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merkzettel

Endspurt zur Präsidentschaftswahl Macron legt Bekenntnis zu Europa ab

VideoFrankreich: Wahlkampf-Endspurt
Emmanuel Macron bei einer Wahlkampfveranstaltung in Paris am 17.4.2017

Gleich vier Kandidaten machen sich Hoffnungen auf das Amt des französischen Präsidenten - eine Woche vor der ersten Wahlrunde. Wer es in die Stichwahl schafft, ist noch ziemlich offen.

(18.04.2017)

VideoMélenchon holt auf
Jean-Luc Mélenchon.

Zehn Tage vor der Präsidentschaftswahl blicken Europa und die Finanzmärkte gespannt auf Frankreich. Vor allem das linke Lager könnte für Überraschungen sorgen: Mit einem fantasievollen Wahlkampf scheint der linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon zu punkten.

(13.04.2017)

VideoHeiße Phase des Wahlkampfs
Wahlkampfplakate

In gut zwei Wochen ist es soweit: Rund 40 Millionen Franzosen wählen aus den elf Kandidaten einen neuen Präsidenten aus. Der Wahlkampf geht somit in die sogenannte "heiße Phase".

(11.04.2017)

VideoKandidaten als Asterix-Figuren
Wahlplakate Frankreich

In knapp zwei Wochen wählen die Franzosen ihren neuen Präsidenten. Die Favoriten sind Emmanuel Macron und Marine LePen. Der eine verkauft sich als links-liberaler Europa-Freund, die andere als stramme Patriotin mit "Frankreich first"-Attitüde. Aber was wäre, wenn die Kandidaten Asterix-Figuren oder Markenprodukte wären? Genau das hat eine französische Werbeagentur die Wähler gefragt.

(11.04.2017)

Die führenden Kandidaten der französischen Präsidentschaftswahl haben den Wahlkampf-Endspurt eingeläutet. Macron bekannte sich vor 20.000 Anhängern zur europäischen Integration. Die rechtspopulistische Kandidatin Le Pen versprach in einer Rede dagegen den Austritt Frankreichs aus der EU. 

Der aussichtsreiche Bewerber Emmanuel Macron legte am Montagabend vor rund 20.000 Anhängern in Paris ein Bekenntnis zur europäischen Integration und zur Modernisierung Frankreichs ab. Er rief die Franzosen auf, eine neue Generation an die Macht zu bringen, die Reformen auf den Weg bringen werde. Es war seine bislang größte Wahlkampfkundgebung.

Die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen sprach am Abend vor 6.000 Anhängern in Paris, ihre Rede wurde kurzzeitig von Demonstrantinnen auf der Bühne unterbrochen. Auch die in den aktuellen Umfragen folgenden Bewerber - der Linksaußen-Kandidat Jean-Luc Mélenchon und der Konservative François Fillon - warben um Stimmen für den ersten Wahlgang am kommenden Sonntag.

Der Unabhängige Macron verteidigte in seiner Rede die EU gegen Angriffe von Links- und Rechtsaußen. "Wir brauchen Europa, deswegen werden wir es erneuern", sagte er. "Ich werde der Präsident sein, der unsere europäischen Ambitionen neu erweckt." Angesichts der europakritischen Töne seiner Mitbewerber wolle er "Hoffnung und Mut gegen die Resignation" verkörpern.

Le Pen wird von Demonstrantinnen unterbrochen

Le Pens Rede in der französischen Hauptstadt wurde von zwei Demonstrantinnen unterbrochen, die mit nackten Oberkörpern auf die Bühne stürmten; sie wurden schnell abgeführt. Am Rande der Kundgebung kam es zu Rangeleien zwischen Le-Pen-Gegnern und Ordnungskräfte. "Diese Linksextremisten liegen so falsch", kommentierte die Front-National-Chefin den Vorfall. Wie üblich schlug Le Pen immigrationsfeindliche Töne an: "Hinter der Masseneinwanderung steht der Terrorismus."

