29.06.2016
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Fremdenfeindlichkeit in Sachsen Clausnitz und das andere Volk

VideoMob stoppt Flüchtlingsbus
Widerstand gegen die Flüchtlinge in Clausnitz.

Im sächsischen Clausnitz blockiert eine Menschenmenge einen Flüchtlingsbus. Einige grölen "Wir sind das Volk". Die asylfeindlichen Proteste wurden in einem Video dokumentiert.

(19.02.2016)

VideoPolizei schützt Flüchtlinge
Polizeieinsatz

Seit Wochen gibt es in Einsiedel Widerstand gegen eine Flüchtlingsunterkunft. Die Polizei musste bei der Ankunft jetzt 180 Flüchtlinge vor 70 Demonstranten schützen. 400 Beamte sind im Einsatz.

(08.01.2016)

VideoEin Tag im Flüchtlingsheim
Flüchtlingsunterkunft in einer Sporthalle

Morgens um 7 Uhr beginnt der Tag für die Schulkinder. Wer noch keinen Deutschkurs besuchen kann, versucht es sich selbst beizubringen. Frust macht sich breit. Einige wollen zurück nach Syrien.

(18.02.2016)

VideoDebatte um Flüchtlinge in Hotels
Flüchtlingsunterkunft in Berliner Turnhalle

Weil in der Hauptstadt die Unterbringungsmöglichkeiten immer knapper werden, überlegt der Berliner Senat, Flüchtlinge zukünftig auch in Hotels unterzubringen. Das sorgt für reichlich Kritik.

(03.02.2016)

Kommentar von Nicola Frowein

Ich bin angegriffen worden. In Clausnitz. Ich habe nicht in dem Bus gesessen, der von rund hundert Asylgegnern gestoppt worden ist. Trotzdem sind es die gleichen Menschen, die mich verletzt haben. "Wir sind das Volk", haben sie gegrölt. Stimmt doch gar nicht. 

Ich bin auch das Volk. Aber ich brülle keine weinenden Kinder an. Ich nehme sie in den Arm und bringe sie in Sicherheit. Menschen, die viel hinter sich haben, koche ich eine Tasse Tee. Sie machen mir keine Angst, ich mache ihnen keine Angst.
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Wenn ich sie kennenlerne, entscheide ich, ob ich sie mag.

Ein Volk - leider

Unter den vielen Menschen, die in unser Land kommen, gibt es auch solche, die ich nicht hier haben will. Die - wie in der Silvesternacht in Köln – Frauen angreifen. Oder die islamistische Propaganda verbreiten. Aber die Gröler von Clausnitz, die Populisten von Pegida oder die Randalierer von Heidenau will ich genauso wenig in Deutschland haben. Es macht mir zu schaffen, dass sie und ich etwas gemeinsam haben. Wir sind ein Volk. Das tut weh.

Ändern kann ich es nicht.
Weitere Links zum Thema
Die anderen aber auch nicht. Jenseits ihrer engmaschigen Netzwerke und Social-Media-Zeitleisten kommen sie nicht vorbei an den Tausenden ehrenamtlichen Helfern, die oft jede freie Minute für eine weltoffene Gesellschaft geben. Die nicht nur Flüchtlinge, sondern damit auch Verwaltungen und Gemeinden unterstützen, wo sie nur können. Die keine zusätzliche Arbeit machen wollen, sondern Arbeit abnehmen.

"Wir sind das Volk" rief das Volk, als es 1989 durch die Straßen von Leipzig zog. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut. Ich bin stolz auf den Ruf. Stolz darauf, was er bewirkt hat. "Wir sind das Volk", grölt der Mob in Clausnitz. Wieder habe ich Gänsehaut. Diesmal ist es kein Stolz. "Wir sind ein Teil des Volkes" könnten sie rufen. Klingt aber nicht so gut. Vielleicht sollten sie sich einfach etwas Eigenes ausdenken. Betonung liegt auf Denken.

Was geschehen ist

Nicola Frowein (heute.de-Redakteurin) kommentiert die Vorfälle von Clausnitz. In dem Ortsteil von Rechenberg-Bienenmühle nahe der tschechischen Grenze, haben am Donnerstagabend rund 100 aufgebrachte Demonstranten versucht, die Ankunft eines Busses mit ersten Bewohnern einer Flüchtlingsunterkunft zu verhindern. Erst nach Stunden konnten die Flüchtlinge, darunter Frauen und Kinder, hineingebracht werden. Am Freitagabend tauchte eine Videosequenz auf, auf der zu sehen ist, wie Polizisten Menschen offensichtlich mit Zwang aus dem Bus holen und ins Haus bringen. Ein Beamter setzt dazu bei einem wohl halbwüchsigen Jungen einen Klammergriff ein, während draußen die Menge johlt. Anschließend ist zu sehen, wie ein anderer Junge freiwillig, aber weinend den Bus in Richtung des Hauses verlässt. (dpa)

20.02.2016
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