28.07.2016
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Alle Meldungen im Überblick

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Politbarometer zum EU-Gipfel Große Skepsis gegenüber der Türkei

InteraktivKlicken Sie sich durch die Zahlen!
Politbarometer vom 18. März 2016

(Quelle: ZDF)

Video
Politbarometer

Eine große Mehrheit der Deutschen bezweifelt die Verlässlichkeit der Türkei in der Flüchtlingsfrage. Auch der geplante Pakt zur Verteilung der Flüchtlinge wird überwiegend skeptisch bewertet.

(18.03.2016)

VideoZiel: Abkommen mit der Türkei
EU-Gipfel

Eine Lösung der Flüchtlingsfrage in Europa scheint nur mit der Türkei möglich zu sein. Die EU-Staats- und Regierungschefs diskutieren beim Gipfel deswegen über ein entsprechendes Abkommen.

(17.03.2016)

VideoMerkel hält an Flüchtlingskurs fest
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor dem EU-Gipfel mit der Türkei erneut für eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise geworben.

(16.03.2016)

Eine große Mehrheit der Deutschen bezweifelt die Verlässlichkeit der Türkei in der Flüchtlingsfrage. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. Auch der geplante Pakt zur Verteilung und Versorgung der Flüchtlinge wird überwiegend skeptisch bewertet. 

Mehr als drei Viertel (79 Prozent) aller Befragten bezweifeln, dass die Türkei in der Flüchtlingspolitik ein verlässlicher Partner ist. 14 Prozent sind gegenteiliger Ansicht (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden “weiß nicht“). Zudem lehnen es 80 Prozent ab, sich mit Kritik an Menschenrechtsverletzungen in der Türkei zurückzuhalten, um die Zusammenarbeit mit dem Land in der Flüchtlingskrise zu erleichtern. Nur 16 Prozent finden das angebracht.

Angela Merkel und Ahmet Davutoglu am 22.01.2016 bei einer Pressekonferenz in Berlin

64 Prozent der Befragten stehen dem EU-Türkei-Plan skeptisch gegenüber.
Quelle: dpa

Dem Plan, wonach die Türkei sechs Milliarden Euro für die Versorgung der Flüchtlinge erhält, zukünftig nach Griechenland kommende Flüchtlinge wieder zurücknimmt und die EU im Gegenzug entsprechend viele syrische Flüchtlinge direkt aus der Türkei aufnimmt, stehen dann auch 64 Prozent skeptisch gegenüber. 27 Prozent befürworten ihn. Nur 16 Prozent gehen davon aus, dass es innerhalb der EU zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Flüchtlinge kommen wird, eine Mehrheit von 81 Prozent glaubt das nicht.

Flüchtlingspolitik: Rückhalt für Merkel gestiegen

Links
Mehr zum Politbarometer
Die Meinungen über die Arbeit von Angela Merkel im Bereich Flüchtlinge und Asyl sind weiterhin geteilt, allerdings befürwortet nach 47 Prozent im Februar jetzt wieder eine knappe Mehrheit von 53 Prozent die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. 42 Prozent (Feb.: 50 Prozent) sind damit unzufrieden. In den eigenen Reihen unterstützen 68 Prozent ihren Kurs, 26 Prozent der CDU/CSU-Anhänger finden ihn schlecht.

Merkel und CSU-Chef Seehofer vertreten in der Flüchtlingspolitik unterschiedliche Standpunkte. Zwei Drittel (67 Prozent) glauben, dass sich hier eher die Kanzlerin durchsetzen wird, 28 Prozent setzen auf Seehofer. Auch bei den CDU/CSU-Anhängern herrscht eine ähnliche Erwartungshaltung (Merkel: 73 Prozent; Seehofer: 23 Prozent). Erstmals seit Dezember 2015 ist wieder eine Mehrheit (55 Prozent) der Meinung, Deutschland könne die vielen Flüchtlinge verkraften, 42 Prozent sehen das nicht so.

