27.05.2016
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merkzettel

Kampf gegen Terror-Miliz IS-Anführer mit Verbindungen zu Paris-Anschlägen getötet

BildUS-Kampfjet nach Luftangriffen
US-Kampfflugzeug nach Luftangriffen

Die US-Luftwaffe fliegt immer wieder Angriffe auf IS-Stellungen in Irak und Syrien. Archivbild vom 18.06.2015.

(Quelle: reuters)

VideoIrak: Ramadi von IS befreit
Irak geht gegen den Islamischen Staat vor.

Die irakische Regierung spricht von einem Sieg gegen die Terrormiliz IS und will 2016 auch ihre Zentrale in Mossul einnehmen.

(29.12.2150)

VideoMord im Namen Gottes
Skyline von New York nach dem 11. September

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von Gewalt, Konflikten und gar Kriegen berichtet wird, in die "Religion" in irgendeiner Weise involviert ist.

(01.11.2015)

Er arbeitete mit den Attentätern von Paris zusammen und soll schon neue Bluttaten geplant haben: Nun ist der mutmaßliche IS-Anführer Charaffe al-Muadan bei Luftangriffen getötet worden. Die größten Schlachten gegen die Terrormiliz stehen aber noch bevor. 

Neuer Rückschlag für die Terrormiliz Islamischer Staat: Bei Luftangriffen in Syrien ist nach US-Angaben ein Anführer der Extremisten mit direkten Verbindungen zu den Terroranschlägen von Paris getötet worden. Pentagon-Sprecher Colonel Steve Warren sagte, Charaffe al-Muadan habe unmittelbar mit dem Planer der Anschläge in Frankreich, Abdelhamid Abaaoud, zusammengearbeitet. Zudem habe er neue Angriffe auf den Westen geplant. Überdies starben allein im Dezember neun weitere IS-Anführer bei Luftangriffen der US-geführten Anti-IS-Militärallianz, wie Warren sagte.

Abdelhamid Abaaoud gilt als Kopf der Anschläge von Paris. Er kam bei einer Polizeiaktion in Saint-Denis am 18. November ums Leben. Bei den Anschlägen töteten die Terroristen 130 Menschen.

In Syrien hat der IS neuen Zahlen von Menschenrechtlern zufolge seit Ausrufung ihres "Kalifats" vor 18 Monaten mindestens 420 eigene Mitglieder getötet. Dabei seien vor allem ausländische Kämpfer, die als angebliche Spione enttarnt worden seien und flüchtige Dschihadisten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Insgesamt habe der IS 3.707 Menschen getötet, unter ihnen 2.001 Zivilisten.

Iraks Ministerpräsident besucht Ramadi

Nach der Befreiung großer Teile der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi von der IS-Miliz besuchte Ministerpräsident Haidar al-Abadi das dortige Universitätsviertel. Dies berichtete ein Mitglied des Rates der Provinz Al-Anbar, in der Ramadi liegt.

Der Regierungschef hatte am Montag den Sieg über den Islamischen Staat in der Stadt verkündet. Die militanten Islamisten hatten die rund 300.000 zählende Provinzhauptstadt im Mai überrannt, obwohl sie zahlenmäßig unterlegen waren. Al-Abadi kündigte an, den IS 2016 aus dem Land drängen zu wollen.

Irakische Truppen wollen als nächstes Ramadi vollständig unter ihre Kontrolle bringen. "Das Militär führt Säuberungsaktionen in Ramadi durch und wird in neue Gebiete vorrücken, um sie zu von den Terroristen zu befreien", sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Viele Dschihadisten seien wahrscheinlich bereits in Richtung der Extremisten-Hochburg Falludscha, die etwa 50 Kilometer östlich von Ramadi auf halber Strecke nach Bagdad liegt, geflohen. In Ramadi seien noch Sprengfallen der Dschihadisten zurückgeblieben, die entschärft werden müssten.

Nächste Ziele: Falludscha und Mossul

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Danach wird erwartet, dass Anti-Terror-Einheiten der irakischen Armee sich Falludscha zuwenden. Hauptziel bleibt aber die Provinzhauptstadt Mossul, die größte noch verbliebene IS-Hochburg im Irak.

Am Tag nach dem Hissen der irakischen Fahne über dem Regierungsviertel offenbarte sich das ganze Ausmaß des wochenlangen Häuserkampfes in Ramadi. 80 Prozent der Stadt seien zerstört, sagte ein Mitglied des Rates der Provinz Al-Anbar. Nach Worten des Gouverneurs von Al-Anbar, Soheib Alrawi, sollen geflohene Bewohner aber bereits in den kommenden Tagen zurückkehren. Bei den Gefechten um Ramadi im Mai wurden Hunderttausende Iraker vertrieben.

