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merkzettel

Neues Ozonloch aufgetaucht SOS aus der Arktis

BildArktischer Ozean
Archiv - Die Eisdecke auf dem arktischen Ozean am Nordpol, aufgenommen am 16.08.2015

Ein neues Ozonloch über der Arktis könnte bald Rekordgröße erreichen

(Quelle: dpa)

VideoEntdeckung des Ozonlochs
Graphik: Ozonloch 1999

Welche Maßnahmen wurden damals ergriffen? Harald Lesch berichtet.

(29.06.2015)

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UV-Armband

Dank Cremes kann man die Zeit, die man in der Sonne verbringen kann, deutlich verlängern. Ein weiteres Hilfsmittel sind sogenannte UV-Armbänder. "Volle Kanne" verrät, ob die Anschaffung lohnt.

(31.07.2015)

VideoSonnenschutz durch Kleidung
Wäscheleine

Wer sich viel in der Sonne aufhält, sollte sich gut schützen, vor allem Kinder und helle Hauttypen. Was viele nicht wissen, wie gut schützt eigentlich unsere Kleidung vor der Sonne? Wir probieren aus.

(08.06.2015)

von Christine Elsner

Lange war das Ozonloch über der Antarktis kein Thema mehr. Jetzt schlagen Forscher Alarm: Im Norden über der Arktis reißt die Ozonschicht regelrecht auseinander. Grund sei der Klimawandel. Es gibt also ein neues Ozonloch und es könnte bald sogar Rekordgröße erreichen - mit Folgen für unsere Gesundheit. 


Die Forscher vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven sind beunruhigt. Ihre Ballonmessungen der Arktis-Forschungsstation auf Spitzbergen registrieren seit Anfang Dezember ungewöhnlich niedrige Temperaturen in der Stratosphäre. "In rund 20 Kilometern Höhe über der Arktis ist die Luft seit Wochen nur bis zu minus 90 Grad Celsius kalt", berichtet Marion Maturilli vom AWI. Die gemessenen Temperaturen liegen acht Grad unter dem langjährigen Mittel. In der Folge kommt eine Kettenreaktion in Gang. So bilden sich in der arktischen Region polare Stratosphärenwolken. In ihnen reagieren chemische Verbindungen, die das Ozon angreifen und zerstören. Im Normalfall strömt aus den angrenzenden Regionen Ozon nach.

Doch der derzeitige kompakte Tiefdruckwirbel über der Arktis lässt keinen Ozonzustrom zu. Deswegen wird das Ozonloch immer größer und gefährlicher. Derzeit lässt ein internationales Wissenschaftlerteam mehrere Hundert Ozonsonden in die Stratosphäre aufsteigen, um den exakten Ozonverlust zu verfolgen.

Sonnenverbot für Kinder

Derweil schauen Mitteleuropas Hautärzte besorgt in die kommenden Frühjahrsmonate März und April. Denn setzt sich der ungebremste Ozonabbau weiter fort, muss damit gerechnet werden, dass die ausgedünnte Ozonschicht bis nach Norditalien reicht. So kann das erste Sonnenbad zu einer gesundheitlichen Gefahr werden. Insbesondere für Kinder und hellhäutige Menschen, die sich viel im Freien aufhalten. Denn die intensive UV-Strahlung gelangt ungefiltert auf die Haut. Und weil die Sonne noch nicht so stechend wirkt wie im Hochsommer, verbrennt die Haut recht schnell und unbemerkbar. Damit steigt die Hautkrebsgefahr deutlich. Die Atmosphärenwissenschaftler des AWI empfehlen daher: "Bei Freizeitaktivitäten sollen in diesem Frühjahr unbedingt die UV-Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes beachtet werden."

Weitere Links zum Thema
Als die Forscher 1985 ihre Erkenntnis von der schwindenden Ozonschicht veröffentlichten, wurde dem Verursacher – dem FCKW – der Kampf angesagt. Zwar diente der Flurchlorkohlenwasserstoff als ideales Kältemittel in Kühlschränken und Treibgas für Sprühdosen. Doch die aus dem FCKW stammenden Chlor-Radikale verflüchtigten sich, gelangten in die Atmosphäre und zerstörten das Ozon. Die Satellitenmessungen der Nasa bestätigten diese Zerstörung. Und die internationale Staatengemeinschaft reagierte auf die Zerstörung der Ozonschicht.

Im September 1987 einigten sich alle Staaten auf das Montreal-Protokoll, das den FCKW-Ausstoß zunächst einschränkte und durch ein Zusatzabkommen ab 1996 komplett verbot. Das politische Handeln zeigte langsam Wirkung, langsam aber stetig erholte sich die für uns lebenswichtige Ozonschicht.