Projektion: AfD mit Bestwert

Landtagswahlen 2016: Frauke Petry (AfD)

Mit zwölf Prozent erreicht die AfD ihren besten Wert im Politbarometer.
Quelle: reuters

In der Woche nach den drei Landtagswahlen haben Grüne und AfD die größten Zugewinne, während CDU/CSU, SPD und Linke Verluste zu verzeichnen haben. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CSU/CSU auf 35 Prozent (minus eins), die SPD auf 23 Prozent (minus zwei) und die Linke auf acht Prozent (minus eins). Die Grünen könnten sich mit zwölf Prozent (plus zwei) deutlich verbessern, auch die FDP könnte leicht zulegen auf sechs Prozent (plus eins) und die AfD erreicht mit zwölf Prozent (plus zwei) ihren besten Wert im Politbarometer.

Die anderen Parteien erzielten zusammen vier Prozent (minus eins). Damit würde es bei zwei Koalitionspartnern nur für eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD reichen, von den politisch denkbaren Dreierbündnissen gäbe es nur eine Mehrheit für Schwarz-Grün-Gelb.

AfD: In der Wahrnehmung nach rechts gerückt

Mit 72 Prozent stufen jetzt deutlich mehr Befragte die AfD als rechte Partei ein, als dies noch im November 2015 (57 Prozent) der Fall war. 13 Prozent (Nov.II 2015: 18 Prozent) verorten sie in der Mitte und für acht Prozent (Nov.II 2015: acht Prozent) steht sie links. In der eigenen Anhängerschaft sehen 52 Prozent die AfD als rechte Partei, für 44 Prozent der AfD-Anhänger ist sie eine Partei der Mitte und zwei Prozent halten sie für “links“.

Wie sehr die AfD polarisiert, zeigt sich beim Ansehen der Partei auf der Skala von +5 bis -5. Bei den eigenen Anhängern mit 2,7 weit im positiven Bereich angesiedelt, erhält sie von den Anhängern aller anderen Parteien eine Bewertung tief im Negativbereich (CDU/CSU: minus 3,5; SPD: minus 4,1; Linke: minus 3,7, Grüne: minus 4,4, FDP: minus 3,7).

FDP: Öffnung für Koalitionen mit SPD und Grünen

56 Prozent fänden es gut, wenn sich die FDP für Koalitionen mit SPD und Grünen öffnen würde und das sieht auch eine Mehrheit der FDP-Anhänger (54 Prozent) so. Ein Drittel (33 Prozent) aller Befragten und 44 Prozent der FDP-Anhänger lehnen solche Regierungsbündnisse ab.

Top Ten: Klares Plus für Merkel

Angela Merkel am 16.03.2016

Angela Merkel wird wieder besser bewertet.
Quelle: dpa

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen wird weiterhin angeführt von Frank-Walter Steinmeier, er erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 2,2 (Feb.: 2,0) und kann sich damit erneut verbessern. Platz zwei hält Wolfgang Schäuble mit 1,9 (Feb.: 1,8) und auf Rang drei folgt Angela Merkel, die mit 1,8 (Feb.: 1,1) wesentlich besser bewertet wird als im Vormonat.

Ebenfalls deutlich zulegen kann Ursula von der Leyen, die jetzt auf 0,8 (Feb.: 0,3) kommt. Sigmar Gabriel wird mit 0,7 (Feb.: 0,7) beurteilt, 0,7 erhalten ebenso Thomas de Maizière (Feb.: 0,6) und Gregor Gysi (Feb.: 0,7). Heiko Maas verschlechtert sich mit 0,6 (Feb.: 0,7) leicht, Horst Seehofer erreicht unverändert 0,3 (Feb.: 0,3) und den letzten Platz nimmt wieder Sahra Wagenknecht mit minus 0,7 (Feb.: minus 0,7) ein.
Die Umfrage zum Politbarometer ...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 15. bis 17. März 2016 bei 1.205 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 35 Prozent, SPD: 23 Prozent, Linke: sechs Prozent, Grüne: 16 Prozent, FDP: sechs Prozent, AfD: zehn Prozent. Das nächste bundesweite Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 8. April 2016. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

18.03.2016
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