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merkzettel

Einkünfte im Alter "In Österreich bis zu 40 Prozent mehr Rente"

Video"Beitragszahler überfordert"
Rentner im Augarten in Wien

Zu Gast bei makro ist der Sozialforscher Prof. Stefan Sell. Er sagt, das sinkende Rentenniveau schiebe immer mehr Geringverdiener und auch ganz normale Arbeitnehmer in Richtung Grundsicherung.

(17.02.2017)

Videomakroskop Rente
Standbild:makroskop Rente

Die durchschnittliche Rente von Männern liegt bei 1.056 Euro, Frauen bekommen 634 Euro. Kamen 1962 auf einen Rentner noch sechs aktive Beitragszahler, sind es heute nur noch zwei.

(17.02.2017)

VideoAngleichung der Rente
Bundesweit gleiche Renten.

Ab 2025 soll es in Ost- und Westdeutschland gleiche Renten geben. In sieben Schritten werden ab 2018 die Ostrenten auf Westniveau angehoben. Und auch bei der Erwerbsminderungsrente soll es in Zukunft eine Verbesserung geben.

(15.02.2017)

VideoWie gerecht ist die Rente?
Bild zeigt Brief der Rentenversicherung

Rente mit 70? Das könnte es bald geben. Die Politik diskutiert ein späteres Renteneintrittsalter ab dem Jahr 2031 und weitere Reformen. Treffen sie am Ende vor allem die Jungen?

(26.06.2017)

Dass deutsche Rentensystem krankt. Die Alterssicherung müsste auf mehr Schultern verteilt werden, fordert der Sozialwissenschaftler Stefan Sell im Interview mit dem 3sat-Wirtschaftsmagazin makro - und erklärt, warum ein Österreicher bis zu 40 Prozent mehr Rente bekommt als ein vergleichbarer Deutscher. 

makro: Herr Professor Sell, Sie kritisieren die bisherige Rentenpolitik der Großen Koalition als "klientelistisch" und fordern eine "systematische Rentenreform". Wie stellen Sie sich das vor?

Stefan Sell ...
Prof. Stefan Sell

... ist Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz. Er ist einer der angesehensten deutschen Arbeitsmarkt- und Armutsforscher. Stefan Sell bloggt unter www.aktuelle-sozialpolitik.de.

Stefan Sell: Eine systematische Rentenreform muss an erster Stelle neben der Behandlung der Sicherungslücken im Alter bei den Geringverdienern bis in die Mitte der Arbeitnehmerschaft hinein eine Antwort geben auf die Finanzierungsfrage. In der Vergangenheit war es sinnvoll, die Rente überwiegend aus dem sozialversicherungspflichtigen Lohneinkommen zu finanzieren, das wird aber in Zukunft nicht mehr tragen, die gesamte volkswirtschaftliche Wertschöpfung muss für eine gerechte Lastenaufteilung in der Alterssicherung herangezogen werden.

makro: Heißt das, für Sie wäre das österreichische Modell der richtige Weg, wie beispielsweise auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger empfiehlt?

Sell: Wenn viele deutschen Rentnerinnen und Rentner wüssten, dass ihnen vergleichbare Personen in Österreich bis zu 40 Prozent mehr Rente bekommen, dann wäre es hier sicher deutlich unruhiger. Die Österreicher haben politisch andere Weichenstellungen vorgenommen. Es gibt eine größere Beitragszahlergemeinschaft - wie übrigens in anderen Ländern wie der Schweiz auch. In Österreich zahlen alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung ein, auch Selbstständige. Sozialpolitisch wichtig: Geringverdiener sind im österreichischen System merklich besser abgesichert. Neben dem höheren Rentenniveau sichern die von der Rentenversicherung ausbezahlten, steuerfinanzierten Ausgleichszulagen Rentnern ein merklich höheres Mindesteinkommen.

makro: In Deutschland sind immer wieder die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kritik. Wenn wir sie streichen, würde die Rente dann sicherer?

Sell: In Grenzen ja, aber der Hauptaspekt wäre die damit verbundene Umverteilung von oben nach unten. Heute ist es so, dass jeder Euro oberhalb der Grenze überhaupt nicht zur Finanzierung der Rentenversicherung herangezogen wird. Wenn Sie aber den unteren Einkommen eine halbwegs auskömmliche Basisrente zugestehen wollen, die von denen mit eigenen Beiträgen nicht erwirtschaftet werden kann, dann müssen Sie das zusätzlich erforderliche Geld von oben umverteilen. In der Schweiz beispielsweise kennt man keinen Deckel beim Beitrag nach oben, weil man weiß, dass man nur dadurch die Mittel für die Mindestrente aufbringen kann.

3sat makro
makro

Das 3sat-Wirtschaftsmagazin makro berichtet jede Woche aus dem Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Freitags ab 21 Uhr live in 3sat und jederzeit in der Mediathek. Das Thema diesmal: Zukunft der Rente.

makro: Ist die allgemeine Anhebung des Rentenniveaus, wie sie beispielsweise die Gewerkschaften fordern, der entscheidende Hebel zur Bekämpfung der Altersarmut?

