31.07.2016
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Gewalt gegen Journalisten Angriffe bei Legida: LIZ stoppt Live-Berichterstattung

BildLegida-Kundgebung
Legida-Teilnehmer

(Quelle: reuters)

VideoRandale bei "Legida"-Jahrestag

Zum Jahrestag der "Legida"-Bewegung in Leipzig kam es zu Randalen rechter Gruppen. Bei den Ausschreitungen wurden Scheiben eingeschlagen, Läden geplündert und Autos in Brand gesetzt.

(12.01.2016)

VideoHooligans randalieren in Leipzig
In Leipzig haben rund 250 Hooligans randaliert. Zuvor hatten zum Jahrestag der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung hunderte Gegendemonstranten mit einer Lichterkette ein Zeichen für Toleranz gesetzt.

In Leipzig haben rund 250 Hooligans randaliert. Zuvor hatten zum Jahrestag der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung hunderte Gegendemonstranten mit einer Lichterkette ein Zeichen für Toleranz gesetzt.

(12.01.2016)

Pöbeleien gegen Journalisten gehören zum Alltag der Pegida-Bewegung und ihrer Ableger. Doch immer wieder werden Medienvertreter nicht nur verbal attackiert. In Leipzig zog ein Medium jetzt Konsequenzen - und übt deutliche Kritik an der Polizei. 


Nach wiederholten Angriffen auf Journalisten stellt die Leipziger Internetzeitung (LIZ) ihre Live-Berichterstattung über das islam- und fremdenfeindliche Legida-Bündnis vorerst ein. Es werde zunächst keine Videos und aktuelle Textberichterstattung direkt von Legida-Veranstaltungen mehr geben, kündigte die Online-Zeitung auf ihrer Website an. Zugleich erhob die LIZ Vorwürfe gegen die Polizei: Die Journalisten würden vor Ort "unausgesetzt bedroht und attackiert" und zunehmend im Stich gelassen.

Vorwurf: Durch Polizei nicht geschützt

Ein Gespräch mit dem Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz habe zu keiner Veränderung der Bedrohungslage geführt. Einen Schutz für die Kollegen gebe es während der Legida-Aufmärsche nicht. Von der Leipziger Polizeibehörde war am Abend keine Stellungnahme mehr zu den Vorwürfen zu erhalten.

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Hinter der Zeitung steht das Unternehmen Mitteldeutsche Online Medien, eine Unternehmergemeinschaft von Journalisten. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf den Großraum Leipzig. Die LIZ entstand 2004 und hat nach eigenen Angaben derzeit rund 150.000 Unique-User. Das ist die Anzahl unterschiedlicher Besucher einer Website innerhalb einer bestimmten Periode.

Über Legida hatte LIZ mit einem Live-Ticker inklusive Videos, Fotos und Kommentaren berichtet. Anlass für den Verzicht auf diese Berichterstattung sei ein Vorfall am 1. Februar gewesen, bei dem ein Legida-Anhänger einen Fotografen der LIZ von einem Podest geschubst habe, erklärte Marketingchef Robert Dobschütz auf Anfrage. Man wolle nun sehen, ob die Polizei endlich Antworten auf diese Situation finde.

Grüne: Tiefpunkt der Pressefreiheit

Die Grünen im Landtag sprachen von einem neuen Tiefpunkt der Pressefreiheit: "Die Freiheit der öffentlichen Berichterstattung wird in unerträglicher Weise infrage gestellt", sagte der Abgeordnete Valentin Lippmann. Das demokratische Gemeinwesen stehe auf dem Spiel, wenn Journalisten aus Angst um Leben und Gesundheit nicht mehr von öffentlichen Ereignissen berichten könnten: "Es ist nicht hinnehmbar, dass Journalisten von Legida- oder Pegida-Anhängern mit Gewalt von ihrer Arbeit abgehalten werden und teilweise nicht auf Unterstützung oder Schutz durch die Polizei vertrauen können."

Lippmann forderte Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf, sich umgehend mit Medienvertretern und Polizei über Sicherheitskonzepte zu verständigen. Die Polizei müsse jeden Angriff auf Pressevertreter verfolgen und auch dokumentierten.

16.02.2016, Quelle: dpa
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