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Kriminalität Kriminelle sprengen immer mehr Geldautomaten

BildGesprengter Geldautomat in Greiz
Geldautomaten in Greiz (Thüringen) gesprengt  - Aufnahme vom 14.01.2016

2016 wurden in Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamts 157 Bankautomaten gesprengt. 2011 waren es noch 38.

(Quelle: dpa)

VideoMehr Automatensrengungen
Die Zahl der Sprengungen von Geldautomaten durch Kriminelle hat in den vergangenen Jahren bundesweit deutlich zugenommen. Laut BKA wurden 2013 89 Mal Automaten gesprengt, 2015 waren es schon 132.

Die Zahl der Sprengungen von Geldautomaten durch Kriminelle hat in den vergangenen Jahren bundesweit deutlich zugenommen.

(28.01.2016)

VideoBande sprengt Geldautomaten
Polizisten an gesprengtem Geldautomaten

Eine Diebesbande hat in diesem Jahr bereits 64 Geldautomaten gesprengt, 45 davon in NRW. Bisher konnten die Täter nicht gefasst werden. Die Polizei hofft nun, dass die Banken technisch aufrüsten.

(19.11.2015)

Von Jan Schulte

157 gesprengte Geldautomaten hat das Bundeskriminalamt 2015 gezählt - seit Jahren steigt die Zahl. Besonders betroffen: Nordrhein-Westfalen. Dort macht die Polizei inzwischen eine Szene von bis zu 250 Geldautomaten-Knackern aus den Niederlanden verantwortlich. 

Sie kommen in der Nacht, leiten Gas in die Automaten und zünden es an. Weil die Täter dabei die Explosion nicht richtig abschätzen können, werden die Bankgebäude häufig stark beschädigt. Seit 2011 werden in Deutschland jährlich immer mehr Geldautomaten gesprengt. Vor fünf Jahren waren es nach Angaben des Bundeskriminalamts noch 28 Fälle, im vergangenen Jahr gab es 157 Sprengungen. 

Sprengungen häufig in Gebieten mit wenigen Einwohnern

Die Tatorte liegen vor allem in ländlichen Gebieten, häufig in Ortschaften mit unter 1.000 Einwohnern, die jedoch über eine gute Verkehrsanbindung verfügen. Nahegelegene Autobahnen oder Bundesstraßen bieten den Dieben einen schnellen Fluchtweg. Laut Bundeskriminalamt sind besonders die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Brandenburg betroffen.

Hinter der Serie nächtlicher Explosionen in Bankfilialen in Nordrhein-Westfalen steht nach Einschätzung der Polizei eine Szene von 250 Gangstern allein in den Niederlanden. "Die wohnen vor allem in den Vororten von Utrecht und Amsterdam und haben überwiegend nordafrikanischen Migrationshintergrund", sagt Dietmar Kneib, Leiter der Ermittlungskommission "Heat" beim Landeskriminalamt NRW in Düsseldorf. Allein 2016 hat es schon 25 Sprengungen in dem Bundesland gegeben.

Weitere Festnahmen zu erwarten

Die Intensivtäter hätten früher ähnliche Tatserien in Belgien und Holland begangen, sagt Kneib. Wegen der in den Beneluxländern mittlerweile besser gesicherten Geldautomaten seien sie nach Deutschland ausgewichen. "Hinzu kommen inzwischen auch örtliche Nachahmungstäter", sagt der Chefermittler.

Geldautomaten in NRW gesprengt

Geldautomaten in NRW gesprengt
Quelle: dpa

Die NRW-Polizei kooperiere mit den Kollegen aus den Niederlanden. Es seien weitere Festnahmen zu erwarten, aber das Phänomen werde dadurch nicht verschwinden. "Wir können das Problem als Polizei nicht alleine lösen. Es gibt eine Verantwortung der
Geldautomaten-Betreiber", sagt Kneib weiter. Inzwischen hätten dies einige Geldhäuser erkannt: "Da tut sich was, überwiegend bei den Sparkassen, aber langsam auch bei den anderen Banken."

Automat mit Traktor heraus gerissen

Farbkartuschen, die bei einem Diebstahl das Geld färben und es somit unbrauchbar machen, gebe es bereits teilweise, sagt Kerstin Altendorf von der deutschen Kreditwirtschaft. Eine Konsequenz der häufigen Sprengungen sei auch, dass es immer weniger freistehende Automaten gebe. Außerdem würden einige Banken inzwischen nachts komplett geschlossen, was zu Folge habe, dass Kunden dort abends kein Geld mehr abheben könnten.

Allen Fahndungserfolgen zum Trotz ebbt die Serie von Geldautomaten-Sprengungen nicht ab, gerade Nordrhein-Westfalen wird seit etwa einem Jahr intensiv von den Banden heimgesucht. Häufig flüchten die Täter mit schnellen Autos. Doch nicht nur Sprengungen liegen im Trend. Erst vergangene Woche haben Räuber mit einem Traktor einen Geldautomaten aus einer Bank in NRW gerissen. Die Täter verwüsteten dabei den Vorraum der Filiale in Vettweiß, einem kleinen Ort nahe Köln. Anschließend luden sie den Geldautomaten in einen Transporter und flüchteten. Den Traktor ließen sie zurück. Anwohner berichteten der Polizei von mehreren maskierten Räubern.

07.03.2016, Quelle: mit Material von dpa
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