27.07.2016

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Entscheidung in Lille "Dschungel von Calais": Gericht erlaubt Teilräumung

BildBild Calais
"Dschungel" von Calais

Flüchtlinge im sogenannten "Dschungel von Calais"

(Quelle: reuters)

VideoVideo Calais
Dschungel von Calais: Mehr Slum als Camp

Der Traum von einer besseren Zukunft, doch die Gegenwart bedeutet Schlamm, Dreck, Fäkalien. Im "Dschungel von Calais" in Nordfrankreich leben mehr als 4.000 Flüchtlinge.

(22.01.2016)

VideoVideo 17h
Thomas de Maizière und der französische Innenminister Bernard Cazeneuve begrüßen sich auf dem EU-Innenministertreffen.

Die EU-Innenminister sprechen heute über die Lage auf dem Balkan und die Sicherung der Außengrenzen. Erstmals gibt es einen beschlussfähigen Vorschlag zum verstärkten Schutz der Küsten durch die EU.

(25.02.2016)

VideoVideo Wien
Westbalkan-Konferenz

Österreichs initiierte Westbalkan-Konferenz zur Reduzierung der Flüchtlingszuwanderung wurde von der EU und Griechenland scharf kritisiert. Beide waren, ebenso wie Deutschland, nicht dazu eingeladen.

(24.02.2016)

Tausende Flüchtlinge leben im "Dschungel von Calais" - jetzt dürfen die Behörden einen Teil des Lagers in der nordfranzösischen Hafenstadt räumen. Ob die Migranten mitmachen, muss sich aber erst noch zeigen. 

Frankreich darf einen Teil des Flüchtlingslagers von Calais räumen. Das Verwaltungsgericht von Lille wies Einsprüche von Migranten und Hilfsorganisationen gegen die Anordnung zurück. Schlechte hygienische Zustände, Unsicherheit und Gewalt würden eine Räumung rechtfertigen, hieß es zur Begründung. Nur bestimmte Hütten wie eine Schule und Kultstätten dürfen zunächst nicht abgerissen werden.

Innenminister: Keine Bulldozer

Die Behörden wollen aber behutsam und schrittweise vorgehen und Gewalt vermeiden: Es sei nie darum gegangen, das Gelände brutal mit Bulldozern zu räumen, betonte Innenminister Bernard Cazeneuve.

Die Präfektur will den südlichen Teil des als "Dschungel von Calais" bekannten Baracken- und Zeltlagers an der Ärmelkanalküste auflösen. Das könnte etwa drei Wochen dauern, so die Bürgermeisterin von Calais, Natacha Bouchart. Offiziellen Schätzungen zufolge sind 800 bis 1000 Migranten betroffen. Hilfsorganisationen gehen aber von deutlich mehr Menschen aus. Sie fürchten, dass diese nun an andere Orte ausweichen, wo die Lebensbedingungen noch schlechter sind.

Weitere Links zum Thema

Leben wie im Slum

In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Im vergangenen Jahr hatte sich die Lage deutlich zugespitzt, die Teilräumung soll nun ein wichtiger Schritt bei der Lösung des Problems sein, viele ehrenamtliche Helfer vor Ort sind aber skeptisch. Auf der Heidelandschaft neben dem Hafenzubringer halten sich nach Behördenangaben derzeit rund 3700 Migranten auf, sie leben teils in Slum-ähnlichen Bedingungen.

Die Betroffenen sollen entweder in ein vor kurzem eingerichtetes Containerlager neben dem "Dschungel" ziehen, in dem allerdings nur noch wenige Plätze frei sind, oder in Aufnahme- und Orientierungszentren gebracht werden, die im ganzen Land eröffnet wurden. Dort bekommen sie dann Begleitung beim Asylverfahren. "Wir haben eine Lösung für jeden", versprach Präfektin Fabienne Buccio.

Flüchtlinge wollen nach Großbritannien

Kritiker entgegnen, dass viele der Menschen gar kein Asyl in Frankreich beantragen wollen, sondern nach einer Möglichkeit suchen, auf die andere Seite des Kanals zu kommen. "Es werden wieder viele kleine Dschungel enstehen", sagte Maya Konforti von der örtlichen Hilfsorganisation L'Auberge des Migrants.

Auch Belgien fürchtet, dass durch die Räumung Migranten ins Land kommen und dort ähnliche Lager wie in Calais entstehen könnten. Es kündigte deshalb verschärfte Grenzkontrollen an. Cazeneuve äußerte am Rande des EU-Innenministertreffens in Brüssel sein Unverständnis. "So zu tun, als könnte es wegen dieser Unterbringung einen Andrang von Migranten an der belgischen Grenze geben, entspricht einfach nicht der Realität", sagte der französische Innenminister.

25.02.2016, Quelle: afp, dpa
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