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merkzettel

Interview zu Saudi-Arabien und Iran "Keine Gefahr für eine militärische Konfrontation"

BildTrauer um Scheich Nimr al-Nimr
Iranische Frauen demonstrieren gegen die Hinrichtung von Scheich Nimr Baker al-Nimr

Iranische Frauen demonstrieren gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Al-Nimr.

(Quelle: ap)

VideoDiskussion um Führungsanspruch
Stefan Hallmann

"Mit der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen, hat Saudi-Arabien gefährlich an der Eskalationsschraube gedreht", so ZDF-Korrespondent Stephan Hallmann zum aktuellen Konflikt mit Iran.

(05.01.2016)

VideoFolgen des Konflikts für uns?
Jochen Hippler, Politikwissenschaftler und Friedensforscher der Universität Duisburg-Essen.

Neue Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran: Welche Folgen hat der Konflikt für uns? heute+ fragt Jochen Hippler, Politikwissenschaftler und Friedensforscher der Universität Duisburg-Essen.

(04.01.2016)

VideoKonflikt am Persischen Golf
Der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir bei einer Pressekonferenz.

Saudi-Arabien hat seine diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen. Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien war die saudische Botschaft in Teheran verwüstet worden.

(04.01.2016)

Seit der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen herrscht offen Feindschaft zwischen Iran und Saudi-Arabien. Doch der Konflikt um die Vorherrschaft am Persischen Golf schwelt schon lange. Islamwissenschaftler Guido Steinberg klärt wichtige Fragen im Interview mit heute.de. 

heute.de: Wir sprechen von zwei streng gläubigen muslimischen Ländern. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Saudi-Arabien und Iran?

Guido Steinberg ...
Dr. Guido Steinberg (Stiftung Wissenschaft und Politik)

... ist Islamwissenschaftler und arbeitet für die Stiftung Wissenschaft und Politik. Seine Schwerpunkte sind der Nahe und Mittlere Osten sowie Afrika. Von 2002 bis 2005 war Steinberg Referent im Referat Internationaler Terrorismus im Bundeskanzleramt.

Guido Steinberg: Der wichtigste Unterschied ist die Art und Weise, wie die beiden Länder ihre Religion politisch interpretieren. Beide Staaten sind islamistisch geprägt. Iran ist eine revolutionäre Republik, die durchaus anti-monarchisch ist. Saudi-Arabien ist eine Monarchie, die stark anti-revolutionär agiert. Weil beide dazu noch Nachbarn und die größten Anrainer am Persischen Golf sind, muss das zu Konflikten führen.

heute.de: Dazu kommt, dass Saudi-Arabien mehrheitlich sunnitisch ist und Iran schiitisch.

Steinberg: Der Unterschied zwischen den Konfessionen ist durch einen Konflikt über die Nachfolge des Propheten Mohammed entstanden. Die Sunniten haben die faktisch entstandene Nachfolge-Ordnung akzeptiert – enge Weggefährten des Propheten sind auf ihn gefolgt. Die Schiiten sind demgegenüber der Meinung, dass die Nachfolge des Propheten, das Kalifat, von den Familienmitgliedern, also vom Imam Ali und seinen Nachfahren, hätte übernommen werden müssen. Aus diesem Konflikt haben sich konkurrierende Konfessionen entwickelt. Im späten 20. Jahrhundert hat sich aufgrund der Politisierung von Religion bei Sunniten und Schiiten ein Religions-Konflikt entwickelt.

heute.de: Die jüngste Eskalation am Persischen Golf wurde ausgelöst durch die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Al-Nimr durch Saudi-Arabien. Sind die religiösen Konflikte nur ein Vorwand für andere Machtinteressen?

Die jüngste Zuspitzung im Überblick

02.01.2016: Saudi-Arabien lässt 47 Gefangene hinrichten, denen Terrorismus und Anstachelung zur Gewalt vorgeworfen wird, unter ihnen der schiitische Geistliche Nimr al-Nimr. In Teheran stürmen in der Nacht wütende Bürger die saudische Botschaft.

