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Interview zu Afghanistan "Geld und Truppen reichen nicht"

BildJugendliche in Afghanistan
Jugendliche in Afghanistan

(Quelle: dpa)

VideoAnschlag auf Moschee
Ein bewaffneter Polizist steht vor einer Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul.

Bei einem Anschlag auf ein schiitisches Heiligtum in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff.

(30.03.2016)

VideoHilfspaket für Afghanistan
Der Afghanische Präsidemt Ghani und EU-Rats-Vorsitzender Tusk im Gespräch.

Die Afghanistan-Geberkonferenz in Brüssel hat Hilfen in Höhe von 13,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 beschlossen. Im Gegenzug werden von dem Land allerdings stärkere Reformanstrengungen verlangt.

(05.10.2016)

Auch Jahre nach dem Rückzug der Amerikaner kommt Afghanistan nicht zur Ruhe und bleibt ein Land der Extreme. "Vor allem die Jugend braucht neue Perspektiven, sonst wird man sich weiter radikalisieren oder fliehen", sagt Reinhard Erös von der Kinderhilfe Afghanistan im heute.de-Interview. 

heute.de: Wie können wir uns das Leben in Afghanistan vorstellen?

Dr. Reinhard Erös ...
Reinhard Erös

... wurde 1948 geboren und ist Oberstarzt der Bundeswehr a.D. Erös ließ sich Mitte der 1980er Jahre von der Bundeswehr unbezahlt beurlauben, zog mit seiner sechsköpfigen Familie in die Grenzstadt Peshawar, um während der russischen Invasion die Bevölkerung in den Bergdörfern Ost-Afghanistans ärztlich zu versorgen. Parallel baute seine Frau Annette Erös eine erste Schule für Flüchtlingskinder auf. 1998 gründeten sie die Kinderhilfe Afghanistan, die aus Spendengeldern mehrere Dutzend Schulen, Waisenhäuser und Krankenstationen baute, an denen rund 1.500 Menschen Arbeit und Brot finden. Gemeinsam mit ihren fünf erwachsenen Kindern führen Reinhard und Annette Erös die Organisation ehrenamtlich.

Reinhard Erös:
Seit 40 Jahren herrschen in diesem landschaftlich und kulturell traumhaft schönen Land Krieg und Bürgerkrieg. Es ist eher ein kleines Land mit zwar nur 30 Millionen Einwohnern, aber einem Dutzend unterschiedlicher Ethnien und Sprachen. Ein Land der Gegensätze: mittelalterliche patriarchale Stammesstrukturen in den ländlichen Gegenden, westliches Großstadtleben in der Hauptstadt. Ungeheurer Reichtum findet sich neben unvorstellbarer Armut. Was fehlt, ist eine gebildete Mittelschicht, wie wir sie aus Deutschland kennen. Es fällt mir oft schwer, Afghanistan mit Begriffen zu beschreiben, die bei uns eine selbstverständliche Bedeutung haben.

heute.de: Haben Sie Beispiele?

Erös: Begriffe wie Schule oder Polizist sind in Deutschland mit bestimmten Standards und Vorstellungen verbunden. Es gibt in Afghanistan natürlich auch "richtige" Schulen in stabilen Häusern mit Lehrern, die regelmäßig unterrichten. Als Schule bezeichnet man aber auch einen Baum, an dessen Stamm eine Pappe als Tafel geheftet ist. Ab und an unterrichtet dort ein alter Mann mit weißem Bart, und 200 Kinder sitzen davor auf dem Boden und teilen sich zu fünft einen Stift. Oder das Beispiel Polizist: Bei uns benötigt jemand hierfür Abitur oder einen guten Realschulabschluss. Die Ausbildung dauert drei Jahre. In Afghanistan sind Polizisten häufig Analphabeten. Sie werden meist nur wenige Wochen ausgebildet. Bei einer Umfrage der UNO bezeichnen 80 Prozent der Afghanen ihre Polizei als ungebildet, inkompetent, korrupt und kriminell.

heute.de: Sie sind seit Mitte der 80er Jahre in Afghanistan aktiv. Wie hat sich das Land verändert?

Erös: Damals herrschte Krieg, und jeder Neunte hat diesen Krieg nicht überlebt. Rund die Hälfte der Bevölkerung war aus den Dörfern geflohen. Die Männer haben ihre Familien nach Pakistan gebracht oder nach Iran - dann kehrten sie zurück und kämpften gegen die Sowjetarmee. Heute ist es anders herum: Nun fliehen die Männer und lassen die Familien zurück.

heute.de: Sie fliehen aus wirtschaftlichen Gründen?

Erös: Der Gedanke liegt nah. Wenn ich fliehe und meine Familie zurücklasse, dann kann es nicht so gefährlich sein. Das wird recht selten thematisiert, aber es ist so. Afghanistan hat eine dramatisch hohe Arbeitslosigkeit. Daher kommen fast nur kräftige Jünglinge - oft unter 18 Jahren - von den Familien beauftragt zu uns, um hier Geld zu verdienen und damit zu Hause ihre Familien zu ernähren.

heute.de: Die Diskussion um Afghanistan als sicheres Herkunftsland ist ja brandaktuell ...

Erös: Bislang konnte mir noch niemand klar definieren, was ein sicheres Herkunftsland ist. Wenn man Afghanistan mit Syrien vergleichen würde - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, zu Schaden zu kommen? In den letzten vier Jahren sind in Syrien rund 300.000 Menschen ums Leben gekommen, in Afghanistan wahrscheinlich 8.000 bis 9.000. Sind die USA oder Südafrika ein sicheres Herkunftsland bei fast 20.000 Morden pro Jahr?

heute.de: Aber was ist mit den Taliban, die jederzeit zuschlagen können?

