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Frankreich Neuer Terror-Alarm in Paris: Die Nerven liegen blank

VideoCharlie Hebdo ein Jahr danach
Frankreich erinnert an die Mordanschläge auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo

Frankreich erinnert an die Mordanschläge auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo vor einem Jahr. In die Trauer platzen Schüsse: Ein bewaffneter Mann versucht eine Polizeiwache zu stürmen.

(07.01.2016)

VideoBewaffneter bei Angriff getötet
Das französische Militär sichert den Tatort nach dem Angriff eines Bewaffneten auf eine Polizeiwache in Paris.

In Paris wurde ein bewaffneter Mann beim Angriff auf eine Polizeiwache getötet. Er trug einen Sprengstoffgürtel – eine Attrappe wie sich später herausstellte. Die Terrorermittlungen wurden aufgenommen

(07.01.2016)

VideoFrankreich gedenkt der Terroropfer
Frankreichs Staatschef Hollande enthüllt die Gedenktafel in Erinnerung an die Opfer des Anschlags auf die

Knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" erinnern Gedenktafeln am damaligen Redaktionssitz an die Todesopfer. Bei dem Angriff auf die Satirezeitung wurden insgesamt zwölf Menschen getötet.

(05.01.2016)

Video"Charlie ist nicht mehr dasselbe"
Coco

"Das hatte etwas Surreales", beschreibt Charlie-Hebdo-Zeichnerin Coco die Anteilnahme der Menschen nach dem tödlichen Attentat auf ihre Redaktion. "Es ist kein Schauspiel "Unsere Erinnerungen und unsere Gefühle" "Ich fand es schade, dass es soweit kommen musste, damit die Leute unseren Kampf wahrnehmen, diesen Kampf gegen Extreme aller Art.

(17.01.2015)

Der Zeitpunkt lässt den Atem stocken: Am Jahrestag der Anschläge auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" greift ein bewaffneter Mann eine Polizeiwache in Paris an. Der Angreifer wird erschossen, bei ihm findet sich das Symbol der Terrormiliz IS. 

Es ist fast auf die Minute genau ein Jahr nach dem blutigen Anschlag auf "Charlie Hebdo", als sich der Mann dem Kommissariat im Pariser Norden nähert. Mit einem Schlachterbeil in der Hand ruft er "Allah ist groß" - Polizisten greifen daraufhin zur Waffe und erschießen ihn. Pikantes Detail: Der Angreifer trägt etwas bei sich, das zunächst nach einem Sprengstoffgürtel aussieht.

Angreifer trug Sprengstoffgürtel-Attrappe

Spätestens damit schrillen im Terror-geplagten Paris alle Alarmglocken. Bombenexperten rücken an, mit gezogener Pistole riegeln Polizisten den Tatort ab, der Innenminister eilt herbei. 

Die Schüler zweier benachbarter Schulen werden vorsichtshalber im Gebäude eingesperrt, Ladenbesitzer lassen ihre Rolladen herunter. Medien zeigen Amateuraufnahmen, auf denen sich ein Sprengstoff-Roboter der am Boden liegenden Leiche nähert. Kurz darauf gibt es Entwarnung: Der Mann hatte keine Bombe bei sich, es war eine Attrappe.

Nach Horror-Jahr 2015 liegen die Nerven blank

Die Gefahr terroristischer Anschläge ist in der französischen Hauptstadt allgegenwärtig, nach dem Horror-Jahr 2015 liegen die Nerven blank. In dieser Woche ist das Thema noch einmal besonders präsent. Die Zeitungen sind voll mit Sonderseiten, die minutiös den islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" am 7. Januar vor einem Jahr schildern.

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Nahezu täglich gibt es Gedenkveranstaltungen, Plaketten werden enthüllt, die Staatsspitze beschwört die Einheit der Nation. Am Donnerstagvormittag lobt Präsident François Hollande bei seinen Neujahrswünschen an die Sicherheitskräfte noch deren Einsatz und erinnert an die drei Beamten, die bei der Terrorserie im Januar 2015 getötet wurden. "Sie sind gestorben, damit wir in Freiheit leben können", betont er - und wirbt erneut für geplante Gesetzesverschärfungen.

