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Baden-Württemberg Staatsanwaltschaft: Unklar, ob Granate scharf war

VideoHandgranate auf Flüchtlingsheim
Ein Modell der Handgranate M52 aus dem ehemaligen Jugoslawien wird am 29.01.2016 in Villingen-Schwenningen während einer Pressekonferenz gezeigt

Unbekannte haben in Villingen-Schwenningen eine Handgranate über den Zaun einer Flüchtlingsunterkunft geworfen. Das teilte die Polizei mit. Es sei dabei aber nicht zur Explosion gekommen.

(29.01.2016)

VideoAufgewärmter Kompromiss
Bundeskanzleramt

Das Vertrauen in das Flüchtlingshandling der Koalition schwindet zunehmend. Aber im Asylpaket II einigt sie sich auf einen Kompromiss - einen aufgewärmten.

(28.01.2016)

VideoToter vor Lageso war erfunden
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin.

Der Fall eines angeblich in Berlin verstorbenen Flüchtlings ist frei erfunden. Laut Polizei gab ein Helfer der Organisation "Moabit hilft" zu, sich die Geschichte ausgedacht zu haben.

(28.01.2016)

Nach der Attacke mit einer Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen hat die Polizei eine Sonderkommission eingerichtet. Unterdessen teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass in der Granate zwar Sprengstoff enthalten war, "ob ein Zünder verbaut war, ist bisher nicht bekannt." 

Nach dem Anschlag mit einer Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft untersuchen die Ermittler, ob die Kriegswaffe einen Zünder hatte und damit tatsächlich scharf war. "Es steht fest, dass sie mit Sprengstoff gefüllt war", sagte Johannes-Georg Roth, Leiter der Staatsanwaltschaft Konstanz, bei einer Pressekonferenz in Villingen-Schwenningen.

"Ob ein Zünder verbaut war, ist bisher nicht bekannt. Das ist die entscheidende Weichenstellung." Der Experte des Landeskriminalamtes, Andreas Stenger, erklärte, von einer scharfen Granate könne nur gesprochen werden, wenn sowohl Sprengstoff als auch Zünder vorhanden seien. Aus Polizeikreisen hatte es zunächst geheißen, die Handgranate sei scharf gewesen.

Sonderkommission mit 75 Beamten eingerichtet

Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet. In der "Soko Container" ermittelten 75 Beamte, um die Hintergründe der Tat aufzuklären, sagte Dietmar Schönherr, Leiter der Kriminaldirektion Rottweil.

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Soko-Chef Rolf Straub äußerte sich zurückhaltend zum Stand der Ermittlungen. Es werde geprüft, ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat handele. Aber auch andere Möglichkeiten würden in Betracht gezogen. Befragungen in der Nachbarschaft hätten einige Hinweise erbracht, aber sie seien zu unkonkret, "um auf bestimmte Personen zuzugehen".

Maas: "Dürfen nicht abwarten, bis es die ersten Toten gibt"

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte, das "Ausmaß der Gewalt" sei "erschreckend". Er hob hervor: "Wir können alle nur dankbar sein, dass dieses Mal niemand verletzt wurde." Ein Sprecher des Justizministeriums sagte, Maas habe die Landesjustizminister für den März nach Berlin eingeladen, um über eine bessere Strafverfolgung ausländerfeindlicher Gewalt zu diskutieren. "Sprengkörper auf Flüchtlingsheime fliegen heute schon, wir dürfen nicht abwarten, bis es die ersten Toten gibt", sagte Maas.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter erklärte, Deutschland müsse "diesen neuen rechten Terror sehr ernst nehmen". Die Gewalt gegen Zuwanderer habe in den vergangenen Monaten eine "neue Qualität erreicht", gegen die es entschlossen vorzugehen gelte. Linkspartei-Chef Bernd Riexinger kritisierte, die Flüchtlingsdebatte habe ein "erschreckendes Ausmaß menschenverachtendem Gedankenguts bis in die Mitte der Gesellschaft hinein offenbart".

Granate war mit Sprengstoff gefüllt

Am frühen Freitagmorgen hatten Unbekannte eine Handgranate auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen geworfen. Die Granate war nach Angaben der Polizei mit Sprengstoff gefüllt, aber nicht explodiert. Entschärfer des Landeskriminalamtes sprengten die Handgranate. Es wurde niemand verletzt.

Geschleudert wurde die Handgranate in Richtung eines Containers für das Wachpersonal. Den Angaben zufolge befanden sich zur Tatzeit drei Wachleute in dem Container. Insgesamt seien in der Nacht 14 Security-Mitarbeiter im Einsatz gewesen.

29.01.2016, Quelle: dpa, afp
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