Erös: Die Aufständischen - es sind nicht nur Taliban - sind natürlich eine Bedrohung. Aber was denken Sie, wie groß meine Angst ist, wenn ich eine amerikanische Drohne über mir höre? Da sitzt der "Pilot" 10.000 Kilometer entfernt in einem Bunker und entscheidet, ob er auf den Knopf drückt und mich mit einer Hellfire-Rakete tötet. Erst in der jüngsten Vergangenheit sind drei unserer Mitarbeiter bei einem "Kollateralschaden" durch die US-Luftwaffe ums Leben gekommen. Ein Drittel der Toten im vergangenen Jahr ging auf die Kappe der amerikanischen und der afghanischen Armee.

heute.de: Warum schafft man es nicht, Ruhe ins Land zu bringen?

Erös: Das ist eine lange Geschichte ... 1989, also mit Ende der russischen Invasion, hätte es meiner Meinung nach sehr gute Möglichkeiten gegeben, Afghanistan erfolgreich wieder aufzubauen. Es waren fast nur Dörfer zerstört, die Städte weitgehend verschont. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich aber vornehm zurückgehalten und das Feld den Taliban und später auch Al-Kaida überlassen. Erst mit dem 11. September 2001 - die Attentäter waren ausschließlich Araber - hat sich der Westen wieder an Afghanistan erinnert, das Land als den Ursprung des islamistischen Terrors ins Visier genommen und ist mit 150.000 bestausgerüsteten Soldaten einmarschiert. Das Ergebnis sehen wir heute.

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heute.de: Was ist schief gelaufen?

Erös: Man ging davon aus, dass Geld und Truppen reichen. Ich kann mich nicht erinnern, dass in ein kleines Land mit rund 30 Millionen Einwohnern jemals so viel Geld gepumpt wurde - Schätzungen gehen bis zu einer Billion US-Dollar. Das bedeutet: 15.000 Dollar pro Kopf, das halbe Lebenseinkommen eines "Durchschnitts-Afghanen". Das Ergebnis sieht nicht viel besser aus als vor 14 Jahren.

heute.de: Warum nicht?

Erös: 90 Prozent der Gelder wurden in "Sicherheit" investiert, aber nicht in den Wiederaufbau. Und wenn, dann häufig an den falschen Stellen: Bis 2005 wurden 50 Prozent der Entwicklungsgelder in den Straßenbau investiert. Nur drei Prozent der Afghanen, aber alle Ausländer haben ein Auto. So gut wie nichts ging zum Beispiel in Bewässerungsprojekte. Da darf man sich nicht wundern, wenn vor allem genügsamer Schlafmohn angebaut wird statt Weizen und Mais. Die Folge: Mehr als die Hälfte an Nahrungsmitteln muss importiert werden.

heute.de: Welche Rolle spielt die Drogenproduktion?

Erös: 2001, im letzten Jahr der Taliban, wurden in Afghanistan 180 Tonnen Roh-Opium produziert. Im vergangenen Jahr waren es 7.800 Tonnen. In nicht einmal 15 Jahren hat sich die Menge also um den Faktor 43 vervielfacht - und das unter den Augen Hunderttausender Auslandssoldaten! Daraus ließen sich etwa 780 Tonnen Heroin produzieren mit einem Marktwert von etwa vier Milliarden Euro. Geld, das nicht den Schlafmohnbauern zu Gute kommt, sondern zu 99 Prozent in die Taschen von Drogenbaronen, Clanchefs und Staatsbediensteten fließt. Das sind Milliarden, die man auch kanalisieren und ins Land holen könnte - zum Beispiel durch einen kontrollierten Schlafmohnanbau mit Produktion von Medikamenten wie Morphine. Wie das gehen kann, hat die Türkei vor 50 Jahren gezeigt.

heute.de: Wie sehen die Aussichten aus?

Erös: Afghanistan - vor allem die Jugend - braucht eine positive Perspektive. Das bedeutet in erster Linie ordentlich bezahlte Arbeitsplätze. Nicht traumhaft hohe Gehälter, wie sie zum Beispiel die Bundeswehr an ihre einheimischen Dolmetscher zahlt. Solche überbezahlten Tätigkeiten mit 1.500 Euro pro Monat befeuern nur den sozialen Unfrieden, wenn der Nachbar des privilegierten Dolmetschers nur landesübliche 100 Euro pro Monat mit seinem Beruf verdient. Deutschland genießt in Afghanistan - immer noch - wohl den besten Ruf unter den westlichen Ländern. Da sollten sich endlich auch deutsche Unternehmen engagieren. Ich habe bislang keine Wirtschaftsvertreter aus Deutschland in Afghanistan gesehen - sehr wohl aber Delegationen aus der Türkei und aus China. Solange die westlichen Staaten nur mit der Gießkanne Milliarden ausschütten, wird das Geld weiter im Land versickern, wird sich Korruption weiter ausbreiten, werden sich Politiker, Staatsbedienstete und sogenannte Berater bereichern, aber die Bevölkerung wird weiter verarmen und sich radikalisieren. Ohne Jobs bleibt der Jugend nur, sich entweder den Taliban anzuschließen oder in den Westen zu fliehen.

Das Interview führte Christian Thomann-Busse

15.10.2016
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