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Terrorismus in Indonesien Festnahmen nach Anschlag in Jakarta

VideoVerdächtige festgenommen
Nach dem Terroranschlag mit sieben Toten in Jakarta sucht die indonesische Polizei nach möglichen weiteren Terrorzellen. Drei Verdächtige wurden laut einem Medienbericht festgenommen

Nach dem Terroranschlag mit sieben Toten in Jakarta sucht die indonesische Polizei nach möglichen weiteren Terrorzellen. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erhöht.

(15.01.2016)

VideoIndonesien im IS-Visier
Weltkarte

Tote bei einem Anschlag in Jakarta. Warum der sogenannte Islamische Staat Anschläge im größten muslimischen Land verübt.

(14.01.2015)

VideoTerroranschlag in Jakarta
Indonesische Krankenwagen transportieren Verletzte nach einer Bombenexplosion in Jakarta, Indonesien, am 14.01.2016

Bei einem Anschlag in Indonesiens Hauptstadt wurden mehrere Menschen getötet. Inmitten der belebten Hauptstraße Jakartas kam es zu Explosionen gefolgt von Schusswechseln mit der Polizei.

(14.01.2016)

VideoDurch Asien mit Peter Kunz
Screenshot

Asien ist im Umbruch. Von Pakistan bis nach Indonesien treffen ZDF-Korrespondent Peter Kunz und sein Team auf Gesellschaften, die zwischen traditionellen Werten und rasanter Modernisierung stehen.

(02.04.2015)

Wie stark ist der Rückhalt der IS-Miliz in Indonesien? Gibt es mehr Terrorzellen, die Anschläge planen? Die Polizei fahndet nach dem Anschlag von Jakarta auf Hochtouren. Drei Verdächtige werden festgenommen. 

Einen Tag nach dem Terroranschlag mit sieben Toten in Jakarta sucht die indonesische Polizei nach möglichen weiteren Terrorzellen. Drei Verdächtige wurden laut einem Bericht des Fernsehsenders MetroTV festgenommen. Demnach hatten sie eine Frau bedroht. Ob die Verdächtigen Verbindungen zu den Attentätern hatten, werde geprüft, berichtete der Sender unter Verweis auf die Polizei.

Am Donnerstag hatten fünf Attentäter mit Sprengstoff und Waffen ein Café und eine Polizeistation mitten im Zentrum der Millionenmetropole überfallen. Zwei Täter sprengten sich nach Angaben der Polizei in die Luft, die anderen eröffneten das Feuer. Zwei Passanten kamen ums Leben. Drei Attentäter starben beim Schusswechsel mit der Polizei. Über ihre Identität haben die Behörden noch keine Angaben gemacht.

Polizei fahndet nach IS-Anhängern

Die Polizei fahnde unter anderem nach Sympathisanten eines indonesischen Kämpfers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien, sagte der Polizeichef der Hauptstadt, Tito Karnavian. Der Mann, Bahrun Naim, hatte die Terroranschläge in Paris in November in sozialen Medien gerühmt und versucht, seine Landsleute zu ähnlichen Attacken anzustacheln.

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In New York verurteilte der UN-Sicherheitsrat den Anschlag in Jakarta. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen würdigte den Einsatz der Polizei, die innerhalb von Minuten am Tatort war und Passanten in Sicherheit brachte. Angesichts der jüngsten Terrorattacken in verschiedenen Weltregionen seien die Mitglieder des Sicherheitsrats tief besorgt über die andauernde Bedrohung des Friedens durch den IS und andere Extremisten, hieß es.

Erster großer Anschlag seit 2009 in Jakarta

Am Freitag war die Atmosphäre am Schauplatz des Anschlags gespannt: Die Gegend rund um das attackierte Café blieb großräumig abgesperrt, die Polizeipräsenz war hoch. Etliche Menschen legten als Zeichen der Solidarität Blumen und Botschaften nieder. Es war der erste große Anschlag in Jakarta seit 2009, als bei Angriffen auf zwei Hotels sieben Menschen getötet worden waren. Das überwiegend von Muslimen bewohnte Indonesien wurde bereits im Dezember vor einem bevorstehenden Terrorangriff gewarnt. Am Silvesterabend wurden rund 150.000 Polizisten und Soldaten entsandt, um Kirchen, Flughäfen und andere öffentliche Orte zu sichern. Mehr als 9.000 Polizisten wurden zudem auf Bali aufgeboten, wo sich 2002 die bislang folgenschwerste Terrorattacke in dem Land mit 202 Toten ereignete.

