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Fußball UEFA führt Torlinientechnik ein

BildTorlinientechnik für Europa

Die UEFA führt die Torlinientechnik ein, zunächst für Europameisterschaft und Champions League.

VideoSperren für Blatter und Platini
Der FIFA-Chef Joseph Blatter und der UEFA-Präsident Michel Platini.

"Entweder die Richter entscheiden auf Korruption - lebenslange Sperre - oder auf Interessenkonflikt". In beiden Fällen wäre es das Karriere-Aus von UEFA-Präsident Platini und FIFA-Präsident Blatter.

(21.12.2015)

Video"Regeln wurden gebrochen"
ZDF-Sportexperte Markus Harm

Sepp Blatter und Michel Platini haben Regeln gebrochen, sagt ZDF-Sportexperte Markus Harm. Die Chancen, ihre Sperre vor dem Internationalen Sportgerichthof rückgängig zu machen, hält er für gering.

(21.12.2015)

Ja, die UEFA will: Bereits während der Fußball-Europameisterschaft im Sommer kommt die Torlinientechnik zum Einsatz. Ab der kommenden Saison können Schiedsrichter dann auch in der Champions League auf das Hilfsmittel zurückgreifen. Die Entscheidung des Exekutivkomitees fiel einstimmig. 

Das teilte der Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union, Gianni Infantino, in Nyon mit. "Das wird jeden Zweifel über die Frage nach Tor oder Nicht-Tor beseitigen. Wir müssen in die Zukunft schauen", sagte Infantino. Neben dem Einsatz in der Königsklasse werde auch ein Einführen in der Europa League geprüft.

Bundesliga setzt Technik bereits ein

In der Bundesliga kommt seit der laufenden Saison das britische Kamerasystem "Hawk Eye" zum Einsatz, bei der WM 2014 in Brasilien hatte der Weltverband FIFA das deutsche GoalControl-System eingesetzt. Auch in England, Italien (beide Hawk Eye) und Frankreich (GoalControl) wurde die technische Unterstützung bereits eingeführt.

Die UEFA hatte bislang auf zusätzliche Schiedsrichter hinter den Toren gesetzt - vor allem, weil der nun für acht Jahre suspendierte Präsident und "Technikverweigerer" Platini das so wollte. Immer wieder hatte der Franzose die Einführung blockiert, er verwies auf die hohen Kosten ("Wir haben 80 Spielorte in ganz Europa") und verteidigte stets "seine" zusätzlichen Schiedsrichter. Der Sinn der Torrichter an den beiden Strafräumen wird aber immer wieder hinterfragt. Kurioserweise hatte die UEFA unter der Woche noch versucht, Platini als Revolutionär zu positionieren.

Colina: Platini war offen für Idee

"Vor mehr als einem Jahr hat UEFA-Präsident Michel Platini vorgeschlagen, dass wir die Möglichkeit untersuchen sollten, wie Torlinientechnologie und zusätzliche Schiedsrichter Seite an Seite zusammenarbeiten, um die Ergebnisse auf dem Platz zu verbessern", sagte UEFA-Schiedsrichterboss Pierluigi Colina.

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"Herr Platini hat uns damals gesagt, dass die Meinung der Schiedsrichterkommission entscheidend sein wird, ob die Torlinientechnologie bei UEFA-Wettbewerben eingesetzt wird, und er hat offiziell gesagt, dass er immer offen war für die Idee der Torlinientechnologie, wenn die Schiedsrichter das Gefühl haben, dass das eine gute Lösung ist", so Colina weiter.

Schiedsrichter befürworten Einführung

Die aktiven Unparteiischen gelten längst als Verfechter der Technik. "Ich habe seit Jahren betont, dass wir Schiedsrichter die Torlinientechnik befürworten. Darüber hinaus waren die Erfahrungen bei der WM in Brasilien äußerst positiv", hatte Schiedsrichter Felix Brych, der den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auch in Frankreich vertreten wird, zuletzt geäußert. In Deutschland hatte Brych die Diskussion über das technische Hilfsmittel mit dem zu Unrecht gegebenen "Phantomtor" von Bayer Leverkusens Stefan Kießling im Jahr 2013 ausgelöst.

Erst einmal kein neuer UEFA-Präsident

Die UEFA will keinen Nachfolger für den derzeit gesperrten Präsidenten Michel Platini wählen, bis dessen Fall von allen Instanzen geklärt ist. Das teilte die Europäische Fußball-Union nach der Sitzung ihres Exekutivkomitees in Nyon mit. Platini war von der FIFA-Ethikkommission für acht Jahre gesperrt worden. Er hat Einspruch bei der Beschwerdekammer des Fußball-Weltverbandes und dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen das Urteil angekündigt. Dem Franzosen wird eine Zahlung in Höhe von umgerechnet etwa 1,8 Millionen Euro durch den ebenfalls gesperrten FIFA-Chef Joseph Blatter vorgeworfen.

Die UEFA hat am 25. Februar einen außerordentlichen Kongress in Zürich einberufen. Einen Tag später wählt die FIFA dort einen Nachfolger für Blatter. Ursprünglich hatte Platini sich um das Spitzenamt im Weltverband bewerben wollen. Der reguläre UEFA-Kongress 2016 war vom Exekutivkomitee im Dezember vom 23. März auf den 3. Mai in Budapest verschoben worden. Daher war angenommen worden, dass bei diesem Termin ein Nachfolger für Platini bestimmt werden solle. "Wir hoffen, dass sein Name reingewaschen wird, so dass er so schnell wie möglich in Europas Fußball-Familie zurückkehren kann", hieß es in einem UEFA-Statement am Freitag.

22.01.2016, Quelle: sid
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