03.01.2016: Saudi-Arabien bricht seine diplomatischen Beziehungen zu Iran ab. Der saudische Außenminister al-Dschubair verkündet, das diplomatische Personal Irans habe 48 Stunden Zeit, sein Land zu verlassen. Alle saudischen Diplomaten werden aus Iran zurückgerufen.

04.01.2016: Die Verbündeten Saudi-Arabiens Bahrain, der Sudan und die Vereinigten Arabischen Emirate rufen ihre Botschafter aus Iran zurück.

05.01.2016: Ach Kuweit bestellt seinen Botschafter aus Iran ein. Unterdessen verteidigt Saudi-Arabien die Hinrichtung von 47 Menschen. Es seien "faire und gerechte" Prozesse gewesen, heißt es in einer Erklärung der saudischen Vertretung bei den Vereinten Nationen.

Steinberg: Ich bin der Meinung, dass man Religion und religiöse Ideologie sehr ernst nehmen muss. Meiner Ansicht nach wird hier Religion nicht nur missbraucht, wie das so häufig gesagt wird, sondern der Glaube ist eine wichtige Dimension dieses Konflikts. Es spielt eine wichtige Rolle, dass die sunnitischen Muslime in Saudi-Arabien häufig der Auffassung sind, dass die Schiiten keine Muslime sind, dass sie Ungläubige sind, sogar schlimmer noch als Juden und Christen. Solche anti-schiitischen Ansichten verbreiten sich in den letzten Jahren immer mehr, vor allem in der arabischen Welt. Das hat Auswirkungen auf die Politik – was man in Syrien, in Irak, im Jemen, aber auch am Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und Iran sieht.

heute.de: Im Jemen und in Syrien führen beide, Saudi-Arabien und Iran, Krieg. Welche Interessen haben die beiden in diesen Ländern?

Steinberg: In Syrien herrscht der einzige staatliche Verbündete des Iran in der Region, Baschar al-Assad. Dieses Bündnis hat seit mehr als 30 Jahren Bestand, es wurde schon unter dem Vater Assads begründet. Iran will diesen Verbündeten stützen im Kampf gegen Aufständische. Die Saudis wollen in Syrien vor allem den wichtigsten Verbündeten Irans stürzen und damit Iran in der gesamten Region schwächen. Insofern hat die Politik Saudi-Arabiens und Irans in Syrien sehr viel mit ihrem bilateralen Verhältnis zu tun. Im Jemen ist es etwas komplizierter. Dort gibt es schiitische Rebellen, die Ende 2014, Anfang 2015 weite Teile des Landes einschließlich der Hauptstadt Sanaa eingenommen haben. Riad sieht diese schiitischen Rebellen als Klienten Teherans und versucht zu verhindern, dass ein pro-iranischer Brückenkopf an der saudischen Südgrenze entsteht. Die Iraner unterstützen zwar diese Rebellen, aber nicht in dem Ausmaß, wie es angedeutet wird, wenn man von einem Stellvertreterkrieg spricht. Ich sehe den Konflikt im Jemen eher als einen Konflikt der Saudis, der Emirate und Katars zusammen mit lokalen Verbündeten gegen die Huthi-Rebellen.

Weitere Links zum Thema

heute.de: Welche Rolle spielt das Atomabkommen Irans mit dem Westen im aktuellen Konflikt?

Steinberg: Ich fürchte, dass das Atomabkommen mit dazu beigetragen hat, dass sich der Konflikt in den letzten Monaten verschärft hat. Die Saudis sehen den Abschluss des Atomabkommens als iranischen Erfolg. Sie befürchten, dass Iran jetzt mit dem frei werdenden Geld wegen der auslaufenden Sanktionen eine noch aggressivere Regionalpolitik führen kann, dass Iran seinen Verbündeten Assad beispielsweise noch intensiver unterstützt. Das ist einer der Gründe, warum saudi-arabische Außenpolitik gegenüber Iran in den letzten Monaten so viel aggressiver geworden ist.

heute.de: Warum scheut Berlin den Bruch mit Riad?