Terrorismus-Verdacht wird geprüft

Ob die kurz darauf bekanntgewordene Attacke in einem quirligen Multikulti-Viertel unweit des Touristen-Magneten Montmartre ein neuer vereitelter Anschlag war, ist noch nicht abschließend geklärt. Jedenfalls hatte der Mann ein Papier mit der Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat bei sich. Für die Behörden genug Indizien, um Ermittlungen wegen Terrorismus einzuleiten - noch ein Fall für die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft.

Die Identität des Angreifers ist noch nicht geklärt, die Hintergründe sind offen, und auch zum Ablauf gibt es widersprüchliche Informationen. Augenzeugen berichten französischen Medien von drei oder vier Schüssen. "Wir haben uns gefragt, was da los ist", erzählt Olivier Sinson von einem Buchladen ganz in der Nähe des Tatortes. "Dann mussten die Kunden gleich ins Büro nach hinten gebracht werden, und wir mussten sofort schließen."

Gefahr nach wie vor groß

Doch dem Land wird keine zwei Monate nach der blutigen Mordserie mit 130 Toten in Bars, einem Musikklub und am Stade de France noch einmal vor Augen geführt, dass die Gefahr nicht abgenommen hat. Eine Passantin sagt: "Man hat Angst, im eigenen Land zu leben und rauszugehen."

Paris im Januar 2015: Tage des Terrors

7. Januar: Anschlag auf "Charlie Hebdo"

Pariser Bürger halten Plakate mit der Aufschrift "Je suis Charlie" hoch.

Gegen 11.30 Uhr dringen die Brüder Chérif und Said Kouachi in das Redaktionsgebäude des Satiremagazins "Charlie Hebdo" ein. Sie erschießen den Pförtner, neun Journalisten, einen Personenschützer und einen Polizisten. Es gibt elf Verletzte. Später bekennt sich die Gruppe Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) zu der Tat. Am Abend versammeln sich in Frankreich mehr als 100.000 Menschen unter dem Motto "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie).

8. Januar: Schweigeminute im ganzen Land

Schweigeminute in Paris

Am Morgen wird auch im Pariser Süden geschossen. Eine Polizistin stirbt, ein weiterer Beamter wird schwer verletzt. Die Tat wird später Amedy Coulibaly zugeordnet. Er und Chérif Kouachi kennen sich aus dem Gefängnis, wo dieser eine Haftstrafe wegen Anwerbung von Dschihad-Kämpfern verbüßt hat. Um 12 Uhr trauert Frankreich mit einer Schweigeminute im ganzen Land.

9. Januar: Vier Tote in jüdischem Supermarkt

Polizisten verfolgen die Brüder nach Dammartin-en-Goële nordöstlich von Paris, wobei es zu Schießereien kommt. Die Männer verschanzen sich am Morgen in einer Druckerei, nehmen den Chef als Geisel, lassen ihn aber bald frei. Unbemerkt von den Terroristen hält sich ein weiterer Mitarbeiter im Gebäude versteckt und gibt der Polizei Hinweise. Am Mittag umstellt die Polizei die Druckerei. Am östlichen Stadtrand von Paris ereignet sich eine weitere Schießerei. Dort nimmt Coulibaly in einem jüdischen Supermarkt mehrere Besucher als Geiseln.

Gegen 17 Uhr stürmt die Polizei in Dammartin-en-Goële die Druckerei. Dabei werden die Brüder getötet. Fast zeitgleich beendet die Polizei die zweite Geiselnahme. Der dort getötete Coulibaly hatte sich zuvor zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt und vier Geiseln umgebracht.
Der IS bezeichnet den Anschlag in Paris als Beginn einer Terrorreihe mit weiteren Angriffen in Europa und den USA. Auch die Terror-Gruppe AQAP droht Frankreich mit weiteren Anschlägen.

11. Januar: Gedenkmarsch in Paris

Aus Protest gegen die Terrorwelle gehen im ganzen Land nach Schätzungen mindestens zwei Millionen Menschen auf die Straße. Viele Staats- und Regierungschefs kommen zu dem Pariser Gedenkmarsch, unter ihnen Kanzlerin Angela Merkel.

(Quelle: dpa)

07.01.2016, Quelle: von Sebastian Kunigkeit und Gerd Roth, dpa
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