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Flüchtlinge in Frankreich Wo Träume im Dreck versinken

VideoDschungel von Calais
Flüchtlinge bei Calais

Der Traum von einer besseren Zukunft, doch die Gegenwart bedeutet Schlamm, Dreck, Fäkalien. Im "Dschungel von Calais" in Nordfrankreich leben mehr als 4.000 Flüchtlinge.

(22.01.2016)

VideoCalais: Lkw jagt Flüchtlinge
migranten neben einem lastwagen auf der strasse zur englandfaehre

Täglich versuchen Flüchtlinge auf Lkw am Eurotunnel zu springen. Werden sie erwischt, drohen den Speditionsfirmen hohe Bußgelder. Vielleicht eine Erklärung für den Ausraster eines ungarischen Fahrers

(01.12.2015)

VideoZeltstadt in Calais
Flüchtlinge in Calais

In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais leben tausende Flüchtlinge in einer Zelt- und Barackenstadt, unter erbärmlichsten Zuständen. Und die Regierung in Paris scheint hilflos.

(12.11.2015)

von Daniela Bach

Der Müll ist noch da, viele Zelte und Bretterbuden sind verschwunden: Das Camp an der Autobahn bei Calais, wo zeitweise 4.000 Flüchtlinge lagerten, wurde teilweise geräumt. Doch schon 30 Kilometer weiter gibt es das nächste Camp, wo die Träume von einer Zukunft in England im Dreck versinken. 

Der Müll ist zurückgeblieben nach der Teil-Räumung des etwa 100 Meter breiten Areals direkt neben der Autobahn bei Calais in Nordfrankreich. Flüchtlinge campierten hier, in der Hoffnung, sich irgendwie nach England durchzuschlagen. Immer wieder gab es Straßenschlachten mit der Polizei.

Christian Salomé von der Hilfsorganisation L'Auberge des Migrants glaubt nicht, dass es bei der Auflösung des Camps an der Autobahn um Nächstenliebe ging. "Durch die teilsweise Räumung will man vor allem eines", sagt er, "bessere Sicht auf die, die nachts Steine gegen die Polizei werfen, wenn sie Tränengas einsetzt."

Calais will maximal 2.000 Flüchtlinge unterbringen

Seit Jahren war das Flüchtlingslager an der Autobahn mehr Slum als Camp. Viele der etwa 4.000 Flüchtlinge, die im "Dschungel von Calais" lebten, versuchten regelmäßig, auf Lkw mit Ziel England zu klettern. Erst im Januar begannen die Behörden, Container mit Stockbetten, Strom und Heizung aufzustellen. Platz für maximal 2.000 Menschen - mehr will Calais in Zukunft nicht mehr beherbergen.

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Fabienne Buccio, die Präfektin des Département Pas-de-Calais, sagt: "Wir haben in Frankreich inzwischen 88 Aufnahmezentren. Dort können die Menschen hingehen und mal zur Ruhe kommen, über ihre Situation nachdenken, auch darüber, ob sie wirklich nach England wollen."

Traum vom besseren Leben in England

Doch das steht für viele außer Frage. Auch in Grande Synthe, dem Vorort des Fährhafens Dünkirchen, sind die Bilder ähnlich. Waren es im September noch 300 Flüchtlinge, sind es nun um die 2.500, die auf ein Versteck in Richtung England hoffen. "Dort soll es keine Camps wie hier geben", sagt Mohamed aus dem Irak. "Ich hoffe, schnell dort einen Job und eine Wohnung zu finden, ein besseres Leben zu beginnen."

Der Traum von einer besseren Zukunft treibt Mohamed in einer Gegenwart aus Schlamm, Dreck und Fäkalien an. Derzeit kann Grand-Sythe nicht einmal UN-Standards einhalten, der Bürgermeister hat Ärzte ohne Grenzen um Hilfe gebeten. Die Organisation wird nun ein Camp bauen, wie es sonst nur in Entwicklungsländern notwendig ist.

22.01.2016
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