27.06.2017
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merkzettel

Pflegebedürftige Grüne fordern Sex auf Rezept

BildSex auf Rezept
Frauenbeine

(Quelle: reuters)

VideoDie Grünen suchen ihr Ich
Delegierte halten bei Bundesparteitag der Grünen Stimmzettel hoch

Die Grünen wollen unbedingt wieder mitregieren im Bund. Am liebsten mit Rot-Rot-Grün. Wenn aber nur Schwarz-Grün infrage käme – auch gut. So stellen sie sich auch programmatisch auf – ein bisschen links, und doch nach allen Seiten offen.

(14.11.2016)

VideoÄnderungen bei der Pflege
Senioren spielen mit dem Ball

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wurde neu definiert. Was das bedeutet: In unserem WISO-Tipp!

(19.12.2016)

Pflegebedürftige und Schwerkranke sollen Sex mit Prostituierten künftig bezahlt bekommen. Das fordert die pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Elisabeth Scharfenberg. Experten reagierten unterschiedlich: Für die einen wäre dies menschenverachtend, für die anderen ein Segen. 

"Wer täglich damit zu kämpfen hat, beim Stuhlgang, Waschen und Essen Hilfe zu erhalten, hat andere Sorgen", sagte der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Hier könne die Partei mit Verbesserungsvorschlägen überzeugen. Brysch weiter: "Prostitution für Pflegebedürftige als Leistung der Kommunen. Damit gewinnen die Grünen die Hoheit über bundesdeutsche Stammtische."

Kommune soll Zuschüsse gewähren

Die pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Elisabeth Scharfenberg hatte in der "Welt am Sonntag" gefordert, Pflegebedürftigen und Schwerkranken Sex mit Prostituierten zu bezahlen. "Eine Finanzierung für Sexualassistenz ist für mich vorstellbar", sagte sie der Zeitung. "Die Kommune könnte über entsprechende Angebote vor Ort beraten und Zuschüsse gewähren."

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Vorbild wären laut Bericht die Niederlande, wo es bereits die Möglichkeit gibt, sich als Pflegebedürftiger die Dienste sogenannter Sexualassistentinnen, also zertifizierter Prostituierter, bezahlen zu lassen. Die Betroffenen müssen allerdings im Nachbarland per ärztlichem Attest nachweisen, sich nicht auf andere Weise befriedigen und die Dienstleistung nicht selbst bezahlen zu können.

Auch in Deutschland gebe es immer mehr Prostituierte, die etwa in Pflegeheimen ihre Dienste anbieten, hieß es. Das Spektrum reiche von zärtlichen Berührungen bis zum Geschlechtsverkehr. Da die Berufsbezeichnung hier nicht geschützt sei, existierten jedoch große Qualitätsunterschiede, was den Umgang der Sexarbeiterinnen etwa mit Demenzkranken angehe.

Sexualberaterin: "Ein Segen"

Das Konzept und die öffentliche finanzielle Übernahme sind in der Pflegebranche umstritten. Pflegeforscher Wilhelm Frieling-Sonnenberg, Professor an der Hochschule Nordhausen, bezeichnete den Vorschlag als "menschenverachtend". "Da geht es allenfalls darum, Menschen durch sexuellen Druckabbau wieder funktionstüchtig machen zu wollen: Lasst die Alten Druck ablassen, dann sind sie pflegeleichter."

Dagegen argumentiert die Sexualberaterin für Pflegeheime, Vanessa del Rae: Die Prostituierten seien ein "Segen" für Heimbewohner und Pflegepersonal.

08.01.2017, Quelle: epd, kna
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