26.07.2016
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merkzettel

Genf Syrien-Gespräche unterbrochen

BildSyrien-Gespräche ausgesetzt
Syrien-Gespräche ausgesetzt: Staffan Domingo de Mistura

Die Syrien-Gespräche unter UN-Vermittlung werden bis zum 25. Februar "vorübergehend unterbrochen", sagte der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura in Genf.

(Quelle: dpa)

VideoSyrien: Lage weiter katastrophal
Junge Syrer arbeiten in Damaskus und hacken Feuerholz.

Die Friedensgespräche in Genf wurden bis Ende des Monats ausgesetzt. In Syrien fehlt Millionen Menschen das Notwendigste zum Leben, sie sind auf internationale Hilfe angewiesen.

(03.02.2016)

VideoDamaskus: "Menschen ohne Hoffnung"
ZDF-Reporter Uli Gack in Syrien.

"In die Friedengespräche von Genf haben die Menschen hier überhaupt keine Hoffnung", berichtet ZDF-Reporter Uli Gack aus Syrien.

(03.02.2016)

VideoSyrien: Hunger als Waffe
Kinder im syrischen Ort Madaja drohen zu verhungern.

Die Situation für die Menschen in Syrien wird immer dramatischer. Seit Monaten schließen Syriens Regime und Verbündete den Ort Madaja ein, tausenden Menschen droht der Hungertod.

(07.01.2016)

Die anhaltende Offensive der Regierungstruppen in Aleppo hat die Syrien-Konferenz seit Beginn belastet. Jetzt soll erst am 25. Februar wieder verhandelt werden. Gescheitert seien die Gespräche aber nicht, betont UN-Vermittler De Mistura. 

Die Friedensgespräche für Syrien werden bis zum 25. Februar vertagt. Das gab der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura am Mittwochabend bekannt. "Das ist nicht das Ende, und es ist nicht das Scheitern der Gespräche", sagte er nach einem Treffen mit Vertretern der Opposition. Diese kritisieren, dass die Regierungstruppen zeitgleich zu den Gesprächen eine groß angelegte Offensive gegen Rebellen in der Provinz Aleppo vorantreiben. Zudem fordern sie ein Ende der Belagerung von Rebellengebieten und humanitäre Hilfe für die Menschen in den Kampfgebieten.

Von Beginn an waren die Gespräche in Genf mehr als holprig verlaufen. Zum eigentlichen Auftakt am Freitag kam das wichtigste Oppositionsbündnis aus Protest nicht. Am Montag erklärte De Mistura die Verhandlungen dann schließlich offiziell für eröffnet, doch sie kamen nicht vom Fleck. 

Regierungsoffensive versetzt Friedensgesprächen Rückschlag

Ein Grund dafür war die Regierungsoffensive. Am Mittwoch kämpften sich syrische Truppen nach einem Bericht des Staatsfernsehens in zwei Dörfer durch, die Rebellen seit drei Jahren belagert hatten. Das sende die Botschaft aus "Es gibt nichts zu verhandeln. Geht einfach nach Hause", sagte die oppositionelle Unterhändlerin Basma Kodmani, noch bevor De Mistura die "vorübergehende Pause" ankündigte. Die beiden Dörfer Nubl und Sahra liegen inmitten des Rebellengebiets in der Provinz Aleppo, wo die Truppen von Präsident Baschar al-Assad in den vergangenen Tagen einiges an Terrain gewonnen hatten.

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Sollte sich bestätigen, dass der Belagerungsring der Rebellen um die Orte durchbrochen wurde, wäre das ein wichtiger Erfolg für die Regierung. Mit ihrer Offensive nördlich der Provinzhauptstadt Aleppo konnten die Regierungstruppen bereits eine wichtige Versorgungsroute für Rebellenkämpfer in die Türkei kappen. Für die Friedensgespräche war die gemeldete Vertreibung der Rebellen in Nubl und Sahra ein weiterer herber Schlag.

Hilfslieferungen hatten Erwartungen genährt

Als positives Signal wurde hingegen am Mittwoch eine Hilfslieferung in den von Regierungstruppen belagerten Ort Muadamija etwa zehn Kilometer südwestlich der Hauptstadt Damaskus gewertet. Tags zuvor habe ein Konvoi mit 14 Lastwagen zudem den nahe gelegenen Ort Al-Tal erreicht, sagte ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Pawel Krzysiek.
Kodmani sprach von einem kleinen, aber positiven Schritt. Chefunterhändler Mohammed Allusch erklärte aber, er gehe nicht weit genug. Am Mittwochnachmittag traf auch der Vorsitzende des Komitees und ehemalige syrische Ministerpräsident Riad Hidschab in Genf ein. Kurz nach seiner Ankunft traf die Oppositionsdelegation in ihrem Hotel mit De Mistura zusammen.

