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Türkei Istanbul: Tote und Verletzte bei Anschlag

BildExplosion in Istanbul
Beamter der Spurensicherung am Tatort in Istanbul

(Quelle: reuters)

VideoSchwere Explosion in Istanbul
In dem bei Touristen beliebten Altstadtviertel Sultanahmet in Istanbul ist es zu einer schweren Explosion gekommen. Nach Medienberichten soll es mehrere Opfer geben.

In dem bei Touristen beliebten Altstadtviertel Sultanahmet in Istanbul ist es zu einer schweren Explosion gekommen. Nach Medienberichten soll es mehrere Opfer geben.

(12.01.2016)

Bei einem Terroranschlag in Istanbul sind mindestens zehn Menschen getötet worden. 15 weitere Menschen seien bei der Detonation in der größten Stadt der Türkei verletzt worden, so der Gouverneur. Nach ZDF-Informationen sind Deutsche unter den Verletzten. Das Auswärtige Amt rät, Menschenansammlungen zu meiden. 

Nach dem Anschlag in der türkischen Millionenmetropole Istanbul hat die Regierung eine Nachrichtensperre verhängt. Zur Begründung teilte die Medienaufsicht RTÜK mit, ein solcher Schritt sei laut Gesetz möglich, wenn er der "nationalen Sicherheit" diene.

Erdogan: Syrischer Selbstmordattentäter

Der Anschlag wurde nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan von einem syrischen Selbstmordattentäter verübt. Das sagte Erdogan in Ankara bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Zu der Detonation kam es in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei. Die Explosion um 10.20 Uhr (Ortszeit/9.20 MEZ) war noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören. Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab.

Das Sultanahmet-Viertel in Istanbul

Der Stadtteil Sultanahmet in Istanbul gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Türkei für Touristen aus aller Welt. Benannt ist er nach Ahmet I., der als Sultan von 1603 bis 1617 über das Osmanische Reich herrschte. Das Altstadtviertel liegt auf einer Halbinsel im europäischen Teil Istanbuls. Hier befand sich auch das Zentrum des historischen Konstantinopels.

In der Nähe des zentralen Sultanahmet-Platzes stehen mit der Blauen Moschee, der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auf dem Platz steht auch der Deutsche Brunnen, der im Andenken an einen Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. in Istanbul im Jahre 1898 errichtet wurde. 1985 erklärte die Unesco das Viertel zum Weltkulturerbe.

Eine dpa-Reporterin wurde an der Absperrung daran gehindert, Fotos vom Ort der Detonation zu machen. Die Polizisten verlangten ihren Presseausweis, um ihn zu überprüfen. Eine Moderatorin von CNN Türk sagte, wegen der Nachrichtensperre könne der Sender nur noch eingeschränkt berichten. Das Auswärtige Amt in Berlin kann noch nicht sagen, ob deutsche Touristen unter den Opfern sind. Das Generalkonsulat in Istanbul bemühe sich um Aufklärung und stehe in engem Kontakt mit den türkischen Behörden. Deutsche sind die größte Urlaubergruppe in der Türkei.

Deutsche unter den Verletzten

Nach ZDF-Informationen sind Deutsche unter den Verletzten, CNN Türk will wissen, dass es sich um sechs Deutsche handelt. Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Urlaubern "dringend", alle Menschenansammlungen in der Millionenstadt zu meiden. Die Reisehinweise auf der Homepage des Ministeriums wurden entsprechend aktualisiert.

Weitere Links zum Thema
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im abgelaufenen Jahr mehrere Anschläge in der Türkei verübt. Touristen waren allerdings bislang kein IS-Anschlagsziel. Im Südosten des Landes läuft außerdem eine Offensive der türkischen Streitkräfte gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die damit gedroht hat, den Konflikt auch in den Westen der Türkei zu tragen. Die PKK greift aber in der Regel staatliche Einrichtungen an und ist bemüht, ihr Verhältnis zu westlichen Ländern zu verbessern.

Karte

Anschlagsort in der Nähe von Touristenattraktionen

Infokarte Istanbul

Millionenmetropole Istanbul

Karte der Türkei mit Istanbul

12.01.2016, Quelle: dpa
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