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Meeresschutz Greenpeace: Am besten nur Karpfen

VideoFischratgeber von Greenpeace
Archiv - Karpfen wurden von Binnenfischern der Teichwirtschaft Moritzburg bei Dresden am 25.10.2008 gefischt

Greenpeace prangert in einem Einkaufsratgeber die Methoden für Fischfang- und Zucht an. Außerdem sind viele Arten überfischt. Nur Karpfen kann bedenkenlos gegessen werden.

(20.01.2016)

VideoWoher kommt unser Fisch?
Wer Fisch isst, ernährt sich gesund. Stimmt das noch? Fische aus Aquakulturen sind oft mit Antibiotika belastet. Was kann man noch essen und worauf sollte man beim Fischkauf achten. WISO plus zeigts.

Wer Fisch isst, ernährt sich gesund. Stimmt das noch? Fische aus Aquakulturen sind oft mit Antibiotika belastet. Was kann man noch essen und worauf sollte man beim Fischkauf achten. WISO plus zeigts.

(01.09.2015)

Fast keine Fischart kann nach Ansicht von Greenpeace mit gutem Gewissen gegessen werden - bis auf Karpfen. Daher solle man beim Kauf einiges beachten, empfehlen die Umweltschützer. Die Fischindustrie wirft Greenpeace vor, das Thema durch die ideologische Brille zu betrachten. 

Fisch gilt vielen Verbrauchern als gesund, aber Greenpeace rät zum Verzicht, denn fast keine Fischart könne noch bedenkenlos gekauft werden. Allein der Karpfen dürfe noch mit gutem Gewissen auf den Tisch kommen, empfehlen die Umweltschützer in ihrem neuen Einkaufsratgeber. Das Heft soll Verbrauchern helfen, umweltbewusst Meerestiere zu kaufen.

30 Prozent der Bestände überfischt oder erschöpft

Die Umweltschutzorganisation hat 115 Arten bewertet. Konsumenten sollten je nach Art auf den Zustand des Bestandes, das Herkunftsgebiet des Fangs und die Fangmethode achten. "Vielen Fischbeständen steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals", sagte Meeresexpertin Sandra Schöttner.

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind  28,8 Prozent der weltweiten Speisefischbestände überfischt oder erschöpft, 61,3 Prozent werden bis an die Grenze genutzt.

Für nicht vertretbar hält die Umweltschutzorganisation den Verzehr von Aal, Rotbarsch, Makrele, Seehecht und Alaska-Seelachs. Grundsätzlich rät Greenpeace: "Essen Sie seltener oder im Idealfall gar keinen Fisch."

Verband: "Ideologische Empfehlungen"

Der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels hält den Einkaufsratgeber für "wirklichkeitsfremd". Er ignoriere viele Entwicklungen, die von der Fischindustrie und zum Teil auch von Greenpeace selbst in den vergangenen zehn Jahren angestoßen worden seien, sagte Verbandsgeschäftsführer Matthias Keller. "Das sind sehr ideologische Empfehlungen."

Im Fischfang sei alles durch Vorschriften geregelt, von den Mengen bis zu den Fangmethoden. Greenpeace rate vom Kauf von Kabeljau ab, tatsächlich komme die Mehrzahl der Fische aber aus nachhaltigem Fang. Auch bei der Scholle sei die freigegebene Fangmenge in der Nordsee noch nie so groß wie 2015 und 2016 gewesen.

Über die Fischbestände informiert die Fischindustrie in Kooperation mit Wissenschaftlern vom Thünen-Institut für Ostseefischerei im Internet. Demnach ist etwa der in Deutschland beliebte Alaska-Seelachs in drei von vier Fanggebieten nicht überfischt. Im vierten Fanggebiet, der westlichen Beringsee, ist der Zustand des Bestandes aufgrund fehlender Daten unklar. Greenpeace rät dagegen zum völligen Verzicht von Alaska-Seelachs, weil die Fische mit Schleppnetzen gefangen würden, die den Meeresboden zerstörten.

Deutsche verzehren 1,2 Millionen Tonnen Fisch im Jahr

In Deutschland wurden 2014 etwa 1,2 Millionen Tonnen Fisch konsumiert, das waren gut 14 Kilo pro Kopf. Weltweit liegt der Pro-Kopf-Verbrauch nach Angaben der Fischindustrie bei 19 Kilo, in der EU sogar bei 23 Kilo. "Wir sind da noch ein Entwicklungsland", sagte Keller. Der Verband setzt auf einen steigenden Fischkonsum in Deutschland. Der beliebteste Speisefisch ist inzwischen der Lachs vor dem Alaska-Seelachs. Es folgen Hering, Thunfisch und Forelle.

20.01.2016, Quelle: dpa
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