28.06.2016
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merkzettel

Gewalt gegen Frauen Offenbar Gruppenvergewaltigung in Weil am Rhein

BildPolizei im Einsatz
Symbolbild: Leuchtendes Blaulicht an Polizeiwagen

(Quelle: dpa)

VideoGewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen - wenn man sich die Statistik anschaut, passiert das vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Etta-Hallenga von der Frauenberatungsstelle Düsseldorf spricht über die Ängste der Opfer und was diese dagegen tun können.

(07.01.2015)

Kurzmeldung

  • Vergewaltigungen in Weil am Rhein: 15-Jähriger festgenommen 15:00 Uhr 08.01.2016
    Die Polizei hat den wegen Vergewaltigungsvorwürfen gesuchten 15-Jährigen aus Weil am Rhein festgenommen. Das teilte ein Sprecher mit. Der Jugendliche habe sich am Donnerstagabend in der Nähe des Polizeireviers in Lörrach aufgehalten. Beamte erkannten den mutmaßlichen Täter, der sich der Polizei zufolge widerstandslos festnehmen ließ. Er soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Er soll in der Silvesternacht in Weil am Rhein zusammen mit drei weiteren Männern zwei Mädchen vergewaltigt haben. Die anderen drei sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Ein junger Mann und drei Jugendliche sollen in der Silvesternacht zwei 14 und 15 Jahre alte Mädchen im baden-württembergischen Weil am Rhein vergewaltigt haben. Nach einem Tatverdächtigen wird noch gefahndet. 

In der Silvesternacht ist es im baden-württembergischen Weil am Rhein offenbar zu einer Gruppenvergewaltigung gekommen. Vier Männer im Alter zwischen 14 und 21 Jahren sollen zwei 14 und 15 Jahre alte Mädchen mehrfach vergewaltigt haben. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Syrer handelt. Die Nationalität der Tatverdächtigen spiele bei der Tat aber eine "untergeordnete Rolle", betonten Polizei und Staatsanwaltschaft gegenüber dem SWR, der zuerst über den Fall berichtet hatte.

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Die Opfer und einer der Täter kannten sich weitläufig, berichtet die Polizei. Sie trafen sich in den Abendstunden im Stadtteil Friedlingen. Anschließend sei die Gruppe gemeinsam in die Wohnung des 21-jährigen Beschuldigten und seines 15-jährigen Bruders gegangen. Dort sei es anfangs zum einvernehmlichen Austausch von Zärtlichkeiten, später jedoch zu den Vergewaltigungen gekommen. Nachdem die Opfer die Wohnung verlassen hatten, schalteten sie umgehend die Polizei ein. Diese nahm die Tatverdächtigen fest.

Polizei sucht noch nach einem Tatverdächtigen

Die Staatsanwaltschaft Lörrach beantragte gegen drei der vier Tatverdächtigen Haftbefehle. Die drei Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Gegen den 15-Jährigen habe anfangs jedoch kein Haftgrund vorgelegen. Er wurde in staatliche Obhut gegeben, entfernte sich daraus jedoch. Nun sucht die Polizei mit einem Haftbefehl auch nach dem Jugendlichen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es bei dieser Tat keinen Zusammenhang mit den Vorfällen in Köln und anderen deutschen Städten. "Auch handelt es sich nicht um eine Straftat, die im Umfeld eines Asylbewerberheimes begangen wurde", teilte die Polizei mit. Mehr könne  die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht mitteilen. Die Ermittlungen der Kripo Lörrach dauern noch an.

Was tun bei sexuellen Übergriffen?

Opferschutzorganisation "Weißer Ring"

Frauen demonstrieren am 05.01.2016 in Köln vor dem Dom gegen Sexismus

Die Opferschutzorganisation "Weißer Ring" rät allen Frauen, die in Köln oder anderenorts Opfer sexueller Übergriffe wurden, in jedem Fall eine Strafanzeige zu erstatten. "Es ist wie beim Fußball: Wenn wir nicht antreten, haben wir schon verloren", sagte der Wiesbadener Außenstellenleiter des "Weißen Rings", Rudi Glas. Bei Fällen von sexualisierter Gewalt und Raub könnten die Betroffenen darauf vertrauen, dass die Polizei ernsthaft ermittele. Die gleiche Empfehlung gelte auch für Frauen, die bei Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest sexuell belästigt werden.

Dort seien Veranstalter und deren Sicherheitsdienste allein schon aus wirtschaftlichen Gründen interessiert, Übergriffe zu unterbinden. Falls möglich sollten Frauen auch ein Handyfoto der Täter machen, um gegebenenfalls spätere Ermittlungen zu erleichtern. Glas räumte ein, dass die Ermittlung von Tätern wie in der Kölner Silvesternacht äußerst schwierig sei. In Gruppen agierende Täter würden beispielsweise blitzschnell erbeutetes Diebesgut untereinander austauschen. Selbst bei einer vorläufigen Festnahme noch am Ort des Geschehens bleibe der Polizei daher meist nichts anderes übrig, als die Verdächtigen nach Aufnahme der Personalien wieder laufenzulassen.

Die in Köln verwendete Methode, ein Opfer einzukreisen, es zu belästigen und dabei auszurauben, ist dem "Weißen Ring" seit Jahren bekannt. Auch an Orten wie dem Frankfurter Bahnhof gebe es Personen, die ähnlich vorgehen und sich dabei insbesondere hilfsbedürftige oder behinderte Menschen als Opfer aussuchen. Eine derartig große Tätergruppe wie offenbar in Köln sei der Opferschutzorganisation bislang jedoch noch nie untergekommen. "In dieser Dimension hat es das noch nicht gegeben", sagte Glas.

(Quelle: epd)

07.01.2016, Quelle: dpa, ots
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