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Zorneding in Bayern Pfarrer tritt nach Morddrohungen zurück

VideoPfarrer in Bayern tritt zurück
Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende

Der aus dem Kongo stammende katholische Pfarrer der Gemeinde Zorneding ist zurückgetreten. Grund sind rassistische Äußerungen und zuletzt mehrere Morddrohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende.

(07.03.2016)

Nach mehreren Morddrohungen gegen ihn tritt der katholische Pfarrer der oberbayerischen Gemeinde Zorneding, Olivier Ndjimbi-Tshiende, zurück. Der gebürtige Kongolese hatte sich gegen rassistische Äußerungen der ehemaligen CSU-Ortsvorsitzenden positioniert. 

Olivier Ndjimbi-Tshiende verlässt seine Gemeinde und tritt zum 1. April eine neue Stelle im Bistum an. Der Sprecher des Erzbistums München und Freising, Bernhard Kellner, bestätigte, dass der 66-Jährige fünf Morddrohungen erhalten hatte, weil er sich gegen fremdenfeindliche Äußerungen der ehemaligen CSU-Ortsvorsitzenden Sylvia Boher positioniert hatte.

Das Erzbistum nahm das Rücktrittsgesuch des Pfarrers an. "Wir bedauern das sehr und stehen an seiner Seite." Am Sonntag informierte der Pfarrer die Gemeindemitglieder im Gottesdienst über seinen Weggang. Er hatte die Pfarrei Sankt Martin 2012 übernommen.

"Mit nackertem Ar... ins Gesicht" des Pfarrers

Nach der Affäre um rassistische Äußerungen war Anfang November der oberbayerische CSU-Lokalpolitiker Johann Haindl zurückgetreten. Haindl legte auch sein Gemeinderatsmandat nieder. Boher ist nach wie vor im Gemeinderat vertreten, hat lediglich ihr Amt als Ortsvorsitzende der CSU niedergelegt. Boher hatte mit einem Beitrag im Parteiblatt "Zornedinger Report" einen Skandal ausgelöst, in dem sie gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck polemisierte. Unter anderem hatte sie formuliert, Bayern werde von Flüchtlingen regelrecht überrannt. Es handele sich um eine Invasion. Migranten aus dem afrikanischen Eritrea nannte sie Militärdienstflüchtlinge.

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Zugespitzt hatte sich die Situation um Haindl, als er in der Ebersberger Lokalausgabe des "Münchner Merkur" mit den Worten zitiert wurde: "Der (Pfarrer von Zorneding) muss aufpassen, dass ihm der Brem (Altpfarrer von Zorneding) nicht mit dem nackerten Arsch ins Gesicht springt, unserem Neger." Daraufhin meldete sich das Münchner Erzbischöfliche Ordinariat und verurteilte die Bemerkung, sollte sie korrekt zitiert worden sein, "auf das Schärfste". Haindl soll sich mittlerweile entschuldigt haben.

Ndjimbi-Tshiende leitet seit 2012 die Pfarrei von Zorneding. Die Priesterweihe empfing er 1979; er ist ein in Deutschland habilitierter Philosoph. Seit 2009 gehört er dem Münchner Diözesanklerus an und ist inzwischen auch deutscher Staatsbürger.

07.03.2016, Quelle: dpa, KNA
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