US-Außenminister John Kerry lobte die irakischen Truppen unterdessen in höchsten Tönen. Sie hätten mit gewaltigem Mut und Tapferkeit gekämpft, sagte er am Montag (Ortszeit) in Washington. US-Präsident Barack Obama steht wegen seiner Weigerung, eigene Bodentruppen gegen den IS einzusetzen, unter großem Druck. Er braucht dringend einen sichtbaren Erfolg seiner Strategie.

Akteure im Kampf gegen den IS

USA

US Flaggen

Seit September 2014 fliegen die USA an der Spitze einer Koalition westlicher und arabischer Staaten Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak und in Syrien. Im Irak operiert Washington auf Bitte der Regierung in Bagdad, in Syrien geht sie ohne Abstimmung mit Präsident Baschar al-Assad vor. US-Präsident Barack Obama, der Ende 2011 die letzten Soldaten aus dem Irak abzog, lehnt die Entsendung von Bodentruppen ab.

Russland

Russische Flagge vor Lenin-Denkmal

Russland unterstützt seinen Verbündeten Assad seit Beginn des Konflikts mit Waffen und blockierte immer wieder dessen Verurteilung im UN-Sicherheitsrat. Ende September griff Moskau auch militärisch in den Konflikt ein: Nahe der Küstenstadt Latakia baute Russland einen Luftwaffenstützpunkt auf, von dem es seitdem Luftangriffe auf die IS-Miliz, die Al-Nusra-Front sowie andere gemäßigtere Rebellengruppen fliegt.

Frankreich

Französische Flagge

Seit September 2014 beteiligt sich Frankreich an der Anti-IS-Koalition im Irak, seit September 2015 fliegt es auch Angriffe in Syrien. Jeweils sechs Kampfflugzeuge sind in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert. Nach den Anschlägen von Paris, zu denen sich die IS-Miliz bekannte, verlegte Frankreich seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" mit 26 Kampfjets ins östliche Mittelmeer und verstärkte seine Angriffe in Syrien.

Iran

Flagge vom Iran

Iran ist seit langem einer der engsten Verbündeten Assads. Teheran hat zahlreiche Mitglieder der Revolutionsgarden als Militärberater und Ausbilder nach Syrien entsandt und unterstützt die Regierungstruppen mit Waffen und Geld. Offiziell hat es keine Kampftruppen im Einsatz, doch kämpfen die libanesische Hisbollah-Miliz sowie schiitische Freiwillige aus Iran, dem Irak und anderen Ländern auf der Seite Assads.

Deutschland

Deutsche Flagge im Aufwind

Nach den Anschlägen von Paris hat Deutschland auf Bitten Frankreichs militärische Unterstützung gegen die IS-Miliz zugesichert. Am 4. Dezember 2015 beschloss der Bundestag die Entsendung von Aufklärungsflugzeugen und einer Fregatte zum Schutz der "Charles de Gaulle". Der Militäreinsatz soll bis zu 1.200 Soldaten umfassen und zunächst bis Ende 2016 laufen.

Großbritannien

Britische Flaggen

Die britische Luftwaffe flog zunächst nur Luftangriffe auf die IS-Miliz im Irak. Doch wegen der Anschläge von Paris weitete das Vereinigte Königreich den Einsatz auch auf Syrien aus. Das hatte das britische Parlament am 2. Dezember 2015 beschlossen. Wenige Stunden später stiegen britische Tornados in Zypern auf und griffen ein vom IS kontrolliertes Ölfeld im Osten Syriens an.

Syrische Regierungstruppen

Syrien: KInd mit Flagge

Die einst schlagkräftige syrische Armee ist stark geschrumpft - durch Kriegstote, Überläufer und Wehrdienstverweigerer. Von den vormals 300.000 Mann bleiben Schätzungen zufolge rund 178.000. An der Seite der Armee kämpfen bis zu 200.000 Milizionäre, darunter als stärkste Kraft die Nationalen Verteidigungskräfte mit 90.000 Mann.

Irakische Armee

Flagge vom Irak

Ihre Truppenstärke wird auf 180.000 Mann geschätzt. Als die IS-Miliz im Sommer 2014 im Zuge einer Blitzoffensive weite Gebiete im Nordirak eroberte, zog sich die Armee vielfach kampflos zurück. Inzwischen haben die USA und ihre Verbündeten die irakischen Streitkräfte aufgerüstet. Unterstützt werden sie von schiitischen Milizen, die schlagkräftig aber umstritten sind.

Kurdische Milizen

Peschmerga Kämpfer unter Kurdische Flagge im Irak

Die kurdischen Siedlungsgebiete im Norden Syriens werden von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) geschützt. Im Oktober wurde eine Koalition kurdischer und arabischer Einheiten gegründet, die Syrischen Demokratischen Kräfte. Der YPG-Miliz sowie den kurdischen Peschmerga im Nordirak gelang es inzwischen, wichtige Geländegewinne gegen die Dschihadisten zu erzielen.

Quelle: AFP

29.12.2015, Quelle: dpa
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