Die schwersten Terroranschläge islamischer Extremisten in Indonesien

Die schwersten Terroranschläge in Indonesien

Indonesische Krankenwagen transportieren Verletzte nach einer Bombenexplosion in Jakarta, Indonesien, am 14.01.2016

Die Anschlagsserie in Indonesiens Hauptstadt Jakarta ist bei weitem nicht die erste, die mutmaßlich islamische Extremisten in dem Land verübt haben. 2002 war die Urlaubsinsel Bali Ziel des bisher größten Terroranschlags in Asien, damals kamen mehr als 200 Menschen ums Leben. Seitdem gab es eine Reihe weiterer Anschläge in Indonesien, die oftmals westliche Touristen oder Geschäfte zum Ziel hatten. Im Folgenden ein Überblick über die schlimmsten Angriffe in diesem Jahrhundert:

13. September 2000

Eine Autobombe explodiert im Parkhaus der Börse in Jakarta, zehn Menschen werden getötet und 16 verletzt. Die Polizei beschuldigt Separatisten aus der Provinz Aceh der Tat, diese weisen eine Verwicklung aber zurück.

24. Dezember 2000

Bomben explodieren an Heiligabend landesweit in elf Kirchen. 19 Menschen sterben, rund 100 werden verletzt. Die Gruppe Jemaah Islamiyah, die mit Al-Kaida in Verbindung steht, wird der Tat verdächtigt.

12. Oktober 2002

Ein islamischer Extremist sprengt sich auf Bali in einem Nachtclub in die Luft. Viele Gäste, die fliehen können, kommen durch die Explosion einer größeren Autobombe ums Leben, die Minuten später an einem anderen Nachtclub in der Nähe explodiert. 202 Menschen sterben. Die meisten von ihnen sind ausländische Touristen, darunter 88 Australier und sieben US-Amerikaner. Behörden machen erneut die Gruppe Jemaah Islamiyah verantwortlich.

5. Dezember 2002

In Makassar auf der Insel Sulawesi wird ein Restaurant der US-Burgerkette McDonald's Ziel eines Bombenanschlags. Drei Menschen sterben, 15 werden verletzt.

5. August 2003

Eine Autobombe explodiert vor dem J.W. Marriott-Hotel in Jakarta. Zwölf Menschen sterben, 150 werden verletzt. 15 Mitglieder von Jemaah Islamiyah werden für den Anschlag verurteilt.

31. Dezember 2003

Auf einem gut besuchten Silvesterkonzert in der Provinz Aceh geht eine Bombe hoch und reißt zehn Menschen in den Tod, darunter drei Kinder. Erneut machen die Behörden Separatisten dafür verantwortlich, diese weisen den Verdacht zurück.

10. Januar 2004

Vier Menschen sterben bei einem Bombenanschlag in einem Karaoke-Café in Palopo auf der Insel Sulawesi.

9. September 2004

Nahe der Australischen Botschaft in Jakarta explodiert eine Bombe. Mindestens drei Menschen sterben, und rund 100 werden verletzt.

1. Oktober 2005

Selbstmordattentäter sprengen sich an drei Orten auf Bali fast zeitgleich in die Luft und reißen 20 Menschen mit in den Tod. Ziel der drei Anschläge sind zwei Restaurants in Jimbaran Bay und ein weiteres Lokal im Touristenviertel Kuta.

31. Dezember 2005

Eine Bombe explodiert in Palu auf Sulawesi auf einem bei Christen beliebten Markt, sieben Menschen sterben.

7. Juli 2009

Selbstmordattentäter betreten in Jakarta die Hotels Ritz-Carlton und J.W. Marriott und sprengen sich in den Empfangshallen in die Luft. Sieben Menschen werden getötet, mehr als 50 verletzt.

14. Januar 2016

Anschlag in Jakarta.

Angreifer lassen am Starbucks-Café im Zentrum von Jakarta Bomben explodieren und verwickeln Polizisten in Schießereien. Nach Polizeiangaben werden fünf Angreifer getötet, auch zwei Zivilisten sterben.

(Quelle: ap)

15.01.2016, Quelle: dpa
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