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merkzettel

Legida: Jahrestag in Leipzig Rechte Randale und Kerzen als Zeichen der Courage

BildLeipzig: Gegendemonstranten
Demonstranten am 11.01.2016 in Leipzig

(Quelle: reuters)

VideoWoher kommt der Hass?
Teilnehmer eines Pegida-Aufzuges

Laut dem neuesten Lagebericht des BKA verschärft sich die Lage – insbesondere Helfer und Politiker geraten ins Visier fremdenfeindlicher Täter. Was steckt hinter dem blanken Hass?

(24.10.2015)

Schaufensterscheiben gehen zu Bruch, Pyrotechnik wird gezündet. Zeitgleich zu Kundgebungen des fremdenfeindlichen Legida-Bündnisses randalieren in Leipzig Hooligans. Gegendemonstranten setzen im strömenden Regen mit einer Lichterkette ein Zeichen für Toleranz. 

In Leipzig haben am Abend mehrere Tausend Gegner wie Anhänger des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida demonstriert. Zeitgleich randalierten im linksautonom geprägten Stadtteil Connewitz etwa 250 vermummte, nach Polizeiangaben rechtsorientierte Hooligans. Sie hätten Pyrotechnik gezündet und Schaufensterscheiben eingeworfen, sagte eine Polizeisprecherin. Auf Twitter teilte die Polizei mit, die Randalierer seien festgesetzt worden, die Lage sei unter Kontrolle.

Lichterkette für Weltoffenheit und Toleranz

Auf dem Innenstadtring bildeten am Gründungstag von Legida Gegendemonstranten eine Lichterkette für Weltoffenheit und Toleranz. Dazu hatte unter anderem Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) aufgerufen. An dem Gegenprotest mit mehreren Veranstaltungen beteiligten sich nach Angaben der Studentengruppe "Durchgezählt" zwischen 2.300 und 2.800 Menschen.

Legida versammelte nach Schätzung von Beobachtern zwischen 1.500 und 2.000 Anhänger. Die Pegida-Initiative in Dresden hatte auf eine eigene Veranstaltung am Montagabend verzichtet und zur Teilnahme in Leipzig aufgerufen, auch Pegida-Chef Lutz Bachmann war dorthin gereist. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Versammlungen abzusichern. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Stadt.

Brandanschlag auf Bahnstrecke Dresden - Leipzig

Auf die Bahnstrecke Dresden - Leipzig wurde kurz vor Beginn der Legida-Demonstration ein Brandanschlag verübt. Ein Signal an der Strecke sei in Brand gesetzt worden, an zwei weiteren seien Brandsätze entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Die Vermutung liege nahe, dass der Anschlag im Zusammenhang mit der Demonstration von Legida und Pegida in Leipzig stehe. Der Streckenabschnitt zwischen Borsdorf und Leipzig-Engelsdorf wurde voll gesperrt. Hinweise auf die Täter gibt es noch nicht.

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Die Dresdner Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling rief auf der Legida-Kundgebung unter "Widerstand, Widerstand"-Rufen der johlenden Zuhörer: "Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln."

Legida hatte für seine Kundgebung bis zu 2.000 Teilnehmer angemeldet. Das Bündnis war vor einem Jahr, am 12. Januar 2015, erstmals aufmarschiert. Zuletzt waren nur noch wenige Hundert Anhänger auf die Straße gegangen.

"Gesicht zeigen gegen Gewalt"

An der Lichterkette für Demokratie nahm als einziger CDU-Minister der sächsischen Landesregierung Sebastian Gemkow teil. "Es ist mir wichtig, Gesicht zu zeigen gegen Gewalt und für eine demokratische Streitkultur", sagte der Justizminister. Er sei besorgt über die zunehmende Gewalt von rechts und links. Die CDU Leipzig war auf Distanz zu der Kundgebung gegangen, zu der ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft aufgerufen hat.

11.01.2016, Quelle: epd, dpa
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