Hilfsorganisationen benötigen Rekordsumme für Syrien

Der Bürgerkrieg in Syrien hat seit seinem Beginn 2011 mehr als 250.000 Menschen das Leben gekostet, Städte und Dörfer verwüstet und Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Am Donnerstag beginnt in London eine internationale Geberkonferenz, um Mittel für die Linderung der Not zu sammeln. Internationale Hilfsorganisationen hatten erklärt, es werde eine Rekordsumme von an die neun Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro) benötigt.

Vorige Geberkonferenzen sind durchgehend hinter den Erwartungen der Hilfsorganisationen zurück geblieben. Der Chef der Internationalen Arbeitsorganisation, (ILO), Guy Ryder, sagte der Nachrichtenagentur AP bei einem Besuch von Flüchtlingslagern in Jordanien, er denke, dass die "europäische Erfahrung" - der Flüchtlingsstrom in wohlhabende EU-Staaten wie Deutschland, Schweden und Österreich - eine Verhaltensänderung bewirken könnte.

Syrien-Krise: Die Akteure

Regime

Petra Gerster vor einer virtuellen Karte Syriens.

Seit Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Dem Regime in Damaskus steht eine Vielzahl von Gegnern gegenüber, die Lage ist unübersichtlich. Längst werden die Rebellen von islamistischen und radikalen Gruppen dominiert. Die Armee kontrolliert noch immer die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Unterstützt werden Assads Anhänger von der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah sowie von iranischen Kämpfern. Zudem fliegt die russische Luftwaffe Angriffe in Syrien.

Islamischer Staat (IS)

Nach vier Jahren Bürgerkrieg ist in Homs kein normales Leben mehr möglich. Uli Gack berichtet über das Leben in der zerbombten und umkämpften Stadt

Die Terrormiliz ist die stärkste Kraft in Syrien. Sie kontrolliert im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in diesem Jahr mehrere Niederlagen gegen die syrischen Kurden einstecken.

Al-Nusra-Front

Kämpfer einer islamistischen Rebellengruppe in Syrien

Der Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida vertritt eine ähnliche Ideologie wie IS, beide Gruppen sind aber miteinander verfeindet. Die Nusra-Front ist vor allem im Nordwesten des Landes stark, kämpft aber auch im Süden.

Freie Syrische Armee

Kämpfer der freien syrischen Armee

Die FSA ist keine Armee im eigentlichen Sinne, es gibt auch keine einheitliche Führung. Mehrere moderate Gruppen rechnen sich ihr jedoch zu. Stark sind diese im Nordwesten, wo sie auch zu dem Rebellenbündnis gehören, sowie im Süden. Die Allianz wird vom Westen unterstützt.

Dschaisch al-Fatah

Dabei handelt es sich um ein Bündnis verschiedener moderater und radikaler Gruppen, darunter die radikale Al-Nusra-Front, die islamistische Miliz Ahrar al-Scham und Brigaden, die sich als Teil der moderaten Freien Syrien Armee (FSA) sehen. Das Bündnis beherrscht im Nordwesten Syriens die Provinz Idlib. Einige der islamistischen Rebellen sollen Saudi-Arabien und Katar nahestehen.

Ahrar al-Scham

Die islamistische Miliz ist neben der Nusra-Front die wichtigste Kraft des Rebellenbündnisses Dschaisch al-Fatah. Sie gibt sich pragmatischer und weniger radikal als der Al-Kaida-Ableger. Die Türkei gilt als wichtige Unterstützerin der Miliz.

Kurdische Volksschutzeinheiten (YPG)

Mit Hilfe der US-Luftwaffe konnte die YPG den IS aus großen Gebieten im Norden Syriens zurückschlagen. Dort haben die Kurden eine Selbstverwaltung aufgebaut. Sie kooperieren mit dem Regime, aber auch mit dessen Gegnern. Zuletzt kam es jedoch zu Zusammenstößen mit Rebellengruppen in Aleppo. Erklärte Gegnerin der syrischen Kurden ist die Türkei.

USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Deutschland. In den Konflikt ging Washington mit dem Ziel, Assad zu stürzen; damals gab es den IS noch nicht.

Russland

Seit September fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit dem IS verfeindet sind. Moskau unterstützt das syrische Regime.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte Schiitenmiliz Hisbollah ist in Syrien im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Beide Länder fordern ein Abtreten Assads. (dpa)

03.02.2016, Quelle: ap
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