Der Klimawandel grätscht dazwischen

Prognosen der Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Ozonloch aufgrund des FCKW-Verbotes bis 2070 schließt. Doch jetzt grätscht der Klimawandel dazwischen – lässt die schützende Schicht wieder löchrig werden, diesmal über der Nordhalbkugel. Ursache ist nicht der FCKW, sondern der Klimawandel. Er bedingt, dass es in der oberen Atmosphäre kälter wird, wodurch sich in den arktischen Polarregionen kalte Tiefdruckwirbel bilden – die Keimzelle der Ozonzerstörung.

So gilt es nun mit derselben internationalen Geschlossenheit gegen den Klimawandel vorzugehen, wie damals mit dem Montreal-Protokoll und dem damit verbunden FCKW-Verbot. Übersetzt heißt das: ein verbindliches Klimaabkommen und das damit verbundene CO2- Ausstoßverbot bremsen den Klimawandel. Und ein gebremster Klimawandel wirkt sich letztendlich positiv auf die Ozonschicht aus.

Zeugen des Klimawandels

Erforschung der Eisbären

Forscher untersuchen Eisbär

Kürzlich stellte eine Fotografin schockierende Fotos eines abgemagerten Eisbärenweibchens ins Internet. Handelt es sich dabei um einen Einzelfall? Ein amerikanisches Forscher-Team ist den Ursachen auf der Spur. Dafür betäuben sie die Raubtiere vom Hubschrauber aus. Nur so kommen sie an die notwendigen Untersuchungsdaten. Oft sind die Tiere untergewichtig. Und immer wieder treffen sie auf Weibchen, die noch Milch produzieren, aber deren Nachwuchs nicht mehr bei ihnen ist. Doch ohne den Schutz der Mütter haben die Jungtiere keine Überlebenschance. Was kann passiert sein?

Erschwerte Nahrungssuche

Eisbärin mit Jungem

Die Eisbärenweibchen halten Winterschlaf. Wenn sie trächtig sind, überwintern sie in sicheren Geburtshöhlen. Sie säugen den Nachwuchs und zehren von ihrer Fettschicht. Sobald es wärmer wird, gehen die Eisbärenmütter auf Futtersuche, um ihre Fettreserven wieder aufzufüllen. Ihre Hauptnahrung sind Robben. Ideal für die Jagd ist eine leicht brüchige Eisdecke. Aber das Eis geht immer weiter zurück, und die Robben ziehen mit dem Eis. Für die hungrigen Weibchen und ihre Jungen heißt das, sie müssen immer weitere Strecken für die Nahrungssuche auf sich nehmen.

Schmelzender Lebensraum

Satellitenbild: Rückgang Eismassen in der Arktis

Satellitenmessungen der NASA beweisen, dass im Sommer das arktische Eis seit Jahrzehnten immer wieder auf neue Rekordminimumwerte schrumpft.Dann können die Eisbären ihr Jagdglück nur noch auf dem Festland versuchen. Doch die großen und schweren Tiere sind an Land keine guten Jäger, und selbst die trägen Walrosse sind keine leichte Beute.

Ungewisse Zukunft

Eisbär greift Walross an

Um überhaupt noch an Nahrung zu kommen, schwimmen Weibchen mit ihren Jungen Strecken von bis zu 700 Kilometern und sind dabei fast zehn Tage ohne Pause im eiskalten Wasser unterwegs. Eisbären sind zwar exzellente Schwimmer, doch der Weg zehrt an den Kräften. Und nicht selten geht der Nachwuchs auf den weiten Strecken verloren. Doch selbst wenn Mutter und Kind das rettende Festland wieder erreichen, ihre Fettreserven für den Winter zu füllen, wird ihnen mit dem Nahrungsangebot an Land nur schwer gelingen. Wenn sich die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte fortsetzt, wird es in Zukunft eng für die Eisbären.

Rasende Geschwindigkeit

Überflug Arktis

Eisbären sind unbestechliche Zeugen des Klimawandels, weil sie Opfer der sich verändernden Verhältnisse sind. Zwar haben die Eisbären schon früher solche wärmeren Phasen in der Arktis überstanden, denn die Eisflächen sind in den letzten Jahrtausenden schon immer in gewissen Zeiträumen geschrumpft und wieder gewachsen. Der Unterschied zu vergangenen Wärmephasen ist die Geschwindigkeit, mit der das Eis nun verschwindet.

20.02.2016
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