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Hohes Wirtschaftswachstum China: Erfolg ist zurück, Risiken bleiben

BildChinas Wirtschaft wächst
Arbeiter beobachten am 10. Oktober 2016 die Baustelle eines Terminals des neuen Flughafens Peking-Daxing.

(Quelle: reuters)

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Die Wirtschaft in China wächst - und zwar stärker als erwartet. Nachdem das Wachstum in den vergangenen Jahren kontinuierlich sank, befindet sich die chinesische Industrie nun erstmals wieder im Aufschwung. Dafür musste Peking allerdings kräftig nachhelfen. Und das birgt Risiken. 

Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Wie das Statistikamt in Peking mitteilte, legte die zweitgrößte Volkswirtschaft seit Jahresanfang um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Im vergangenen Jahr war Chinas Wirtschaft um 6,7 Prozent gewachsen - so langsam wie seit 26 Jahren nicht mehr.

Nach den 6,8 Prozent im letzten Quartal des vergangenen Jahres legte die chinesische Wirtschaft damit noch einmal zu. Für dieses Jahr hatte die Regierung eigentlich ein niedrigeres Wachstumsziel von "rund 6,5 Prozent" oder wenn möglich auch etwas mehr vorgegeben.

Globale Nachfrage kurbelt Konjunktur an

"Die Lage ist optimistischer als die Erwartungen", sagte Zheng Chaoyu, Wirtschaftsprofessor der Volksuniversität (Renmin Daxue) in Peking der Deutschen Presse-Agentur. Schon im letzten Quartal 2016 sei die Entwicklung überraschend gut gewesen. "Das war ein ziemlich guter Start und eine gute Vorbereitung für dieses Jahr."

Die globale Nachfrage sei besser, auch hätten Investitionen in die Infrastruktur und andere Maßnahmen die Konjunktur angekurbelt. "Das Wachstum wäre ohne Stimulus zurückgegangen", sagte Zheng Chaoyu. "Das gegenwärtige Ziel ist, eine Depression zu verhindern." China kenne haushaltstechnisch keine Grenzen bei den Konjunkturmaßnahmen.

Risikofaktor Verschuldung

Andere Experten warnten allerdings vor der steigenden Verschuldung und anderen Unsicherheiten wie den jüngsten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und dem anhaltenden Handelsstreit mit den USA. Die Spannungen wegen des hohen Handelsdefizits der USA mit China seien zwar nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Staatschef Xi Jinping erstmal zurückgegangen, doch die Bewährungsprobe steht nach Einschätzung von Experten noch aus.

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Vorerst zeigen die Konjunkturdaten aber nach oben. Die Anlageinvestitionen legten im ersten Quartal um 9,2 Prozent zu, während die Industrieproduktion um 6,8 Prozent wuchs, berichtete das Statistikamt. Auch die heimische Nachfrage war relativ stark. So stiegen die Einzelhandelsumsätze allein im März um 10,9 Prozent und insgesamt im ersten Quartal um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Chinas Wirtschaft habe den Schwung zum Jahresende mit ins erste Quartal nehmen können, sagte Max Zenglein vom China-Institut Merics in Berlin. "Es wäre allerdings trügerisch, davon auszugehen, dass das Wachstum weiter anziehen wird", sagte Zenglein. "Der Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft bleibt bestehen." Die Regierung traue den Marktmechanismen nicht und interveniere, wenn es nicht nach Plan laufe. "Dadurch jongliert sie gleichzeitig mit einer zunehmenden Anzahl an Brandherden."

Immobilienmarkt: Zwischen Boom und Blase

Auch der Immobilienboom habe zum Wachstum beigetragen, sagte Liu Yuan, Wirtschaftsprofessor an der Volksuniversität, und warnte vor einer Blase. "Die Kontrolle des Immobilienmarktes hat keine gute Wirkung gezeigt." Insgesamt sei die Stimmung in den Unternehmen aber gut. Die Industrie erhole sich offensichtlich. Auch sei das Wachstum bei den privaten Investitionen stabil.

17.04.2017, Quelle: dpa
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