Seit 2013 nutzt das Netzwerk Embryonenspende eine rechtliche Grauzone und vermittelt zwischen Spender- und Empfängereltern. Bislang sei es zu 57 Spenden, 43 Transfers, 15 Schwangerschaften und sieben Geburten mit neun Kindern gekommen, so der Ethikrat.

Güterabwägung kommt zum Tragen

Das Gutachten betont, dass das Embryonenschutzgesetz eine gezielte Herstellung von Embryonen zum Zweck einer Embryospende verbietet. Nur bereits vorhandene Embryonen, die ungeplant nicht mehr auf ihre genetische Mutter übertragen werden könnten, sollten auf eine fremde Frau übertragen werden dürfen. Dann kommt eine Güterabwägung zum Tragen: Das Überleben des Embryos ist wichtiger als das Ziel, eine gespaltene Mutterschaft zu verhindern.

Das Gutachten weist auf offene familienrechtliche Fragen hin. So sollte klar geregelt sein, dass das Spenderpaar nach einem Embryotransfer keine Elternrechte und -pflichten mehr hat. Dem Kind soll das Recht auf Kenntnis seiner Abstammung zugesichert werden. Eine Embryonenadoption sollte nur dann erfolgen, wenn zwei Elternteile gemeinsam Verantwortung übernehmen - verheiratet oder in Lebenspartnerschaft.

Recht auf Wissen um Abstammung?

Zugleich drängt der Ethikrat den Gesetzgeber, die Herstellung von Embryonen auf Vorrat eindeutiger zu regeln. Die sogenannte Dreierregel werde unterschiedlich interpretiert. Damit entstehe eine größere Zahl überzähliger Embryonen, die möglicherweise später vernichtet werden. Für das Kind müsse es zudem ein Recht auf Wissen um seine Abstammung geben. Woopen führte aus, dass dies in einer Behörde wie dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben dokumentiert werden müsse.
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In einem Sondervotum warnen drei aus dem Bereich der katholischen Kirche stammende Ethikratsmitglieder vor einer Ausweitung der Embryonenspende. Sie könne eine schwere Hypothek für die Identität des Kindes bedeuten, schreiben der Augsburger Weihbischof Anton Losinger, der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff und der in Vallendar lehrende Ethiker Thomas Heinemann.

Embryonenadoption als Notmaßnahme?

Embryonenadoption sei nur als "Notmaßnahme" gerechtfertigt, da sie Embryonen vor der Vernichtung bewahre. Es müsse aber zuerst alles getan werden, um das Entstehen überzähliger Embryonen zu verhindern. Das Sondervotum drängt zudem darauf, eine Embryonenadoption nur Ehepaaren oder in eingetragener Lebenspartnerschaft lebenden Personen zu erlauben.

 

CRISPR/Cas9

Die Gen-Schere

Menscher Embryo im Frühstadium

Die Allround-Schere für die Bearbeitung von Genen war nach Einschätzung des Magazins "Science" der wissenschaftliche Durchbruch des Jahres 2015: Das erst wenige Jahre alte Verfahren ermöglicht es, das Erbgut sämtlicher Organismen - Bakterien, Pflanzen, Tiere und Menschen - einfach und effektiv zu verändern. Während zuvor jeweils spezielle Werkzeuge kreiert werden mussten, funktioniert CRISPR/Cas9 stets mit der gleichen Schere, die zusammen mit zwei einfachen Molekülen eine bestimmte Stelle in der DNA findet. So können Forscher Gene ausschalten, defekte DNA-Teile ersetzen oder neue Gensequenzen einfügen.

(Quelle: dpa)

22.03.2016, Quelle: kna
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