27.06.2016
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merkzettel

Prozess vor dem Aus FBI lässt "dritte Partei" iPhone knacken

BildProtest gegen Entschlüsselung
FBI will iPhone ohne Apple knacken

Viele Kritiker sehen in dem Streit zwischen Apple und dem FBI einen Stellvertreterkrieg. Es geht um die Grundsatzfrage, wie leicht Ermittler künftig an Daten von Verdächtigen kommen können.

(Quelle: reuters)

VideoFBI: San-Bernardino-Täter radikalisiert
Die Täter der mutmaßlichen Terrorattacke von San Bernardino waren nach Angaben des FBI schon seit einiger Zeit radikalisiert. Der Ehemann soll mehrmals auf einem Schießsstand trainiert haben.

Die Täter der mutmaßlichen Terrorattacke von San Bernardino waren nach Angaben des FBI schon seit einiger Zeit radikalisiert. Der Ehemann soll mehrmals auf einem Schießstand trainiert haben.

(08.12.2015)

VideoSan Bernardino: Schießerei war Terrorakt
Das FBI geht bei der Schießerei von San Bernardino inzwischen von Terrorismus aus.  Die mutmaßliche Täterin habe dem IS die Treue geschworen, eine Verbindung sei aber zunächst nicht gefunden worden.

Das FBI geht bei der Schießerei von San Bernardino inzwischen von Terrorismus aus. Die mutmaßliche Täterin habe dem IS die Treue geschworen, eine Verbindung sei aber zunächst nicht gefunden worden.

(05.12.2015)

Muss Apple eine Entschlüsselungs-Software schreiben, damit das FBI das iPhone des Attentäters von San Bernardino auslesen kann? Der Prozess um diesen Streit steht nun überraschend vor dem Aus - weil ein Dritter das Smartphone knacken könnte. 

Im Rechtsstreit der US-Regierung mit Apple über die Entschlüsselung eines iPhones zeichnet sich eine überraschende Wende ab. Der Prozess steht vor dem Aus, weil die Staatsanwaltschaft auf die bislang geforderte Hilfe des Konzerns womöglich gar nicht mehr angewiesen ist. Nach wochenlangem juristischem Schlagabtausch gaben die Strafverfolger plötzlich bekannt, dass es eine andere Möglichkeit geben könnte, Zugriff auf die Daten eines - im Zuge von Terrorermittlungen wichtigen - iPhones zu erhalten. Ihren Angaben zufolge präsentierte erst am Sonntag eine nicht näher beschriebene "dritte Partei" eine Methode, um das Smartphone zu knacken. Sie soll nun getestet werden. Das zuständige Gericht genehmigte daher die Verschiebung einer für Dienstag angesetzten Anhörung. Das Justizministerium kündigte eine Unterrichtung des Gerichts für den 5. April an.

Apple sollte Software zur Entschlüsselung schreiben

Sollte die neue Methode funktionieren, wäre ein Ende des Prozesses wahrscheinlich, der ansonsten wohl bis vor dem Obersten Gerichtshof ausgefochten worden wäre. Ein Apple-Vertreter sagte, das Unternehmen habe keine Kenntnis von der angeblichen neuen Entschlüsselungsmethode, zu der das Ministerium keine Details lieferte. Die Regierung habe zu keiner Zeit darauf hingedeutet, dass sie sich um eine derartige Lösung bemühe, fügte der Manager hinzu.

Weitere Links zum Thema
Das iPhone wurde von einem der islamistischen Attentäter genutzt, die im Dezember bei einem Anschlag in San Bernardino 14 Menschen töteten. Das FBI untersucht, ob die Angreifer mit der Extremisten-Miliz IS in Kontakt standen. Bislang wollte das Justizministerium zu diesem Zweck Apple per Gerichtsurteil zwingen, eine neue Software zu schreiben, um den Passwort-Schutz für das iPhone auszuhebeln. Apple wehrt sich gegen die Anordnung und spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall, der eine Hintertür schaffe, die von Kriminellen und Regierungen missbraucht werden könne. Andere Technologiekonzerne wie Google, Facebook, Microsoft und AT&T stellten sich hinter Apple.

"Problem nur aufgeschoben"

Nach Einschätzung von Juristen zeigt der Vorstoß des Justizministeriums, dass dieses eine Prozessniederlage fürchtet. Viele Technologiefachleute bezweifelten, dass die Regierung auf die verlangte Unterstützung Apples zwingend angewiesen sei, sagte der Computersicherheitsexperte Matt Blaze von Universität von Pennsylvania. Der Juraprofessor Orin Kerr von der George-Washington-Universität vermutet, dass das Ministerium nun auf Zeit spielt. "Das Problem verschwindet nicht", sagte er. "Es wird nur ein oder zwei Jahre aufgeschoben." 

22.03.2016, Quelle: reuters
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