29.05.2016
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Konflikt mit Russland Krimtatarin vertritt Ukraine beim ESC

BildSusana Jamaladinova
Susana Jamaladinova am 21.02.2016 in der Nähe von Kiew

(Quelle: reuters)

VideoZweite Stromleitung zur Krim
Russland hat eine zweite Stromleitung zur annektierten Halbinsel Krim in Betrieb gesetzt. Ukrainische Nationalisten hatten die Stromversorgung unterbrochen. Seitdem herrschte akuter Strommangel.

Russland hat eine zweite Stromleitung zur annektierten Halbinsel Krim in Betrieb gesetzt. Ukrainische Nationalisten hatten die Stromversorgung unterbrochen. Seitdem herrschte akuter Strommangel.

(15.12.2015)

VideoRalph Siegel bei "Volle Kanne"
Ralph Siegel und Ingo Nommsen

Über 1000 Titel hat er komponiert - und einen Echo für sein Lebenswerk bekommen. Genug Stoff für eine Autobiografie, die Ralph Siegel vor kurzem veröffentlicht hat.

(10.09.2015)

Die Krim wurde vor zwei Jahren von Russland annektiert. Die Ukraine schickt nun eine Krimtatarin zum ESC nach Stockholm. Die russische Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel dürfte so erneut in den öffentlichen Fokus rücken. 


Die Ukrainer haben eine Krimtatarin zu ihrer Vertreterin beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Stockholm gewählt. Susana Jamaladinova, die unter dem Künstlernamen Jamala auftritt, setzte sich am Sonntagabend beim ukrainischen ESC-Vorentscheid in Kiew mit einem Lied über die Massendeportation von Tataren unter Josef Stalin durch. Der Song "1944" handelt von dem Jahr, in dem Stalin die Tataren aus ihrer Heimatregion abschob und sie in völlig überfüllten Zügen nach Zentralasien deportierte. Tausende starben bei der Fahrt oder verhungerten nach der Ankunft in der dürren Steppe.

Den Krimtataren wurde bis in die 1980er Jahre hinein nicht erlaubt, auf die Krim zurückzukehren. Jamaladinova selbst wurde in Kirgistan geboren. Russlands Annexion der Krim im Jahr 2014 wird in dem Lied nicht erwähnt. Durch die Wahl Jamaladinovas könnte dieses Thema aber wieder stärker in den öffentlichen Fokus rücken. Die Krimtataren, die eine turksprachige, überwiegend muslimische Minderheit darstellen, berichten davon, dass ihre Unterdrückung seit der russischen Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel zugenommen hat.

Weitere Links zum Thema

Politische Lieder verboten

Jamaladinova wurde am Sonntag von drei Juroren sowie rund 380.000 Wählern zur Siegerin bestimmt, die die entscheidende Runde im Fernsehen verfolgt hatten. Jamalas Song ist eine Kombination aus mittelschnellem Pop und einem von Schmerz geplagten Text. Das Lied beginnt mit dem Satz: "Wenn Fremde kommen, kommen sie zu eurem Haus, sie töten euch alle und sagen: 'Wir sind nicht schuldig.'" Jamaladinova sagte kurz vor dem ESC-Vorentscheid, das schreckliche Jahr 1944 habe das Leben ihrer Urgroßmutter für immer verändert. "Ihr Leben war niemals mehr dasselbe", sagte sie.

Die Regeln des ESC verbieten Lieder mit politischen Texten. 2009 - weniger als ein Jahr nach einem kurzen Krieg zwischen Georgien und Russland - verboten die Organisatoren den geplanten georgischen Song, weil die Band darin den russischen Präsidenten Wladimir Putin verspottete. Im Jahr 2005 musste das ukrainische Duo ihren Beitrag zum Wettbewerb umschreiben - das Lied "Razom Nas Bahato" war die Hymne der Orangen Revolution ein Jahr zuvor gewesen.

Krim unter russischer Führung

Krim-Karte

Krim

Die Halbinsel Krim gehörte bis 2014 zur Ukraine. Russland annektierte sie. Die Spannungen zwischen Kiew und Moskau -  aber auch zwischen dem Westen und Moskau - nahmen daraufhin zu.

Ein Jahr Krim-Annexion

22.02.2016, Quelle: ap
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