Sell: Ein wichtiger Baustein, sicher nicht der entscheidende Hebel. Aber viele argumentieren derzeit so, dass eine (Wieder-)Anhebung des Rentenniveaus, wenigstens das Aufhalten des Sinkflugs nach unten, gar nichts gegen Altersarmut ausrichten könnte. Das ist falsch. Das sinkende Rentenniveau schiebt immer mehr Geringverdiener und auch ganz normale Arbeitnehmer in Richtung Grundsicherung.

makro: Kaum die Hälfte der Riester-Berechtigten hat Verträge abgeschlossen. Ist die private Vorsorge eine Idee von gestern?

Sell: Auch die kapitalgedeckte Rente hat ein Demografie-Problem. Wenn beispielsweise die Baby-Boomer stark privat vorsorgen und gemeinsam in die Rente gehen, dann muss das in Aktien, Immobilien oder was auch immer angelegte Kapital aufgelöst werden - möglicherweise zu einem Zeitpunkt, wo die Nachfrage danach sehr niedrig ist.

Aber aus einer grundsätzlichen Perspektive bleiben zwei Aspekte: Gemäß der Lebensweisheit, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen sollte, kann es Sinn machen, neben einer starken und zentralen Säule, also der immer umlagefinanzierten Rentenversicherung mit starker Umverteilung, ergänzend betriebliche und rein private Altersvorsorge zu betreiben. Ich betone ergänzend, zusätzlich, oben drauf und nicht wie in Deutschland, Leistungen aus der ersten Säule angeblich ersetzend, in Wahrheit diese absenkend. Und bei der Förderung muss man aufpassen, dass die Steuermittel wirklich oder wenigstens überwiegend bei den Versicherten ankommen und nicht - wie wir das hier bei uns haben sehen müssen - vor allem in den Schatullen der Versicherungswirtschaft landen.

Das Interview führte makro-Moderatorin Eva Schmidt

Wie steht's um die Rente?

Rente in Not

Tobi erklärt: Rente

Jung zahlt für Alt: Der Generationenvertrag ist die Basis der gesetzlichen Rentenversicherung. Doch die wird brüchig.

  • Grund 1: Wir werden immer älter. Das ist schön, aber bezahlen müssen das die Jungen. Heute finanzieren rund drei Erwerbstätige einen Rentner. Im Jahr 2050 müssen zwei Erwerbstätige das schaffen – ihre Beitragssätze steigen. Und die Alten? Sind fit wie noch nie. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren bekamen Männer ihre Rente 16 Jahre, Frauen 21 Jahre. Inzwischen beziehen Männer ihre Rente fast 19 Jahre, Frauen fast 23 Jahre. Tendenz steigend.
  • Grund 2: Mehr als 20 Prozent der Beschäftigten arbeiten heute im Niedriglohnsektor. Auf diese Destandardisierung sei das gesetzliche deutsche Rentensystem nicht vorbereitet, sagt Rentenexperte Bert Rürup. Ändert sich nichts, steuern Millionen Menschen trotz Arbeit auf eine Rente in Höhe des Existenzminimums zu. Ihnen droht Altersarmut.
  • Grund 3: In Zeiten historisch niedriger Zinsen ist auch eine private Vorsorge keine goldene Option mehr. Hinzu kommt ein bereits erwähntes Problem: Zu viele Menschen verdienen schlicht zu wenig, um sich zusätzlich fürs Alter abzusichern. Geringverdiener, Alleinerziehende oder Einzelunternehmer können sich oft keine private Vorsorge leisten.

Altersarmut in Deutschland

Archiv - Eine Frau hält am 12.08.2012 in Berlin eine nahezu leere Geldbörse in den Händen

In Deutschland gelten schon heute 2,85 Millionen Rentner als arm. Das bedeutet: Laut Statistischem Bundesamt bekommt etwa jeder Neunte im Monat weniger als 987 Euro. Besonders bedroht von Altersarmut sind Frauen. Die Gründe: Trotz gleicher Arbeit und Qualifikation verdienen sie meist weniger als Männer. Außerdem haben sie Auszeiten durch Schwangerschaft und Kindererziehung. Danach arbeiten sie häufig in Teilzeit. Deshalb zahlen sie insgesamt weniger in die Rentenkasse ein und bekommen am Ende weniger raus: im Durchschnitt nur 822 Euro statt 1.370 Euro bei den Männern. Nach einer Scheidung etwa können alleinstehende Frauen in finanzielle Not geraten.

