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merkzettel

Konfliktbarometer 2015 Kriege überziehen Afrika und Asien

BildSchütze in Syrien
Syrischer Rebell

223 gewaltsame Konflikte, davon 19 Kriege mit gravierenden Folgen - so lautet die Bilanz des Konfliktbarometers 2015.

(Quelle: dpa)

VideoDie militärische Weltlage 2016
Militärparaden in China

Die globale Vormacht der USA schwindet, analysiert das renommierte Institut für internationale strategische Studien in London. Auch Europa müsse aufrüsten, um das transatlantische Bündnis zu erhalten.

(09.02.2016)

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IS: Waffen aus aller Welt

Der sogenannte "Islamische Staat" setzt seine brutalen Menschenrechtsverletzungen mit brutaler Waffengewalt durch. Doch wie kommt der IS an all die Waffen?

(18.12.2015)

VideoDie Rückkehr der Geopolitik
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"Jedes Land der Welt spielt mit beim großen Spiel der Geopolitik. Es hat nie aufgehört", sagt Tim Marshall. Der britische Journalist rückt in seinem Buch das Phänomen wieder in den Mittelpunkt.

(01.02.2016)

von Tai Becker

223 gewaltsame Konflikte und 19 Kriege zählt das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung im Jahr 2015. Die Kriege wüten auf dem Gebiet von 20 Staaten. Damit veränderte sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr kaum. Die schlimmsten Konfliktherde liegen in Afrika und Asien. 

Drei neue Kriege sind im Jahr 2015 ausgebrochen. Sie eskalierten zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen PKK, zwischen der philippinischen Regierung und verschiedenen Rebellengruppen sowie zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Südsudan - alles innerstaatliche Kriege, die in Afrika und Asien wüteten. Das geht aus dem aktuellen Konfliktbarometer hervor, das jährlich vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) veröffentlicht wird. 16 weitere Konflikte wurden 2015 als Kriege gewertet. Auch sie konzentrierten sich fast ausnahmslos auf Asien und Afrika.

Das Konfliktbarometer…

… wird vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) veröffentlicht. Die Heidelberger Politologen erforschen seit 1990 die Konflikte auf der Welt. Sie werten sowohl die inner- als auch zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen aus. Die Ergebnisse werden jährlich im Konfliktbarometer dokumentiert.

Im Vergleich dazu erscheint die Lage in Europa fast friedlich. Doch auch hier gab es mit der Ukraine einen Kriegsschauplatz. Die Gefechte um die Vorherrschaft in der Donbas-Region haben mehr als 4.000 Tote gefordert. Damit war der Konflikt zwischen Separatisten und der ukrainischen Regierung der einzige hochgewaltsame Konflikt in Europa, obwohl sich die Anzahl der Auseinandersetzungen in Europa auch insgesamt erhöhte.

Neun Kriege südlich der Sahara

Die Bevölkerung in Subsahara-Afrika litt unter wesentlich mehr blutigen Konflikten. Hier fand fast ein Viertel aller politischen Konflikte statt. Kriege überzogen insgesamt neun Regionen. Dafür war vor allem die Islamistengruppe Boko Haram verantwortlich. Sie erweiterte ihren Machtbereich, sorgte in Kamerun, Niger, Nigeria und dem Tschad für Tod und Terror. Im Zuge dessen starben mindestens 12.000 Menschen. 2,4 Millionen flohen vor dem blutigen Regime von Boko Haram. Weitere Kriege registrierte das HIIK in der Zentralafrikanischen Republik, im Sudan sowie in Somalia.

Brutale Kämpfe erstreckten sich aber auch nördlich der Sahara. So wertet das HIIK auch die Gefechte zwischen den verfeindeten Parteien Libyens als Krieg. Neben dem Konflikt in dem Maghreb-Staat verzeichnete das Institut mehrere Kriege im Mittleren Osten: unter anderem im Jemen und in Saudi-Arabien.

Die ganze Region wurde durch die Kriegsschauplätze in Syrien und im Irak destabilisiert. Deren Staatsgebiete wurden insbesondere wegen des sogenannten Islamischen Staats (IS) von Feuer aus der Luft und am Boden übersäht – vor allem seit dort auch internationale Spieler, wie Russland und die NATO bomben. Der Einflussbereich des IS ist dadurch allerdings nicht geschrumpft - im Gegenteil: Durch gezielte Anschläge in Afghanistan, Frankreich und Bangladesch sowie in Gebieten der meisten Maghreb-Staaten konnte er ihn sogar erweitern.

USA in zwischenstaatlichen Konflikten meist dabei

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Asien und Ozeanien blieb auch 2015 die Region mit den meisten Krisen. Allerdings ist der Großteil nicht eskaliert. In insgesamt sechs Konflikten, unter anderem in Afghanistan, Pakistan und Myanmar wurde jedoch auch gekämpft. Zudem verschlechterte sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel. Hier verschärften die nuklearen Drohungen von Staatschef Kim Jong Un das Risiko für einen Krieg, so das HIIK. Dies sorgte vor allem für Spannungen zwischen den Supermächten China und USA.

Der amerikanische Kontinent selbst blieb relativ friedlich. Ähnlich wie in Europa gab es nur einen Kriegsschauplatz: der Kampf gegen die Drogenkartelle in Mexiko. Allerdings stellte der amerikanische Kontinent laut HIIK die Nation, die in die meisten zwischenstaatlichen Konflikte verwickelt ist: die USA. Demnach kämpften die Vereinigten Staaten in insgesamt zwölf zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen. Darauf folgten Russland (8), die Türkei (6), Iran (5), Japan (5) und die Volksrepublik China (5).

26.02.2016
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