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merkzettel

Kandidat für FIFA-Präsidentschaft Großer Favorit: Scheich Salman

BildSalman Bin Ibrahim Al Khalifa
Scheich Salman Bin Ibrahim Al Khalifa

(Quelle: ap)

InteraktivFoulspiel der Mächtigen

(Quelle: ap)

VideoFIFA: Kandidaten im Check
Kandidaten-Collage

Fünf Kandidaten für einen Posten: Den um die Nachfolge des scheidenden FIFA-Chefs Sepp Blatter. Wahlfavorit ist Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa aus Asien.

(19.02.2016)

DokuDas Foulspiel der Mächtigen
Jack Warner wurde wegen Korruption von der FIFA suspendiert.

FIFA unter Druck: Die Justiz ermittelt wegen Korruption bei WM-Vergaben, Verhaftungen hoher Funktionäre und Suspendierung von Sepp Blatter. Es geht um Macht und Millionen im Weltfußball.

(24.02.2016)

Er ist einer der großen Favoriten bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten: Salman bin Ibrahim Al Khalifa. Über der Kandidatur des Scheichs liegt allerdings ein dunkler Schatten. 

Auf der Zielgeraden des wochenlangen Wahlkampfs schaltete Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa ein letztes Mal auf Angriffsmodus: Eine "düstere Kampagne" seien die Berichte über seine angebliche Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen in seinem Heimatland Bahrain. Er soll Mitschuld haben an der Folter von Fußballern, so der Vorwurf. "Ich verurteile jegliche Form von Menschenrechtsverletzungen, in welchem Land der Welt auch immer", versicherte er im "Spiegel".

Der stärkste Kontrahent
Die Vorwürfe vor allem aus Europa überschatten die Bewerbung des 50-Jährigen zur Wahl des FIFA-Präsidenten. Gleichwohl gilt er als einer der beiden Favoriten bei der Suche nach einem Nachfolger für den gesperrten Joseph Blatter. Der asiatische Kontinentalverband AFC steht hinter Salman, auch weiß er viele afrikanische Stimmen hinter sich. Es läuft alles auf ein Duell mit UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino hinaus.

"Viel größeres Problem als Korruption"

Weitere Links zum Thema
Ob eine Wahl Salmans den krisengeplagten Fußball-Weltverband allerdings nach vorne bringen könnte - es herrschen Zweifel. Der Scheich hat Blatter jahrelang hofiert.
"Es wäre eine Katastrophe, wenn Al Khalifa tatsächlich das Rennen machen würde", urteilt der frühere FIFA-Chefreformer Mark Pieth in der "FAZ" mit Blick auf die Vorwürfe gegen Salman: "Wenn dieser Mann Präsident der FIFA wird, hat sie schlagartig ein viel größeres Problem als Korruption."

Derlei Vorwürfe perlen an dem Mitglied der königlichen Familie Bahrains ab. Er beharrt darauf, die Lösung für sämtliche Probleme bei der FIFA zu sein. Das Nonplusultra, sozusagen. "Was mich antreibt, ist die Sorge, dass die FIFA manövrierunfähig wird", nennt Salman als Grund für seine Kandidatur.

Weitere FIFA-Kandidaten

Prinz Ali bin al-Hussein

Prinz Ali bin al-Hussein

Der Königssohn aus Jordanien ist die tragische Figur der Funktionärswelt. Als im Mai 2015 ein Kontrahent gesucht wurde, der gegen Joseph Blatter antritt, schickten ihn die Europäer vor. Ihr logischer Bewerber Michel Platini traute sich nicht. Prinz Ali holte einen Achtungserfolg, konnte Blatter aber nicht schlagen. Jetzt wird wieder gewählt, aber die Unterstützung aus Europa ist Vergangenheit.

Da der 40-Jährige auch in Asien keine Hausmacht hat, geht er auf Einzelstimmenfang. Malta und der Irak haben die Unterstützung zugesagt. Interessant könnte werden, in welches Lager seine Freunde wechseln, wenn Prinz Ali wie erwartet vor dem letzten Wahlgang ausscheidet. Dann könnten diese zum Königsmacher werden.

Für al-Hussein selbst ist die internationale Funktionärskarriere am Freitag wohl vorbei. Bei der FIFA hat das einstige Exko-Mitglied kein Amt mehr. Noch vor Jahren galt er als legitimer Blatter-Nachfolger, doch Prinz Ali meinte es mit den Reformen wohl zu ernst und wandte sich zu früh von dem Langzeitherrscher ab.

Jérôme Champagne

Jérôme Champagne

Jede Stimme wäre für den Franzosen ein Erfolg. Ohne Anknüpfung zum FIFA-Apparat hatte der einstige stellvertretende Generalsekretär des Weltverbandes trotz oder gerade wegen manch mutiger Reformidee keine Chance. Schon 2015 wollte er kandidieren. Immerhin bekam er diesmal die notwendigen fünf Unterstützerschreiben zusammen und kann am Freitag dem Auditorium seine Ideen präsentieren.

Unklar blieb, wie nahe Champagne seinem einstigen Chef Blatter immer noch steht. Auf klare Distanz ging er nie. Bis 2010 war er in das System des Schweizers an hoher Stelle involviert. Der einstige französische Diplomat war für die internationalen Beziehungen zuständig.

Nach seiner Demission, für die sein Landsmann und FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke verantwortlich gewesen sein soll, wurde er Berater von kleinen Fußball-Nationen wie Palästina oder Kosovo. Im Gegensatz zu UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino musste er seinen Wahlkampf selbst finanzieren.

Tokyo Sexwale

Tokyo Sexwale

FIFA-Präsidentschaftskandidat Tokyo Sexwale hat kurz vor der Abstimmung über den nächsten Chef des Fußball-Weltverbandes seinen Rückzug verkündet. "Ich lasse nur vier Leute übrig. Es ist euer Problem jetzt", sagte der Südafrikaner bei seiner Ansprache vor den 207 Wahl-Delegierten. "Es war eine gute Zeit für mich, ich bin bereit zu dienen, meine Kampagne ist zu Ende", fügte der ehemalige Anti-Apartheidskämpfer an.

Der millionenschwere Geschäftsmann hate zuvor auch kein großes Engagement gezeigt, die FIFA-Familie von sich zu überzeugen. Der stimmenstarke Afrika-Verband ignorierte ihn förmlich. (Quelle: dpa)

26.02.2016, Quelle: sid
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