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Raucher Adolfs Heiße Phase im Qualm-Streit

BildFriedhelm Adolfs
Raucher Friedhelm Adolfs  am 18.2.2015 vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Friedhelm Adolfs lässt sich das Rauchen nicht verbieten. Prozess um Rauswurf aus Mietwohnung geht in finale Runde.

(Quelle: dpa)

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(13.11.2015)

Die Sympathien so mancher Raucher dürfte Friedhelm Adolfs auf seiner Seite haben. Seit drei Jahren wehrt er sich gegen die fristlose Kündigung seiner Mietwohnung. Jetzt geht der Streit in die heiße Phase - wieder einmal. 

Es geht um eine Mietwohnung und einen Raucher. Jahrelang schwelt der bundesweit beachtete Streit schon, jetzt geht er in die finale Phase: Das Düsseldorfer Landgericht hat für heute zur großen Beweisaufnahme geladen. Zwölf Zeugen wollen die Richter hören, um dann später zu entscheiden, ob der Raucher Friedhelm Adolfs seine Nachbarn in einem Mehrparteienhaus mit Zigarettenqualm unzumutbar belästigt hat. Sollte dies der Fall sein, wird der 77-Jährige seinen Rauswurf kaum noch verhindern können.

Verschiedene Instanzen, verschiedene Urteile

Der Fall beschäftigt die Justiz bereits seit 2013: Zunächst hatte das Amtsgericht den fristlosen Rauswurf des Rentners aus seiner Mietwohnung bestätigt: Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit der Nachbarn habe Vorrang vor dem Recht auf freie persönliche Entfaltung des Rauchers. Im Juni 2014 musste Adolfs die nächste Schlappe verdauen: Auch das Landgericht schlägt sich auf die Seite der Vermieterin und weist seine Berufung zurück.

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Im Februar 2015 kommt die Wende: Der Bundesgerichtshof hebt das Urteil auf und ordnet eine Neuauflage an. Die Vorinstanzen hätten sich nicht um eine umfangreiche Beweisaufnahme drücken dürfen. Doch die Vermieterin betreibt weiterhin die Zwangsräumung der Wohnung, die Adolfs' allerdings mit Hilfe der Justiz im März abwenden kann.

Nun sollen die übrigen Hausbewohner über die Geruchsbelastung aussagen. Friedhelm Adolfs hat seinerseits Zeugen aufgeboten, die ihn in der fraglichen Zeit in seiner Wohnung besucht hatten.

Zweifel an Glaubwürdigkeit eines Zeugen

Vor der Verhandlung hat Adolfs' Anwalt eine Karte aus dem Ärmel gezogen, die die Position der Vermieterin erschüttern soll. Der Zeuge, der Adolfs mündlich abgemahnt haben will, stehe in einer deutlich engeren Beziehung zur Vermieterin, als er vor Gericht ausgesagt habe. Er habe deswegen Strafanzeige erstattet, sagt Rechtsanwalt Martin Lauppe-Assmann. Außerdem gebe es weitere Hinweise, die die Glaubwürdigkeit des Zeugen beträfen.

Der Anwalt hält die Aussage des Mannes für unglaubwürdig: "Kein professioneller Vermieter spricht eine Abmahnung mündlich aus", sagt Lauppe-Assmann. Ohne vorherige Abmahnung wäre die Kündigung aber unwirksam.

Adolfs' Sieg-Chancen stehen gut

Die Vermieterin muss zudem nachweisen, dass die Belästigung durch den Qualm so stark war, dass die Gesundheit der übrigen Menschen im Haus gefährdet wurde. Dies könnte zum entscheidenden Problem werden. "Rauchen darf er. Gewisse Beeinträchtigungen sind hinnehmbar", hatte Richter Rolf Maurer in einem ersten Termin bereits gesagt. Eine kurzzeitige Geruchsbelästigung im Treppenhaus reiche für eine Kündigung nicht aus.

Adolfs hat gute Chancen, seine Sieges-Zigarre doch noch anzünden zu können - wenn auch zum ausdrücklichen Missfallen seiner Ärzte.

11.01.2016, Quelle: von Frank Christiansen, dpa
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