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Klimawandel Flut in Südamerika treibt Tausende in die Flucht

BildFluten in Südamerika
Überschwemmungen in Südamerika

(Quelle: dpa)

Videohjo (1)
Frankreichs Präsident Francois Hollande und Konferenzpräsident Laurent Fabius jubeln über den beschlossenen Vertrag

Beim Weltklimagipfel in Paris haben 195 Staaten ein neues Abkommen gegen die Erderwärmung beschlossen. Der Vertrag verpflichtet erstmals alle Länder zum Klimaschutz und tritt 2020 in Kraft.

(12.12.2015)

VideoVertrag zum Schutz der Umwelt
Klimavertrag

Das Abkommen peilt eine Obergrenze für den Temperaturanstieg an: 1,5 bis zwei Grad. Langfristig sollen die Emissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf null reduziert werden.

(12.12.2150)

Mehr als 100.000 Menschen aus der Grenzregion von Paraguay, Uruguay, Brasilien und Argentinien mussten wegen schwerer Überschwemmungen evakuiert werden. Grund seien heftige Regenfälle durch das Wetterphänomen El Niño, erklärten die Behörden. 

Am schlimmsten war die Lage in Paraguay, wo vier Menschen durch umstürzende Bäume getötet wurden. Nach heftigen Unwettern stiegt der Hochwasserpegel des Río Paraguay, der auch durch die Hauptstadt Asuncion fließt, weiter an.

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Allein in Asuncion und Umgebung waren 125.000 Haushalte ohne Strom. Im ganzen Land mussten 130.000 Menschen ihre Häuser verlassen, Rettungsteams waren nach Angaben der Behörden auf dem Weg zu Dutzenden eingeschlossenen Familien. Präsident Horacio Cartes verhängte den Notstand, um rasch zusätzliche Mittel für die betroffenen Regionen freizumachen.

Notstand verhängt

Auch im Nordosten Argentiniens verschärfte ununterbrochener Regen die Lage. In der Stadt Corrientes erlitt ein 13-jähriger Junge örtlichen Medienberichten zufolge einen tödlichen Stromschlag. Bürgermeister Enrique Crest sprach von den schlimmsten Überschwemmungen seit einem halben Jahrhundert. In der Provinz Entre Ríos mussten mindestens 10.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Vizepräsidentin Gabriela Michetti reiste am Donnerstag in die betroffene Region, um sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen. Uruguay hatte bereits am Mittwoch über drei Regionen im Norden den Notstand verhängt. Bis Donnerstag mussten 5.500 Menschen in Notunterkünfte wechseln, während sich die Situation weiter verschlechterte.

Stärkster El Niño seit mehr als 15 Jahren

"Die Überschwemmung wurde vom Wetterphänomen El Nino ausgelöst", sagte Fernando Traversa, Chef der Katastrophenhilfe Uruguays. "Wir wussten, dass er seine stärkste Wirkung gegen Ende des Frühjahrs oder Anfang des Sommers entfalten würden - aber wir wussten nicht, wie stark sie sein wird." Die Wetterbehörde der Vereinten Nationen erklärte, dies sei der stärkste El Niño seit mehr als 15 Jahren.

Kampf der UN gegen den Klimawandel

Wichtige Wegmarken

Kohlekraftwerk in China

1987 - Montreal: Regierungen versprechen in einem Vertrag, die Emissionen von für die Ozonschicht schädlichen Chemikalien zu begrenzen. Das sogenannte Montreal-Protokoll befasst sich zwar nicht ausdrücklich mit dem Klimawandel, doch wird es zu einem Modell dafür, wie vom Menschen verursachte Emissionen durch internationale Abkommen eingeschränkt werden können.

1988 - New York: Die UN-Generalversammlung befürwortet die Bildung des sogenannten Zwischenstaatlichen Ausschusses über Klimaveränderungen, auch Weltklimarat genannt. Dieser wird von der Weltorganisation für Meteorologie und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen eingerichtet, um das vorhandene Wissen über den Klimawandel zu beurteilen.

1990- London:  Der Weltklimarat veröffentlicht seine erste wissenschaftliche Beurteilung des Klimawandels. Demnach nehmen die Treibhausgaswerte in der Atmosphäre aufgrund menschlicher Aktivität zu, was zu einer Erwärmung der Erdoberfläche führt.

1992 - Rio de Janeiro: Staats- und Regierungschefs unterzeichnen die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Ziel ist die Begrenzung der Treibhausgase. Allerdings legt die Konvention keine bindenden Ziele fest.

1997 - Kyoto: Das sogenannte Kyoto-Protokoll wird angenommen. Dieses setzt bindende Emissionsziele für wohlhabende Länder. Die USA handeln den Vertrag mit aus, ratifizieren ihn aber letztlich nicht.

2004 - Moskau: Der russische Präsident Wladimir Putin macht mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokoll den Weg für das Inkrafttreten frei. Denn die Voraussetzung ist erfüllt: Der Vertrag wird von Ländern unterstützt, die zusammen für mehr als 55 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sind.

2007 - Bali: Eine UN-Klimakonferenz einigt sich darauf, bis 2009 ein weltweites Abkommen als Ersatz für das Kyoto-Protokoll auszuhandeln.

2009: Kopenhagen - Der erste Anlauf des verbindlichen globalen Klimaabkommens scheitert. Grund sind Meinungsverschiedenheiten zwischen reichen und armen Ländern, wer wie viel für den Klimaschutz leisten soll.

2011 - Durban: Bei UN-Klimagesprächen einigen sich die Teilnehmer, im Jahr 2015 ein für alle Staaten gültiges Abkommen abzuschließen und fünf Jahre später in Kraft zu setzen.

2013 -Stockholm: Der Weltklimarat erklärt es für «äußerst wahrscheinlich», dass menschlicher Einfluss der führende Grund für steigende Temperaturen sei, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts erfasst wurden.

2015 - Paris: Mehr als 190 Delegationen erarbeiten den Entwurf des globalen Abkommens.

(Quelle: ap)

26.12.2015, Quelle: reuteres, ap
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