Steinberg: Ich sehe keinen Grund, warum Berlin mit Riad brechen sollte. Saudi-Arabien ist ein autoritäres Regime mit einigen ganz besonders abscheulichen Facetten, gerade was die Behandlung von Schiiten und die Religionsfreiheit insgesamt angeht. Aber letzten Endes führt kein Weg daran vorbei, auch zu solchen Staaten Beziehungen zu unterhalten. Wir unterhalten solche auch zu Russland, China, Ägypten oder eben Iran. Deutschland geht es in Saudi-Arabien natürlich vor allem um wirtschaftliche Interessen, die Sicherung von Absatzmärkten und die Förderung von Investitionen in Deutschland. Gleichzeitig ist es richtig, eine Grenze einzuziehen, wenn es zum Beispiel um die Lieferung von Kampfpanzern geht.

heute.de: Was lässt sich über die Militärs Irans und Saudi-Arabiens sagen?

Steinberg: Die Saudis haben die modernere Armee, die mit sehr modernen Waffensystemen – vor allem amerikanischer und britischer Herkunft – ausgestattet ist. Allerdings haben sie relativ wenig einsetzbare Truppen. Bei den Saudis ist vor allem die Luftwaffe besonders stark. Auf der iranischen Seite haben wir eine Armee, die weit unterlegen ist, was Technik und Ausstattung angeht. Aber die Armee hat viel mehr kampfkräftiges Personal. Letzten Endes ist es aber kaum möglich, dass diese beiden Armeen aufeinandertreffen. Die Saudis haben nicht die Kapazitäten – außer bei der Luftwaffe – ihre Truppen überhaupt in Bewegung zu setzen. Die Iraner haben ihre Armee vor allem auf den Kampf gegen einen weit überlegenen Gegner im Persischen Golf ausgerichtet, nämlich auf die Amerikaner. Diese stehen an allen Grenzen zwischen beiden Ländern. Amerikanische Truppenbasen gibt es in Kuwait, in Katar, in Bahrain, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die fünfte US-Flotte kontrolliert den Persischen Golf. Es gibt keine Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation.

Das Interview führte Elisabeth Schmidt.

Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien

Was exportiert wurde

Die Bundesregierung hat in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres die Lieferung von Rüstungsgütern an Saudi-Arabien im Wert von rund 178,7 Millionen Euro genehmigt. Das geht aus dem Zwischenbericht der Bundesregierung zu den Rüstungsexporten 2015 hervor. Die Regierung in Riad war damit nach Großbritannien und Israel auf den dritten Platz der Bestimmungsländer vorgerückt.

Genehmigt wurde unter anderem der Export von Geländefahrzeugen und Teilen für gepanzerte Fahrzeuge sowie von Teilen für Kampfflugzeuge und Übungsdrohnen für das Training von Kampfpiloten. Insgesamt hatte die Bundesregierung im ersten Halbjahr 2015 Waffenexporte im Wert von 3,5 Milliarden Euro genehmigt und damit fast so viele wie im gesamten Jahr 2014.

Wie die Exporte eingeschätzt werden

Nach Angaben des Internationalen Konversionszentrums (BICC) in Bonn kann die Entwicklung der Waffenexporte nach Saudi-Arabien erst abschließend bewertet werden, wenn die Zahlen für das gesamte Jahr 2015 vorliegen. Das Land gehöre aber seit Jahren "zu den Top-Abnehmern deutscher Rüstungsgüter", sagte Rüstungs-Experte Max Mutschler. Das BICC ist eines der fünf bekannten Friedensforschungs-Institute in Deutschland.

In den vergangenen fünf Jahren lagen die Exporte nach Saudi-Arabien den Rüstungsexportberichten der Bundesregierung zufolge meist zwischen 150 und 350 Millionen Euro pro Jahr - und damit auf einem im Vergleich zu anderen Ländern "hohen Niveau", so Mutschler. Im Jahr 2012 gab es zudem mit einem Wert von 1,2 Milliarden Euro einen deutlichen Ausschlag nach oben, weil Deutschland dem Regime in Riad unter anderem Grenzsicherungsausrüstung geliefert hat".

(Quelle: epd)

05.01.2016
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