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merkzettel

Neue Seilbahn über IGA-Gelände Drahtseilakt über Berlin

VideoMit der Seilbahn übers Geände
Christoph Schmidt und Lisa Jandi

"Unsere IGA-Besucher wollen umweltfreundlich, bequem und verkehrssicher transportiert werden - deswegen die Seilbahn", sagt IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt zu ZDF-Reporterin Lisa Jandi. Die Seilbahn solle auch nach der Ausstellung erhalten bleiben.

(13.04.2017)

VideoArbeiten in der Eiseskälte
Es ist ein Mammutprojekt knapp 3.000 Metern über dem Meeresspiegel: Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, bekommt eine neue Seilbahn.  Die Arbeiten müssen auch im Winter weitergehen - trotz Schnee, Sturm oder Minustemperaturen.

Es ist ein Mammutprojekt knapp 3.000 Metern über dem Meeresspiegel: Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, bekommt eine neue Seilbahn. Die Arbeiten müssen auch im Winter weitergehen - trotz Schnee, Sturm oder Minustemperaturen.

(02.02.2017)

VideoExpedition Deutschland: Berlin
Gespräch in der Schreibergartenkolonie in Berlin

In der Kleingartenanlage "Gartenfreunde" Wolfgang Lipke erzählt uns von seiner Liebe zum Garten, seiner Kindheit auf dem Land und Glück und Pech in der Liebe.

(28.02.2017)

von Christine Elsner

Die Hauptstadt aus der Vogelperspektive - einen ganz anderen Blick auf Berlin ermöglicht eine neue Seilbahn. Sie ist eine der Attraktionen der Gartenschau IGA, die heute eröffnet wird. Nach der Ausstellung kann sie als normales Nahverkehrsmittel genutzt werden. 

Ein "Mehr aus Farben" verspricht die diesjährige Internationale Gartenbauausstellung (IGA). Daneben will die Gartenausstellung am östlichen Stadtrand Berlins aber noch ein weiteres Versprechen einlösen: Die Besucher sicher und schnell über das Gelände zu befördern - und zwar umweltfreundlich.

Das alles macht die neue Seilbahn möglich. Die luftige Reise beginnt in Hellersdorf und führt hinauf zum hundert Meter hohen Gipfel des Kienbergs und von dort aus weiter in den zentralen Bereich der Gartenausstellung, nach Marzahn. 1,5 Kilometer lang ist Strecke insgesamt, die Fahrzeit beträgt fünf Minuten.

Kaum Eingriffe in Natur

Eine Seilbahn als Massentransportmittel inmitten einer Stadt - damit setzt die IGA ein Zeichen in puncto Mobilitätszukunft. Die Seilbahn ist hoch effizient. Sie benötigt wenig Platz und hat im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln kaum Eingriffe in Natur und Landschaft zur Folge. "Darüber hinaus kann sie schnell errichtet werden und hat hohe Transportkapazitäten von über 3.000 Personen in einer Stunde", betont Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017 GmbH.

Auch in Sachen Design hoffen die IGA-Organisatoren auf die Begeisterung der Berliner: "Die Seilbahnstationen stellen mit ihrer expressiven Architektur und den innovativen Dachbegrünungen ein mustergültiges Projekt dar."

Weltweit solche Anlagen

Betreiber der Seilbahn ist ein renommiertes Südtiroler Unternehmen, das bereits weltweit solche Anlagen in Großstädten installierte. "Seilbahnen weisen im Vergleich zu anderen Verkehrssystemen wesentlich kürzere Bauzeiten und geringere Investitions- und Betriebskosten auf. Eine Seilbahn kostet zehn Mal weniger als eine U-Bahn und die Hälfte weniger als eine Straßenbahn" meint Maurizio Todesco vom Seilbahnbetreiber LEITNER ropeways.

Neben den ökonomischen Faktoren spielt aber auch die Ökologie eine wichtige Rolle. So ist die Flächenversiegelung beim Bau einer Seilbahn wesentlich geringer als etwa bei der Errichtung einer Straßenbahn. Zudem entstehen beim Seilbahnbetrieb im Vergleich zum Straßenverkehr nahezu keine Feinstaubemissionen. Die CO²-Emissionen sind ebenfalls geringer.

Weitere Links zum Thema

"Bei einer Seilbahnlänge von zwei Kilometern ergibt sich über die gerechnete Lebensdauer der Seilbahn von 35 Jahren eine CO²-Einsparung von ungefähr 10.000 Tonnen - so die Bilanz von LEITNER ropeways. Ein weiterer Umweltaspekt ist der Energieverbrauch. Er passt sich der Passagieranzahl an. Beim Bremsen dient der Motor als Generator, der die Bremsenergie in Strom umwandelt. Dieser kann dann ins Netz eingespeist werden.

Luftseilbahn als urbanes Transportmittel

Die Chancen der Seilbahnen für die Mobilität in Städten sind vielen Stadtplanern und Bewohnern noch nicht bewusst. Dabei können die Bahnen jedes topographische Hindernis überwinden und größere Fahrbahnneigungen bewältigen als jedes andere Fahrzeug. Seilbahnen können zudem Straßen entlasten.

