30.05.2017

BVB trennt sich von Trainer Thomas Tuchel

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merkzettel

Akademischer Nachwuchs Fast keine unbefristeten Jobs an Unis

BildJunge Wissenschaftlerin
Frau mit Schutzbrille an einem Gerät im Labor

(Quelle: picture alliance / blickwinkel)

VideoGehirne für Forschung
Gehirn

3000 menschliche Gehirne wurden der Universität von Antwerpen übergeben. Das ungewöhnliche Geschenk könnte die Forschung an psychiatrischen Problemen in großen Schritten voranbringen.

(24.08.2016)

Fast alle Nachwuchswissenschaftler an deutschen Hochschulen und Forschungsinstituten sind befristet angestellt. 2014 waren es 93 Prozent. Das geht aus dem Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs hervor. An nicht zu Hochschulen gehörenden Forschungseinrichtungen waren es 84 Prozent. 

Der Gesamtanteil der Befristungen stieg laut dem Bericht seit 2000 an. Demnach gebe es "problematische Arbeitsbedingungen" in einem generell attraktiven Arbeitsumfeld. Die Quote der auf Zeit angestellten Beschäftigten in anderen Sektoren sei viel niedriger.

Die Zahl der hauptberuflich an den Hochschulen beschäftigten wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchskräfte unter 45 Jahren erhöhte sich von 2000 bis 2014 um 76 Prozent: von 82.400 auf 145.000. Großen Anteil daran hatten Promotionsstellen und andere Posten, die durch Drittmittel von Unternehmen oder auch Stiftungen finanziert werden. Dieser Umstand trägt laut Kommission auch zum Problem mit den Befristungen bei.

GEW spricht von "Befristungsunwesen"

Gerade Drittmittel würden praktisch ausschließlich für befristete Forschungsprojekte bereitgestellt, heißt es in dem Bericht. Aber auch der Anteil der Befristungen bei staatlich bezahlten Nachwuchsstellen sei stark gestiegen - von 63 Prozent im Jahr 2000 auf 75 Prozent in 2014.

Der Bundesbericht ...

... Wissenschaftlicher Nachwuchs wurde an Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und Brandenburgs Forschungsministerin Martina Münch (SPD), die die Länder vertrat, übergeben. Er wird alle vier Jahre von einer unabhängigen Kommission erstellt, um die Situation an den Unis zu überprüfen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) übte scharfe Kritik und sprach von einem "Befristungsunwesen" an den Universitäten. Es sei "unfair" und untergrabe die Kontinuität und Qualität von Forschung und Lehre, erklärte sie in Frankfurt am Main. Der Nachwuchs übernehme den Löwenanteil der Arbeit an den Unis. Wissenschaftliche Mitarbeiter geben Lehrveranstaltungen und betreiben Forschung.

Auch der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, äußerte sich ernüchtert. "Wir verschenken enorme Potenziale, indem wir immer noch vielen Menschen keine guten Perspektiven im Wissenschaftssystem bieten", teilte er in Berlin mit. Ein Gegenmittel gegen Befristungen sei mehr Geld für die deutschen Hochschulen.

Für die Grünen erklärte Bildungsexperte Kai Gehring, das deutsche Wissenschaftssystem werde "dem Anspruch fairer statt prekärer Wissenschaftskarrieren weiter nicht gerecht". Es brauche "weitere Initiativen für planbare Karrierewege". Die Linkenpolitikerin Nicole Gohlke kritisierte, die Bundesregierung lasse "die Nachwuchswissenschaftler dauerhaft in Unsicherheit".

Wanka verweist auf Gesetz gegen Befristungen

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Bundesbildungsministerin Wanka erklärte, die Investitionen in den wissenschaftlichen Nachwuchs zahlten sich aus. So hätten Bund und Länder das Tenure-Track-Programm auf den Weg gebracht, um die Karrierechancen des Nachwuchses zu verbessern. Dabei werden Professuren auf Lebenszeit nach einer Bewährungszeit vergeben. Zudem sei "Fehlentwicklungen in der Befristungspraxis" mit einer Gesetzesreform entgegengetreten worden, betonte sie.

Auf die starke Zunahme der aus Drittmitteln finanzierten Nachwuchsstellen hatte auch die Expertenkommission Forschung und Innovation hingewiesen. Sie hatte erst am Mittwoch ihre Jahresgutachten zum deutschen Hochschulsystem vorgelegt. Demnach stieg die Zahl dieser Nachwuchsstellen von 2005 bis 2015 fast um das Doppelte auf 71.300 - und damit sehr viel stärker als die Zahl der Studenten insgesamt oder auch der Professorenstellen.

16.02.2017, Quelle: afp
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