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Cyberkriminalität Schlag gegen Kriminelle im Darknet

BildDarknet
Darknet Symbolbild

Neben deutschen Fahndern haben sich auch Polizisten in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland an der Razzia beteiligt.

(Quelle: ZDF/Peter Welchering)

VideoHacker mit Lizenz
Screenshot

Polizei und Steuerfahnder lernen Cyberkriminalität: Die Mitarbeiter von Bundes- und Landeskriminalämtern sowie Steuerfahnder studieren in Workshops mit Praxisübungen, wie Cyberkriminelle vorgehen.

(19.05.2015)

Bei einer internationalen Razzia gegen Betreiber und Nutzer illegaler Internet-Plattformen sind mehrere Verdächtige gefasst worden. Die Ermittlungen richteten sich gegen den Handel mit Waffen, Drogen und gefälschten Ausweisen, aber auch gegen illegale Streamingdienste und die Verbreitung von Schadsoftware. 

An den Ermittlungen waren neben deutschen Fahndern auch Polizisten in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland beteiligt. Die Fahnder stellten zahlreiche Computer, Speichermedien, Waffen und Bargeld sicher. Neun Verdächtige wurden festgenommen. Außerdem wurden 69 Wohnungen und Firmenräume durchsucht, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) mitteilten. Das BKA und die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft sprachen von einem "bedeutenden Schlag gegen die deutschsprachige Underground-Economy-Szene".

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Bosnier ist Hauptverdächtiger

Hauptverdächtiger ist ein 27-jähriger Bosnier, der am vergangenen Mittwoch in Bosnien-Herzegowina festgenommen wurde. Er soll seit 2012 als Chef-Administrator eine Schlüsselrolle beim technischen Betrieb der Untergrund-Foren gespielt haben. Außerdem gingen den Fahndern zwei weitere mutmaßliche Administratoren ins Netz: ein 21-Jähriger aus dem Münsterland und ein 29-Jähriger aus Niedersachsen. Bei beiden handelt es sich den Behörden zufolge um Deutsche. Ebenfalls festgenommen wurde drei Männer aus Niedersachsen im Alter von 19 bis 28 Jahren, die Drogengeschäfte über die Handelsplattformen abgewickelt haben sollen. Bei zweien von ihnen stellten die Fahnder 36 Kilogramm Amphetamin, 2,3 Kilogramm Ecstasy, 1,5 Kilogramm Kokain und zwei Kilo Haschisch im Verkaufswert von 250.000 Euro sicher. Die internationale Aktion lief am Dienstag und Mittwoch in der vergangenen Woche.

Die "ZIT"

Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität (ZIT) in Gießen kümmert sich seit 2010 um besonders schwere oder komplexe Internetstraftaten. Dabei arbeiten die dortigen Staatsanwälte und Polizisten mit Spezialisten des Bundeskriminalamtes (BKA) und der Landeskriminalämter zusammen. Neben größeren Fällen in Hessen führt die ZIT auch Cybercrime-Ermittlungen, die zunächst nicht regional zugeordnet werden können. Auch bei bundesweiten Großverfahren gegen eine Vielzahl von Tätern ist sie erster Ansprechpartner des BKA. Zudem berät die Zentralstelle die Politik in Fragen der Internetkriminalität.

Im Darknet können sich Internetnutzer unerkannt bewegen. Dieser Bereich des Internets wird auch von Kriminellen genutzt. Sie setzen dabei Werkzeuge zur Verschleierung ihrer Datenspuren an, die auch von Menschen verwendet werden, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben.

Darknet

Was ist das Darknet?

Das Internet und das World Wide Web sind eigentlich als offene Dienste konzipiert, in dem jeder mit jedem Daten austauschen kann. Im "Darknet" (englisch für: Dunkles Netz) werden wie in einer Art Paralleluniversum abgeschirmte Verbindungen hergestellt, auf die man von außen nicht ohne weiteres zugreifen kann. In der Regel benötigt man eine Einladung, um Zugang zu einem Darknet zu erhalten.

Wie hat sich das Darknet entwickelt?

Traditionell gibt es eine enge Verbindung zwischen illegalen Tauschbörsen und dem Darknet. Dort werden heute auch gestohlene Zugänge zu Videodiensten wie Netflix und Amazon, aber auch erbeutete Kreditkartenummern oder PayPal-Zugänge offeriert. In dem abgelegen Winkel des Internets geht es aber auch um gravierende Straftaten wie illegalen Drogen- oder Waffenhandel.

Wie funktioniert das technisch?

Für den Zugriff auf das "Netz der Finsternis" verwenden viele Anwender das "Tor"-Netz. "Tor" wird allerdings auch von denjenigen benutzt, die ein völlig legitimes Interesse an einer geschützten Kommunikation haben, etwa Menschenrechtsaktivisten oder User in Unrechtsstaaten. "Tor" steht für "The Onion Router" und wird als freie offene Software angeboten, mit der man sich einen verschlungenen Weg durch Tausende Computer von Freiwilligen suchen kann. Die Daten werden von einer Verschlüsselung nach der anderen umhüllt und wieder befreit, daher der Namensvergleich mit der Zwiebel. Überwacher können kaum rekonstruieren, woher der Aufruf einer bestimmten Website stammte.

(Quelle: dpa)

29.02.2016, Quelle: dpa, afp
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