"Weniger Verkehr und mehr Lebensqualität, diese Zeile konnte man dank Seilbahnen zum Beispiel schon in New York, Hongkong, Rio de Janeiro, Ankara und Mexiko City erreichen" - so der Seilbahnbetreiber. Die neue Berliner Seilbahn reiht sich in den internationalen Reigen ein. Nach der IGA kann die Bevölkerung ihre Seilbahn als öffentliches Nahverkehrsmittel weiter nutzen. Dafür wird es dann ein Kombi-Ticket geben, das auch für den ÖPNV gilt.

Infos rund um die IGA in Berlin

Einleitung

Regentropfen auf Ranunkelblüten am 11.04.2017 in Berlin

Deutschlands größtes Gartenfestival startet jetzt in Berlin. Am östlichen Stadtrand entstand mit Millionenaufwand auf rund 100 Hektar eine Parklandschaft - umgeben von Plattenbauten. Etwa zwei Millionen Besucher werden bis zum 15. Oktober auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) erwartet. Berlin und der Bezirk Marzahn-Hellersdorf erhoffen sich von der Schau unter dem Motto "Ein Mehr an Farben" positive Effekte. An 186 Tagen können sich Interessierte ein Bild machen.

Was erwartet die Gartenfans?

Auf freien Flächen entstand eine hügelig modellierte Landschaft mit neuen Bäumen und Sträuchern, einem englischen Cottage, Weiden mit selten gewordenen Schaf- und Rinderrassen und Weinterrassen. Besucher können durch eine neue Tropenhalle wandeln oder von der Plattform "Wolkenhain" auf dem Kienberg bis zum Fernsehturm schauen. Auf einer Metallkonstruktion wurde eine Bespannung montiert, die an eine Wolke erinnern soll.

In einer Seilbahn können Gäste über das Ausstellungsgelände schweben. Die Bahn hält auch auf dem rund 100 Meter hohen Kienberg, der zu DDR-Zeiten mit Trümmern und Bauschutt aufgeschüttet wurde. Einige Wagen der Kabinenbahn haben einen gläsernen Boden. Auch ein U-Bahnhof wurde saniert. An der Station "Kienberg - Gärten der Welt" der U5 kann man in die Seilbahn umsteigen oder zu Fuß zum Gartenspektakel gehen. Zudem wurden eine Art Amphitheater mit begrüntem Dach für Konzerte, eine große Ausstellungshalle sowie ein Besucherzentrum gebaut.

Was zahlen Besucher?

Das Tagesticket kostet 20 Euro, beliebig viele Fahrten mit der Seilbahn sind inbegriffen. Eine normale Dauerkarte ist für 90 Euro zu haben. Es gibt auch Ermäßigungen sowie einen Abendtarif. Einen finanziellen Flop wie zuletzt bei der Bundesgartenschau in der Havelregion befürchten die Macher nicht.

Lag das IGA-Gelände vorher brach?

Nur zum Teil. Neu erschlossen wurde das Areal rund um die Gärten der Welt, die schon zu DDR-Zeiten angelegt wurden. Seit langem beliebt ist der im Jahr 2000 eröffnete Chinesische Garten. Er war die erste große Erweiterung nach dem Mauerfall. Zu den erschlossenen 20 Hektar kamen dann 80 Hektar hinzu. 1.500 neue Bäume kamen in den Boden. Auch Wildobst und Rebstöcke wurden gepflanzt.

Was ist der internationale Aspekt?

Gestalter haben neun Gartenkabinette angelegt, die Einblicke in fremde Welten geben. Gartenkünstler aus Australien, dem Libanon, Thailand oder Südafrika zeigen Traditionelles und Zeitgenössisches. Auch in den traditionellen Gärten können Besucher weit reisen - etwa nach
Japan oder nach England. In der 16 Meter hohen Tropenhalle wird eine balinesische Landschaft gezeigt.

Gibt es Attraktionen für Kinder?

Planschen unter Wasserkaskaden, eine Sommerrodelbahn und zahlreiche Spielplätze sollen laut IGA-Konzept Familien animieren, mit ihren Sprösslingen zu kommen. Sie können auch vom Aussterben bedrohte Tiere aus nächster Nähe beobachten. Es wird damit gerechnet, dass Besucher im Schnitt fünf bis sechs Stunden bleiben.

Wie teuer ist das Projekt?

In die erste IGA in Berlin fließen aus verschiedenen Töpfen laut Geschäftsführung alles in allem etwa 130 Millionen Euro. Ein Teil davon ging in die dauerhafte Infrastruktur. Das Land Berlin gab einen Zuschuss von knapp 10 Millionen Euro für das wichtige Projekt der
Stadtentwicklung.

Was bleibt nach 186 Ausstellungstagen?

"Ich hoffe, dass die Ausstellung hilft, das Negativ-Image des Bezirkes abzustreifen", sagt IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt. Marzahn gilt als größte deutsche Plattenbausiedlung. Schmidt schwärmt von einem neuen touristischen Ziel. "Das ist ein ganz neuer Blick auf die Stadt." Viele Anwohner seien schon jetzt stolz. Die IGA sei nachhaltig konzipiert. "Wir übergeben nach der IGA den Kienberg als neuen Volkspark an die Öffentlichkeit - ohne Eintritt." Für Schmidt ist die grüne Lunge ein neues Stück Lebensqualität für die Metropole.

(Quelle: dpa)

13.04.2017
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