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Der linke Kandidat Mélenchon ging am Ostermontag per Boot auf Stimmenfang: Er befuhr die Wasserstraßen im Nordosten von Paris und sprach an den Haltepunkten zu seinen Anhängern. "Haltet das Feuer der Rebellion in Euch am Lodern", rief er sie auf. Mit Lob bedachte der von den Kommunisten unterstützte Kandidat die autokratischen Führer verarmter Länder wie Kuba und Venezuela.

Fillon um Zuversicht bemüht

Der Konservative Fillon, dem die Verstrickung in eine Scheinbeschäftigungsaffäre schwer zu schaffen macht, bemühte sich am Montag um Zuversicht vor seinen Anhängern. "Ich werde in die Stichwahl kommen, weil es in unserem Land einen ausgeprägten Wunsch nach Wandel gibt", sagte er in Nizza.

Die Umfragen sehen derzeit noch Le Pen und Macron mit jeweils 22 bis 24 Prozent in der ersten Runde vorne. Ihr Vorsprung ist zuletzt aber geschmolzen. Deutlich aufgeholt haben der Linksaußen Jean-Luc Mélenchon und der Konservative François Fillon. Das Rennen ist damit weiterhin völlig offen.

Frankreich: Alle Kandidaten im Überblick

Emmanuel Macron

Emmanuel Macron am 23.01.17 in Beirut

Der 39-Jährige sorgt für Furore, weil er außerhalb der klassischen Parteistrukturen antritt. Der frühere Sozialist wurde lange von Präsident François Hollande protegiert und war Wirtschaftsminister, gründete dann aber im vergangenen Jahr seine eigene politische Bewegung. Diese positionierte er "weder rechts noch links".

Der Ex-Investmentbanker präsentiert sich als Erneuerer und ist ein Star des Wahlkampfs, der bei Auftritten Tausende Anhänger anlockt - auch in der tiefsten Provinz. Umfragen erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Macron und Le Pen im ersten Wahlgang. In der zweiten Wahlrunde würde Umfragen zufolge die Mehrheit der Befragten Macron ihre Stimme geben. Unterstützung bekommt er dabei von Ex-Premierminister Manuel Valls.

Marine Le Pen

Marine Le Pen (Jahrgang 1968) ist die Tochter von Jean-Marie Le Pen, der den rechtsextremen und rechtspopulistischen Front National (FN) gründete. Bekannt wurde Le Pen in ganz Frankreich 2002, als ihr Vater bei den Präsidentschaftswahlen in der ersten Runde mit knapp 17 Prozent der Stimmen den Kandidaten der Sozialisten, Lionel Jospin, aus dem Rennen warf. Sie hatte damals ihre ersten Fernsehauftritte, wenn ihr Vater für Interviews nicht zur Verfügung stand.

2011 wurde Marine Le Pen auf einem Parteitag des Front National zu dessen Vorsitzender gewählt. An der Spitze des FN versuchte sie, der Partei ein moderneres Image zu geben, indem sie beispielsweise für eine straffreie Abtreibung eintrat oder forderte, Frankreich solle die "Assimilation" von Einwanderern verstärken. Vom Antisemitismus ihres Vaters, der den Holocaust als "Detail der Geschichte" abgetan hatte, distanzierte sie sich offiziell ebenso wie vom Rassismus und nannte die Ideologie des Nationalsozialismus "abscheulich". Statt auf neofaschistisches Vokabular setzte sie auf das antimuslimische Ressentiment. Der Wahlkampf von Marine Le Pen ist überschattet von Vorwürfen der Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern.

François Fillon

François Fillon

Der Wirtschaftsliberale hat sich bei der Kür zum Präsidentschaftskandidaten der Konservativen gegen prominente Konkurrenz durchgesetzt. Sowohl der ehemalige Premier Alain Juppe als auch Ex-Premier Nicolas Sarkozy hatten das Nachsehen.

