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merkzettel

Flüchtlingskrise Athen ruft Botschafterin aus Wien zurück

BildGriechische Fahne
Die griechische Fahne weht neben dem griechischen Innenministerium in Athen

(Quelle: dapd)

VideoSackgasse Griechenland
Flüchtlingslager an Griechenlands Grenze

Die Beschlüsse der Westbalkan-Konferenz in Wien haben direkte Auswirkungen – vor allem auf Griechenland. An der griechisch-mazedonischen Grenze stranden immer mehr Flüchtlinge.

(24.02.2016)

VideoKonferenz in Wien
Flüchtlingskonferenz in Wien

Die Länder entlang der Balkanroute beraten in Wien über das Vorgehen an den Grenzen. Griechenland und EU-Vertreter sind nicht eingeladen. Die österreichische Regierung wurde deswegen stark kritisiert.

(24.02.2016)

VideoBalkanroute wird zur Sackgasse

Die Grenze zu Mazedonien ist dicht. Unterdessen kommen weitere Menschen übers Mittelmeer. Sie dürfen wegen der angespannten Lage nicht weiterreisen. Griechenland ist am Rande seiner Kapazität.

(23.02.2016)

In der Flüchtlingskrise wachsen die Spannungen zwischen Griechenland und Österreich immer weiter. Einen Tag nach der Wiener Westbalkankonferenz beorderte Athens Außenminister Nikos Kotzias seine Botschafterin in Österreich zu Konsultationen nach Griechenland zurück. 

Man wolle darüber beraten, "wie verhindert werden kann, dass die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten und Völkern gestört werden", hieß es in einer Erklärung des Athener Außenministeriums.

Weitere Links zum Thema

Tsipras droht EU

Die griechische Regierung hatte am Dienstag bei der österreichischen Regierung und der EU gegen die Verstärkung der Grenzkontrollen in den Balkanstaaten protestiert - durch die Maßnahme sitzen tausende Flüchtlinge in Griechenland fest. Außerdem ist Athen verärgert über den Beschluss Österreichs und neun weiterer Länder auf einer Westbalkankonferenz am Mittwoch, weniger Flüchtlinge passieren zu lassen. Weder Deutschland noch Griechenland waren zu der Konferenz eingeladen worden.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras drohte am Mittwochabend damit, EU-Entscheidungen zu blockieren, solange es in der Flüchtlingskrise keine gerechte Lastenverteilung gebe. Zuvor hatte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert und seinen Ärger zum Ausdruck gebracht.

Athen wirtschaftlich unter Druck

Griechenland steht seit Monaten in der Kritik, weil es aus der Türkei kommende Flüchtlinge bisher weitgehend ungehindert Richtung Norden weiterreisen ließ. Dem Land droht der Ausschluss aus dem Schengen-Raum. Beim EU-Innenministertreffen in Brüssel sagte die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, wenn Griechenland seine Grenze nicht schützen könne, stelle sich die Frage, ob diese "weiterhin Außengrenze sein" könne.

Athen macht jedoch geltend, dass es wirtschaftlich massiv unter Druck steht. Für die Bewältigung der Flüchtlingskrise muss Griechenland nach Berechnungen seiner Notenbank in diesem Jahr mindestens 600 Millionen Euro aufbringen. Dies sei aber eine konservative Schätzung, hieß es in Kreisen der Zentralbank. Die Flüchtlingskrise sei eines der größten Risiken für die griechische Wirtschaft, erklärte die Zentralbank offiziell. Die griechische Wirtschaft steckt seit Jahren in der Rezession.

Flüchtlingsrouten auf dem Balkan

Von Griechenland nach Norden

Karte

Über Mazedonien, Serbien, Kosovo und Montenegro gelangen die Flüchtlinge zu den Außengrenzen der Europäischen Union (EU).

Mehr Hindernisse auf Balkanroute

Verteidigung der Grenzen durch Zäune.

25.02.2016, Quelle: dpa, reuters
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