25.07.2016

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AlphaGo Google schlägt Mensch: Go-Weltmeister kapituliert

Video"AlphaGo" besiegt Lee Sedol
Programm

Das Programm AlphaGo hat in dem asiatischen Strategiespiel Go zum dritten Mal den Spitzenspieler Lee Sedol besiegt. Es gewinnt damit vorzeitig das Fünf-Spiele-Match . Go galt als zu komplex für PCs.

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18 Weltmeisterschaften hat er gewonnen – jetzt muss sich Go-Ass Lee Sedol gegen einen Computer geschlagen geben. Die Google-Software Alpha-Go hat in Südkorea das dritte von fünf Spielen für sich entschieden. 

Den spektakulären Kräftevergleich zwischen Mensch und Computer im verzwickten Brettspiel Go hat die Google-Software AlphaGo vorzeitig für sich entschieden. Das Programm besiegte am Samstag in Seoul auch im dritten der fünf angesetzten Duelle den Südkoreaner Lee Sedol, der das Strategiespiel jahrelang dominiert hatte. Lee geriet am Ende in Zeitnot und gab nach mehr als vier Stunden auf. Er entschuldigte sich hinterher bei seinen Fans, er habe die Erwartungen nicht erfüllt: "Ich war machtlos." Schon der erste Sieg des Programms am vergangenen Mittwoch wurde als ein Meilenstein bei der Entwicklung selbstlernender Maschinen und künstlicher Intelligenz gewertet.

Computer lernte dazu

Go mit seinen vielen möglichen Spielzügen galt bis zuletzt als zu komplex für Computer. Zwar hatte AlphaGo schon im Oktober für Schlagzeilen gesorgt, als es den Europameister Fan Hui mit 5:0 deklassiert hatte. Doch gehört dieser nicht wie Lee Sedol zur Weltspitze. Seit dem Match im Oktober verbesserte sich die Software weiter. Die Programmierer fütterten sie ursprünglich mit Millionen Zügen der besten menschlichen Spieler, doch lernt sie selbst dazu.

Trotz der uneinholbaren 3:0-Führung von AlphaGo geht das Match gegen Lee am Sonntag und Dienstag weiter. Es wird live auf der Google-Videoplattform YouTube gezeigt. AlphaGo sicherte sich bereits das Preisgeld von einer Million Dollar - der Betrag soll gespendet werden.

Einfache Regeln, schwieriges Spiel

Die Regeln des ursprünglich aus China stammenden Go sind relativ einfach: Zwei Spieler versuchen, auf einem Spielbrett - ein Raster von 19 vertikalen und 19 horizontalen Linien - Gebiete zu erobern.
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Dafür setzen sie abwechselnd schwarze und weiße Steine. Auf dem Brett mit 361 Feldern ist aber eine gewaltige Zahl von Zügen möglich, was es selbst für einen leistungsstarken Computer schwierig macht, die Entwicklung des Spiels durchzurechnen.

Lee räumte am Samstag ein, trotz seiner großen Erfahrung unter Stress gestanden und den Druck gespürt zu haben, gegen das Programm gewinnen zu müssen. "Aber die heutige Niederlage war eine von Lee Sedol, nicht der Menschheit", sagte er.

Laut Experten ging AlphaGo die dritte Partie als Nachziehender zu Beginn aggressiv an und sicherte sich schnell Gebiete am unteren Rand. Lee hielt zwar dagegen, doch am Ende konnte er sich keine Vorteile mehr verschaffen. AlphaGo habe ein sehr starkes Spiel gezeigt, sagte der Kommentator Michael Redmond bei YouTube.

AlphaGo wurde bei der britischen Firma DeepMind entwickelt, die Google vor gut zwei Jahren gekauft hatte, laut Medienberichten für 500 Millionen Dollar. Mitgründer Demis Hassabis sagte in Seoul, der dritte Sieg habe ihn sprachlos gemacht. Doch sei AlphaGo noch weit davon entfernt, perfekt zu sein: "Da ist noch Raum zur Verbesserung." Hassabis spricht oft davon, Computern das Denken beizubringen.

Wie ein Computer eine US-Rateshow gewann

Bereits vor vier Jahren kam es zu einem ähnlich spektakulären Duell zwischen Mensch und Maschine. Damals trat der IBM-Computer "Watson" in der US-Rateshow "Jeopardy" gegen zwei menschliche Mitspieler an. Das Besondere an "Jeopardy": Der Quizmaster gibt Stichworte, aus denen die Spieler die korrekte Frage konstruieren müssen. Wer zuerst drückt und richtig antwortet, gewinnt mehrere hundert Dollar.

Zwar tat sich "Watson" zunächst schwer, konnte sich nicht absetzen und antwortete auch ein paar Mal falsch. Doch in der dritten und letzten Partie führte er seine menschlichen Konkurrenten vor, drückte mit seinem Roboterarm schneller und hatte sehr oft die richtigen Fakten parat.

Vor dem Duell hatte der US-Computergigant IBM drei Jahre lang an "Watson" gebastelt und nach Schätzungen von Experten etwa 100 Millionen Dollar investiert. Wie viel der Computer wirklich gekostet hat, verriet die Firma nicht. "Watson" verfügte über die Rechenleistung von 2.800 durchschnittlichen Computern und 15 Terabyte RAM-Speicher (Random Access Memory). Das ergab einen Zugang zu mehr als 200 Millionen Seiten Inhalt. Internet-Anschluss hatte er nicht.

12.03.2016, Quelle: Dirk Godder, dpa
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