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Bundeswehr-Einsatz beenden? Horn von Afrika: Die Piraten sind verschwunden

BildFregatte "Brandenburg“
Fregatte "Brandenburg“ am Horn von Afrika- Aufnahme vom 25.11.2008

(Quelle: dpa)

VideoSomalia: Tote bei Geiselnahme
In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bei einer Geiselnahme mehrere Menschen getötet worden. Nach einer Explosion waren Bewaffnete in ein Restaurant eingedrungen und hatten um sich geschossen.

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bei einer Geiselnahme mehrere Menschen getötet worden. Nach einer Explosion waren Bewaffnete in ein Restaurant eingedrungen und hatten um sich geschossen.

(25.11.2014)

Aus dem Seegebiet rund um das Horn von Afrika sind im vergangenen Jahr keine Aktivitäten somalischer Piraten mehr gemeldet worden. Der Bundeswehr-Einsatz im Rahmen der Atalanta-Mission könnte hinfällig werden. Doch zu Euphorie gibt es keinen Anlass. 

Aus dem Seegebiet rund um das Horn von Afrika sind 2015 keine Piraten-Aktivitäten gemeldet worden. Das geht aus dem jährlichen Piraterie-Bericht des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) der Internationalen Handelskammer hervor. Schifffahrtsbüro und Reeder warnten jedoch davor, die Bedrohung entlang der global wichtigen Handelsroute als erledigt anzusehen. "Somalia bleibt ein fragiler Staat und die Gefahr von Angriffen ist weiterhin hoch. Schon eine erfolgreiche Entführung könnte alles aufs Spiel setzen, was bislang erreicht wurde, und die Kriminalität wieder anfachen", erklärte IMB-Direktor Pottengal Mukundan.

Höhepunkt 2011 erreicht

Dem Bericht zufolge gab es 2015 rund um Somalia keinen Vorfall. Damit setzte sich der stark rückläufige Trend fort. Die Zahl der Überfälle hatte laut IMB 2011 mit 237 einen Höhepunkt erreicht, war danach aufgrund der Präsenz internationaler Marinekräfte und verstärkter Selbstschutzmaßnahmen auf Handelsschiffen aber kontinuierlich gesunken.


Die Zahl der Attacken ging in der Folge auf 75 im Jahr 2012, 15 im Jahr 2013 sowie elf im Jahr 2014 zurück. Bereits seit Mai 2012 war nach Angaben von Bundesnachrichtendienst und Reedern zudem kein Überfall mehr erfolgreich, es gab nur fehlgeschlagene Versuche. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) wies  in Hamburg allerdings darauf hin, dass sich nach wie vor 29 Seeleute in der Gewalt somalischer Seeräuber befänden. Die gut organisierten Banden aus dem von einem Bürgerkrieg zerrissenen, zusammengebrochenen Staat haben sich darauf verlegt, Schiffe samt Crew zu kapern und Lösegeld zu erpressen.

Weitere Links zum Thema

Der VDR bezeichnete die Lage am Horn von Afrika weiterhin als gefährlich. Die Bedrohung gleiche "einem Schwelbrand", erklärte dessen geschäftsführendes Präsidiumsmitglied Ralf Nagel. Lasse der Schutz durch Streitkräfte und Gegenmaßnahmen der Reeder nach, "werden die Flammen schnell wieder auflodern". Durch das Seegebiet werden laut Deutscher Marine 95 Prozent des gesamten Güterverkehrs zwischen Asien, Europa und Afrika transportiert.

Bundestag entscheidet über Verlängerung

Der Bundestag muss demnächst über eine erneute Verlängerung der Bundeswehr-Beteiligung an der EU-Marinemission Atalanta entscheiden, die seit 2008 am Horn von Afrika gegen die Seeräuber im Einsatz ist. Das aktuelle Mandat des Parlaments läuft am 31. Mai ab. Die deutsche Marine stellte von Beginn an Schiffe und Aufklärungsflugzeuge für den Verband. Weltweit blieb der Zahl der Piraten-Überfälle nach IMB-Angaben in etwa konstant.

2015 gab es 246 Angriffe, einen mehr als 2014. 15 Schiffe und 271 Seeleute wurden entführt, im Jahr davor waren es noch 21 Schiffe und 442 Besatzungsmitglieder. Der Rückgang bei den Entführungen ging demnach vor allem auf Erfolge bei der Piraterie-Bekämpfung in Südostasien zurück, einem traditionellen Hauptbetätigungsfeld internationaler Seeräuber.

Somalia liegt am Horn von Afrika

Nordafrika im Überblick

Karte von Afrika mit Gambia, Eritrea, Mali, Nigeria und Somalia

02.02.2016, Quelle: afp, ap
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