Weitere Risiken für Altersarmut: Häufige Arbeitslosigkeit oder Jobs zum Niedriglohn. Inzwischen arbeitet laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung jeder fünfte Vollbeschäftigte im Niedriglohnbereich. Geringverdiener zahlen nur wenig in ihre gesetzliche Altersvorsorge. Und in private Rentensparverträge so gut wie gar nicht. Die Folge: Der Staat muss ihnen mit Hilfen das Existenzminimum sichern.

Rentenexperten prognostizieren eine weitere Zunahme der Altersarmut. Hauptgrund dafür: das generell sinkende Rentenniveau. Wer heute in Rente geht, erhält noch knapp 48 Prozent des Durchschnittslohns als Rente. 2030 werden nur noch 43 Prozent ausgezahlt. Und: Ab 2040 muss die Rente komplett versteuert werden. Bislang sind es 72 Prozent.

Fazit: Wer mehr will, als eine Rente auf Hartz-IV-Höhe, muss 40 Jahre lang mindestens 2.100 Euro im Monat verdient haben.

Pension versus Rente

Archiv: Eine Lehrerin schreibt mit Kreide an die Tafel am 23.04.2013

Experten sagen: Mit Renten und Pensionen ist es wie beim Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen: geht nicht wirklich. Dennoch ein Versuch: Auf den ersten Blick erscheinen die Ruhegehälter der Staatsdiener deutlich höher als übliche Renten. Beispiel Berufssoldaten: Sie erhielten Anfang 2015 im Alter im Schnitt 2.910 Euro brutto im Monat. Richter: 2.940 Euro. Lehrer: 2.970 Euro.

Sonderfall Bundestagsabgeordnete: Sie bekommen seit 1. Juli 2016 im Höchstfall 6.295,87 Euro Pension. Das Prozedere: Pro Mandatsjahr gibt es 2,5 Prozent der Diäten als Pension; bis zu einem Maximum von 67,5 Prozent nach 27 Jahren. Das macht bei derzeit aktuellen 9.327,21 Euro Diät eben 6.295,87 Euro Pension. Zum Vergleich: Wer als Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft 45 Jahre Beitragsjahre nachweisen kann, erhält im Schnitt eine Monatsrente von 1.370 Euro brutto.

Experten warnen aber, ein volles Glas Pension mit einem halben Glas Rente zu vergleichen. Der Grund: Häufig beziehen Rentner zu ihrem staatlichen Ruhegeld auch noch eine Betriebsrente. Das kann die Lücke zwischen Rente und Pension verringern. Für den öffentlichen Dienst heißt das zum Beispiel: Durch eine durchschnittliche Betriebsrente von 18 Prozent liegt die Bruttogesamtrente nur noch sechs Prozent unter der Bruttopension. Knackpunkt: In der freien Wirtschaft werden bislang höchst unterschiedliche Betriebsrenten gezahlt – und bei mittleren und kleinen Unternehmen häufig nur minimale oder auch gar keine.

Fazit: Das Betriebsrenten-Argument ist nicht wasserdicht. Denn zu viele Menschen in der freien Wirtschaft profitieren nur wenig oder gar nicht von Betriebsrenten und müssen am Ende mit dem auskommen, was die gesetzliche Rente hergibt.

Was könnte sich ändern?

Belebte Fußgängerzone in Gelsenkirchen

Eine Idee: Die Leute sollen länger arbeiten - sie leben schließlich auch länger. Der Vorschlag der Bundesbank: Rente mit 69. Das heißt: Bis 2060 soll das Renteneintrittsalter schrittweise auf 69 angehoben werden. Ansonsten würden heute 20-Jährige nur noch 40 Prozent des Durchschnittslohns als Rente erhalten. Zum Vergleich: Heute werden noch knapp 48 Prozent ausgezahlt.

Gewerkschaften und Sozialverbände fordern derweil ein Anheben des Rentenniveaus. Sie fragen, weshalb es in Deutschland mit dem Niveau immer weiter bergab gehe, während der Standard in vergleichbaren Nachbarländern wie den Niederlanden, Österreich oder Dänemark deutlich höher liegt und unsere Nachbarn auf diese sozialen Errungenschaften stolz sind.

Das Rentenniveau anzuheben, kostet aber viele Milliarden Euro. Die Politik schreckt bislang davor zurück. Sie möchte lieber die private Vorsorge attraktiver machen. Der Grund: Die Riester-Rente bringt zu wenig Rendite, ist zu intransparent und gilt vielen als Flop. Im Gespräch ist deshalb nun die so genannte Deutschland-Rente: ein staatlich organisierter Fonds, in den alle Bürger einzahlen, um ihre Rente aufzupeppen.

In Norwegen funktioniert das ganz gut: Der dortige Staatsfonds erwirtschaftet seit 1997 im Schnitt rund fünf Prozent Rendite pro Jahr. Auch die Schweden machen damit gute Erfahrungen: Seit seinem Bestehen im Jahr 2010 erwirtschaftet der dortige Staatsfonds im Schnitt eine Rendite von 14,3 Prozent jährlich.

(Von Marcel Burkhardt)

18.02.2017
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