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Griechenland Endstation Idomeni: Flüchtlinge protestieren

VideoProteste in Idomeni
Flüchtlinge an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien am 27.02.2016

Sie stehen vor dem Grenzübergang Idomeni in Griechenland und kommen nicht weiter. Über 5.000 Flüchtlinge wollen über die Grenze nach Mazedonien.

(27.02.2016)

VideoSackgasse Griechenland
Flüchtlingslager an Griechenlands Grenze

Die Beschlüsse der Westbalkan-Konferenz in Wien haben direkte Auswirkungen – vor allem auf Griechenland. An der griechisch-mazedonischen Grenze stranden immer mehr Flüchtlinge.

(24.02.2016)

VideoFlüchtlinge sitzen fest
Flüchtlinge an der  Balkanroute

Die Balkanroute ist weitgehend geschlossen. Dennoch versuchen weiterhin Tausende, zur Grenze nach Mazedonien zu gelangen. In Griechenland wird der Rückstau an Flüchtlingen immer größer.

(26.02.2016)

VideoKonferenz in Wien
Westbalkan-Konferenz

Österreichs initiierte Westbalkan-Konferenz zur Reduzierung der Flüchtlingszuwanderung wurde von der EU und Griechenland scharf kritisiert. Beide waren, ebenso wie Deutschland, nicht dazu eingeladen.

(24.02.2016)

Es ist eine Mischung aus Verzweiflung und Wut: Knapp 400 Flüchtlinge haben am Grenzübergang Idomeni demonstriert und verlangt, nach Mazedonien einreisen zu dürfen. Insgesamt sitzen in Griechenland derzeit 25.000 Asylsuchende fest. Das wirkt sich auch auf den Tourismus aus. 

Nachts schlafen sie zu Hunderten in den Wartehallen der Häfen, in Parks, in Bussen, auf Fähren, in überfüllten Auffanglagern oder unter freiem Himmel. Tagsüber probieren sie auf welche Weise auch immer, in den Norden zu gelangen - zu Fuß entlang der Autobahn, per Bus oder auch im Taxi. Mehr als 25.000 Flüchtlinge sitzen mittlerweile in Griechenland fest, weil die Länder der Balkanroute ihre Grenzen dicht gemacht haben. Von einem "Tsunami" an der Nordgrenze sprechen griechische Medien.

Auffanglager reicht nur für 1.500 der 5.500 Menschen

Der kleine Ort Idomeni an der Grenze zu Mazedonien beherbergt mittlerweile mehr als 5.500 Flüchtlinge - und der Zug der Migranten reißt nicht ab. Zum Teil marschierten sie zu Fuß über die Autobahn gen Norden, Kleinkinder auf dem Arm; alte Menschen werden im Rollstuhl geschoben. Am Samstag protestierten rund 400 Menschen für eine Grenzöffnung: "Helft uns! Öffnet die Grenzen!" skandierten sie.

Das Auffanglager am Grenzübergang bietet lediglich Platz für 1.500 Menschen, alle anderen schlafen im Freien und wärmen sich abends an Lagerfeuern. Immer wieder kommt es im Gerangel um Nahrungsmittel oder auch Zelte zu Zusammenstößen.

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"Bisher können wir es noch bewältigen", sagte Gemma Gillie von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. "In der Nacht zum Samstag hat es geregnet, aber wir hatten noch ausreichend Decken und Regenmäntel sowie Nahrungsmittel und Wasser." Auch die griechische Bevölkerung hilft landesweit. Dort, wo die Flüchtlinge und Migranten campen, werden Milch, frisches Obst und Gemüse hingebracht; auch Kleider und Zelte werden gesammelt.

Touristen bleiben aus

Wie es jedoch mit den Menschen weitergehen soll, wenn Mazedonien weiterhin kaum jemanden ins Land lässt, möchte niemand mutmaßen. Am Samstag durften laut dem griechischen Nachrichtensender Skai überraschend 300 Flüchtlinge passieren, zuvor war die Grenze geschlossen gewesen. Sämtliche Auffanglager und Hotspots (Registrierzentren) in Griechenland sind bereits überfüllt; im Eiltempo versucht die griechische Regierung, zusätzlichen Raum zu schaffen, beispielsweise in Kasernen der Armee.

Man dürfe nicht - wie andere Länder - in Rassismus und Unmenschlichkeit verfallen, warnte ein Parlamentarier am Samstag im Staatsfernsehen. An die Hilfsbereitschaft der Menschen appellieren weiterhin viele Medien, doch die Lage wird zunehmend kritisch für das Land: Bleiben die Grenzen geschlossen, könne man bei der Versorgung schnell an die Grenzen der Möglichkeiten gelangen, heißt es.

Mit jedem Tag der Krise schwinden aber auch die Hoffnungen des von der Finanzkrise schwer gebeutelten Landes auf eine wirtschaftliche Erholung. In den Feriengebieten bleiben zunehmend die Touristen aus. Das belastet die Bevölkerung zusätzlich.

Verhängt Athen den Ausnahmezustand?

"Der Spiegel" berichtet, dass Griechenland die Verhängung des Ausnahmezustandes in Erwägung ziehe, um die anderen EU-Länder zur Solidarität zu zwingen. Aufregung herrscht zudem in den griechischen Medien über die Information des Magazins, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) die Sorge habe, die EU-Länder könnten dem Land wegen der Flüchtlingskrise bei den Sparauflagen für das dritte Rettungspaket entgegenkommen.

27.02.2016, Quelle: dpa, afp, ZDF
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