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Kinotipp Trumbo: Drama um Hollywoods schwarze Liste

Dalton Trumbo war ein eigenwillig begabter Schriftsteller und Drehbuchautor. Er war auch das, was man damals in den USA einen "Kommunisten" nannte. Seine scharfe Zunge machte ihm Feinde in der Politik und brachte ihn hinter Gitter. Regisseur Jay Roach hat sein Leben verfilmt, heute kommt "Trumbo" ins Kino. 

Dalton Trumbo (1905-1976) hielt mit seiner Meinung über die offizielle amerikanische Politik nicht hinter dem Berg. Und er hatte eine scharfe Zunge. Dafür geriet er ins Visier des "House Un-American Activities Committee", besser bekannt als die Spielwiese von Scharfmachern wie Senator Joseph McCarthy. Trumbo saß dafür eine Zeitlang im Gefängnis und kam auf die berüchtigte "Blacklist". Das bedeutete: keine Arbeit in Hollywood und Ächtung im ganzen Land.

Komödie statt Abrechnung

Wenn jemand einen Film über Dalton Trumbo macht, so wäre zu vermuten, dass es sich dabei um eine bitterernste Abrechnung mit dem politischen System und dessen Verirrungen in den späten 1940er- und 1950er-Jahren handelt. Weit gefehlt. Der Regisseur von "Trumbo" (ab 10. März im Kino) ist Jay Roach, der durch die "Austin Powers"- und "Meet the Parents"-Filme bekanntwurde.

Kein Filmemacher also, an den man gleich gedacht hätte, wenn es um
Trumbo und die "Blacklist" geht. Doch Roach hat dem Projekt nicht geschadet. Ebenfalls nicht geschadet hat die Besetzung der Hauptrolle mit dem "Breaking Bad"-Star Bryan Cranston. Beide haben sich zu einer Komödie über Trumbo und die Blacklist - und, nicht zu vergessen, über die Hollywood-Studios - zusammengetan. Daraus resultiert ein Film, der gut unterhält, ohne die Realität unter den Teppich zu kehren.

Flickenteppich aus Fakt und Fiktion

"Trumbo" ist keine Biografie im herkömmlichen Sinne. Eher könnte man den Film einen Flickenteppich aus Fakt und Fiktion nennen. Er berichtet ziemlich unbekümmert von einem Mann, der durch seine Romane und Drehbücher als Autor berühmt wurde und brillant zu erzählen verstand. Er zeigt aber auch den Familienvater, der sich ins Badezimmer einsperrte, um dem Lärm der Kinder zu entgehen, und den Patrioten, der mit seiner kompromisslosen politischen Haltung vielen ein Vorbild war.

Der Film handelt von den Feinden, die sich Trumbo in der Öffentlichkeit und unter den Kollegen in Hollywood gemacht hat, aber auch von unverbrüchlichen Freundschaften und - oft versteckter - Hochachtung. Historische Ereignisse und Figuren kommen und gehen, so die einflussreiche Klatschjournalistin Hedda Hopper (bunt aufgetakelt: Helen Mirren) und der B-Movie-Produzent Frank King (John Goodman), der geächtete Autoren nicht deshalb beschäftigte, weil er ein Unrecht wiedergutmachen wollte, sondern weil er deren Arbeit besonders billig kaufen konnte. Man muss sich bei Roachs Film daran gewöhnen, die historische Wahrheit aus einer Fülle kurioser Episoden herauszufiltern.
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Prominent besetzt bis in die Nebenrollen

Offensichtlich hatte Roach schon bei der Besetzung der Nebenrollen eine Menge Spaß. Hollywood-Stars wie John Wayne, Kirk Douglas und Edward G. Robinson paradieren da vorbei und dürfen zeigen, wes Geistes Kind sie sind. Oder der MGM-Gründer Louis B. Mayer und der hochbegabte österreichische Glatzkopf Otto Preminger. Die mehr oder weniger bekannten Darsteller von heute, die sie verkörpern, bekommen alle einen Festtag voller Karikatur-Laune dafür.

Dass hinter dem Aufmarsch der Furchtsamen und der Standhaften die harte Realität nicht verloren geht, ist dem Film hoch anzurechnen. Unübersehbar deutlich wird, wie Trumbo darunter gelitten hat, sich jahrelang hinter Pseudonymen verstecken zu müssen, und dass sogar eine dieser fiktiven Personen mit einem "Oscar" ausgezeichnet wurde, der eigentlich ihm, dem zum Schweigen Verurteilten, zugestanden hätte. Und der Film zeigt auch, wie viel es für Trumbo bedeutete, als Douglas und Preminger schließlich Manns genug waren, um seinen Namen in den Vorspann von "Spartacus" zu setzen.

Für den Stil des Films ist es allerdings bezeichnend, dass kein Raum bleibt für die mit Trumbos Herzblut geschriebene Antikriegsgeschichte "Johnny zieht in den Krieg" (1971). Man kann es den Beteiligten mit einem lachenden und einem weinenden Auge verzeihen.

10.03.2016, Quelle: Franz Everschor, kna
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