Fillon hat Einsparungen im Haushalt, ein höheres Rentenalter und den Kampf gegen die 35-Stunden-Woche angekündigt. Der 63-Jährige galt lange als aussichtsreicher Kandidat und möglicher Bezwinger von Front-National-Spitzenkandidatin Marine Le Pen. Seit Beginn seiner Kandidatur kämpft Fillon aber gegen Vorwürfe, er habe seine Frau Penelope jahrelang als parlamentarische Mitarbeit bezahlt, ohne dass sie dafür je gearbeitet habe. Fillon bestreitet das vehement. Umfragen sehen ihn auf Platz drei im Kampf ums Präsidentenamt.

Jean-Luc Mélenchon

Jean-Luc Melenchon am 17.01.2017

Der 65-Jährige vertritt seine Bewegung "France insoumise" (Nicht unterdrücktes Frankreich) und wird von der kommunistischen Partei unterstützt. Der redegewandte Linkenführer ist ein harter Kritiker der deutschen Sparpolitik. Mélenchon kann Umfragen zufolge mit Platz vier bei der Präsidentenwahl rechnen.

Benoît Hamon

Benoit Hamon

Der Abgeordnete und frühere Bildungsminister Benoît Hamon hat mit einem dezidiert linken Wahlprogramm viele der von Hollande enttäuschten Linkswähler für sich gewinnen können. Der 49-Jährige wirbt für mehr Investitionen, eine Senkung der Arbeitszeit und mehr Umweltschutz. Außerdem will er langfristig ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 750 Euro für alle Erwachsenen einführen. An die EU-Defizitvorgaben will er sich nicht halten.

Nicolas Dupont-Aignan

Nicolas Dupont-Aignan am 30.03.2017 in Brest

Der 56-Jährige tritt für die gaullistische Partei "Debout la France" (Steh auf Frankreich), eine ehemalige Strömung der Republikaner, an. Umfragen sehen ihn im unteren einstelligen Bereich. Nachdem er vom französischen Sender TF1 nicht zur ersten TV-Debatte  eingeladen worden war, monierte der die "mediale Manipulation". Der Sender hatte nur die fünf in Umfragen Bestplatzierten eingeladen.

Philippe Poutou

Philippe Poutou am 22.03.2017 in Paris

Philippe Poutou tritt für die "Nouveau Parti anticapitaliste" (Neue Antikapitalistische Partei) an, die aus der Trotzkistenbewegung hervorging. Ihm wird ein Wahlergebnis um die zwei Prozent zugetraut.

François Asselineau

François Asselineau am 30.03.2017 in Brest

Der 59-jährige Rechtsnationalist ist Präsidentschaftskandidat seiner Partei "Union Populaire Républicaine" (Republikanische Volksunion). Er strebt den einseitigen Austritt Frankreichs aus der Europäischen Union, der Eurozone und der NATO an. Schon 2012 wollte er kandidieren, bekam aber die 500 notwendigen Unterschriften nicht zusammen.

Jean Lassalle

Jean Lassalle am 30.03.2017 in Brest

Der zentrumsliberale Abgeordnete tritt für die Partei "Résistons!" (in etwa: Lasst uns Widerstand leisten!) an. International bekannt wurde der 61-Jährige 2006, als er in einen 39-tägigen Hungerstreik trat, um die Fabrik eines japanischen Konzerns in seiner Heimatregion zu retten.

Nathalie Arthaud

Nathalie Arthaud am 22.03.2017 in Paris

Die 47-jährige Kapitalismus-Kritikerin tritt für die trotzkistische Partei "Lutte Ouvrirè" (Kampf der Arbeiter) an und ist absolute Außenseiterin. Sie wird voraussichtlich weniger als ein Prozent der Stimmen bekommen.

Jacques Cheminade

Jacques Cheminade am 22.03.2017 in Paris

Der 75-Jährige definiert sich selber mit seiner Kleinstpartei "Solidarité et Progrès" (Solidarität und Fortschritt) als "linker Gaullist".

18.04.2017, Quelle: afp, reuters
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