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Energiewende Frankreich will Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern

BildAtomkraftwerk Fessenheim
Atomkraftwerk Fessenheim

(Quelle: dapd)

VideoBedenken bei AKW's in Belgien
Das Atomkraftwerk Tihange in Belgien.

Umweltministerin Hendricks trifft Belgiens Innenminister Jambon zu Gesprächen über belgische Atomreaktoren. Nach Zwischenfällen bei den Anlagen Doel und Tihange 2 sorgt man sich um die Sicherheit.

(01.02.2016)

Während Deutschland auf die Energiewende setzt, plant Frankreich nun die Laufzeiten der französischen Atomkraftwerke deutlich zu verlängern. Das sorgt für Kritik durch die deutschen Nachbarn. 

Die französische Energieministerin Ségolène Royal hat sich für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken um zehn Jahre ausgesprochen. Sie sei bereit, "grünes Licht zu geben", sofern die Atomaufsicht ASN der Verlängerung von 40 auf 50 Jahre zustimme, sagte Royal dem Sender France 3. Eine Verlängerung der Laufzeiten um zehn Jahre werde bei bereits amortisierten Atomkraftwerken dafür sorgen, dass "der Strom billiger produziert" werde, sagte Royal.

Nach der geltenden Rechtslage soll der Anteil der Atomenergie an der gesamten Stromproduktion Frankreichs bis 2025 auf 50 Prozent gedrosselt werden. Die Verringerung von 75 auf 50 Prozent solle "den Erneuerbaren zum Durchbruch verhelfen", sagte Royal.

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Der staatliche Energieversorger EDF soll zwei Reaktoren stilllegen, möglicherweise die beiden Reaktoren des Atomkraftwerks Fessenheim an der deutsch-französischen Grenze. Nach den derzeitigen Planungen soll 2018 ein neuer Reaktor vom Typ EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) im nordfranzösischen Flamanville ans Netz gehen.

Kritik aus Deutschland an den Plänen

Die atompolitische Sprecherin der Grünen im deutschen Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, reagierte mit scharfer Kritik auf die Ankündigung aus Frankreich. "Der geplante Überaltungsbetrieb für die französischen Atomkraftwerke ist eine miserable, gefährliche Idee", erklärte Kotting-Uhl in Berlin. Die französischen "Schrottmeiler" Cattenom und Fessenheim an der Grenze zu Deutschland erfüllten "nicht einmal die europäischen Mindestanforderungen an Alt-Akw" und müssten daher sofort stillgelegt werden.

Die Grünen-Politikerin sieht auch die Bundesregierung in der Pflicht. Diese müsse "sich endlich für verbindliche AKW-Mindestanforderungen in Europa einsetzen und dafür, dass die gefährlichsten Meiler sofort abgeschaltet werden". "Indifferenz oder diplomatische Hasenfüßigkeit ist angesichts der Gefährlicheit von Atomkraft fehl am Platz, erst recht bei einem grenznahen Akw", warnte Kotting-Uhl.

28.02.2016, Quelle: afp, reuters
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