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merkzettel

Gesellschaft für deutsche Sprache "Flüchtlinge" zum Wort des Jahres gekürt

BildWort des Jahres
Wort des Jahres - Scrabble

(Quelle: dpa)

VideoGesucht: Ihr Wort des Jahres
Lilly Wagner (links) und Passantin

"Flüchtlinge", "JesuisCharlie", "JesuisParis" - welches Wort hat soll von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum "Wort des Jahres" gekürt werden? moma-Reporterin Lilly Wagner hat sich umgehört.

(11.12.2015)

VideoFlüchtlinge im Verwaltungschaos
Flüchtlinge

Nach viel Kritik und wochenlangen Diskussion über die Erstaufnahme von Flüchtlingen in Berlin, ist der Leiter des Landesamt für Gesundheit und Soziales, Franz Allert, zurückgetreten.

(11.12.2015)

"Flüchtlinge" ist zum Wort des Jahres 2015 gekürt worden. Es stehe für das beherrschende Thema, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache ihre Entscheidung. Zweiter wurde "Je suis Charlie", als Dritter schaffte es "Grexit" auf das Treppchen. 

Die Jury hatte aus rund 2.500 Vorschlägen einen Begriff gewählt, der das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt hat. Auf Platz zwei der Wörter dieses Jahres kam "Je suis Charlie". Mit dem Spruch bekundeten nach dem Terroranschlag auf das französische Satireblatt "Charlie Hebdo" weltweit Millionen Menschen ihre Solidarität mit den Opfern. Auf den dritten Platz wurde "Grexit" für den zweitweise drohenden Ausschluss Griechenlands aus dem Euro platziert.

2014 war die Berliner "Lichtgrenze" zum Mauerfall-Jubiläum das Wort des Jahres 2014 gewesen. Den sprachlichen Nerv der Zeit hatten in den Jahren zuvor - nach dem Urteil der Jury - die Abkürzung GroKo (2013), die Rettungsroutine (2012) und der Stresstest (2011) getroffen.

Wörter, die das Jahr sprachlich prägen

Weitere Links zum Thema
Seit 1977 kürt die in Wiesbaden ansässige Gesellschaft regelmäßig Wörter und Wendungen, die das Jahr sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Auf ihrer Homepage hatte die Gesellschaft auch in diesem Jahr einen bunten Strauß von Möglichkeiten angeboten: Von "Grexit" über "Balkanroute" bis hin zu "Erstaufnahmelager" und "durchwinken".

Neben den "Wörtern des Jahres" wählt im Januar eine Jury mit Sitz an der Technischen Universität Darmstadt das "Unwort des Jahres". Diese 1991 von dem Frankfurter Germanistikprofessor Horst Dieter Schlosser begründete Aktion möchte den Blick auf Wörter und Formulierungen lenken, "die gegen die sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen". Dadurch soll die Sprachsensibilität in der Bevölkerung gefördert fördern. Das "Unwort des Jahres" wird in der Regel in der ersten Januarhälfte gekürt. Im vergangenen Jahr lautete es "Lügenpresse".

Die Wörter des Jahres 
  • 2004: Hartz IV

  • 2005: Bundeskanzlerin

  • 2006: Fanmeile

  • 2007: Klimakatastrophe

  • 2008: Finanzkrise

  • 2009: Abwrackprämie

  • 2010: Wutbürger

  • 2011: Stresstest

  • 2012: Rettungsroutine

  • 2013: GroKo

  • 2014: Lichtgrenze

11.12.2015, Quelle: dpa, epd
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